Folge 05: Trennung mit Kind: Wenn Umgang zum Streitfall wird – und ein Kind nicht will
Shownotes
Eine Mutter schreibt mir, weil ihre vierjährige Tochter den Kontakt zum Vater häufig ablehnt – und weil der Vater in Folge nun deutlich mehr Umgang und sogar umgehend Übernachtungen fordert. Die Mutter hat Sorge, dass das Kind emotional überfordert wird – und sucht einen Weg zwischen Halt und Schutz und Öffnung.
In dieser Folge geht es um:
• warum juristische Regelungen oft nicht abbilden (können), was Kinder emotional brauchen und leisten können
• Bindung als Beziehungsqualität und Liebe – nicht als Stundenkonto
• kindliche Sicherheit: „nicht wollen“ heißt oft „nicht können“. Und jetzt?
• Loyalitätskonflikte: wenn Kinder zwischen zwei Bindungspersonen stehen
• Übergänge als sensible Brücken – und was helfen kann
• Paar-Schmerz und Elternschaft – die Kunst das für sich zu sortieren
Wenn du dich in Trennung befindest, darfst du dir Begleitung holen. Für eine persönliche Beratung oder ein pädagogisches Coaching online oder in meiner Praxis kannst du dich hier informieren Video- oder Praxisberatung von Katia
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Ich wünsche dir einen ruhigen Moment und gute Gedanken beim Hören.
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Transkript anzeigen
00:00:04: Sprecher 1 Herzlich willkommen bei der Familiensprechstunde mit Katja Saalfrank. In diesem Podcast geht es um Bindung und Beziehung, um das Zusammenleben von Erwachsenen und Kindern und um das, was hinter dem Verhalten von Kindern wirkt. Ich bin Katja Saalfrank, Ich bin Diplompädagogin, Familientherapeutin und körperorientierte Eltern und Familienberaterin in eigener Praxis in Berlin. Ich bin Autorin, Podcasterin und Mutter von vier Söhnen.
00:00:30: Sprecher 1 Ich arbeite bindungsund beziehungsorientiert und begleite Menschen dabei, Kinder besser zu verstehen und sich selbst gleich mit. Ich freue mich sehr, dass du eingeschaltet hast. Schön, dass du da bist. Hallo und herzlich willkommen zu meinem Podcast Familiensprechstunde mit Katja Saalfrank. Ich freue mich sehr, dass ihr wieder mit dabei seid. Ich hoffe, es geht euch allen gut und ihr seid wohlauf.
00:00:55: Sprecher 1 Und ich freue mich auch sehr, dass es sich wohl rumgesprochen hat, dass es nun die Familiensprechstunde gibt. Also vielen, vielen Dank für eure Mails und für eure Rückmeldungen über Spotify, über Instagram. Und ja, es ist für mich immer wieder sehr schön, auch eine Resonanz zu bekommen. Also bitte unterschätzt das nicht, denn ich sitze ja hier quasi jetzt alleine.
00:01:18: Sprecher 2 Mit.
00:01:18: Sprecher 1 Meinen Unterlagen, mit der Frage, mit meinen Gedanken. Also ich will nicht sagen, ich gucke gegen die Wand, aber es ist einfach ja doch so was wie ein Dialog mit euch, ohne dass ihr wirklich mit im Echtraum hier seid. Insofern freue ich mich immer sehr, wenn ihr mir schreibt. Und ja, sogar meine Klienten haben mich auf den Podcast angesprochen.
00:01:38: Sprecher 1 Auch das freut mich sehr. Und es ist so spannend immer wieder, weil es so viel unterschiedliche dahinterliegende Dynamiken gibt, die aber auf der Eisbergspitze eigentlich ein ähnliches Verhalten beschreiben. Also das heißt, wenn jemand mit Wut oder mit Angst kommt, dann klingt das erstmal so wie Ach, das habe ich ja schon besprochen, oder Ach, ich weiß ja, worum es geht oder so Und natürlich ist es dann auch so, dass man grundlegende Sachen.
00:02:08: Sprecher 2 Zu.
00:02:08: Sprecher 1 Wut, zu Angst, zu Gefühlen usw auch dann in dem Zusammenhang besprechen kann. Und gleichzeitig ist es so, dass es doch dann auch ganz unterschiedliche Schwerpunkte gibt und dass Beziehung einfach so vielfältig ist und der Kontext immer so entscheidend ist und es dann doch ein wo ganz anders hin trägt und es sehr individuell ist. Also insofern habe ich sehr viel Freude an meiner Arbeit mit den Familien und ich freue mich aber auch sehr auf eure Fragen, denn selbst und deswegen sage ich, dass wenn die Fragen sich vielleicht zu ähneln scheinen, ist es doch immer wieder anders als man denkt.
00:02:45: Sprecher 1 Also schauen wir mal, was sich heute so auftut für uns. Ich habe eine lange und auch eindrückliche Mail von einer Mutter mit einer 4-jährigen Tochter bekommen, über die ich heute sprechen möchte. Ich lese die Frage gleich vor und wir schauen dann wie immer gemeinsam auf die Ebenen, die aus meiner Sicht berührt werden. Vorher aber noch der Hinweis, dass wenn du mir auch eine Frage schicken möchtest, egal worum es geht, auch wenn du denkst, habe ich schon 100 mal besprochen, trau dich.
00:03:12: Sprecher 1 Du darfst die Situation kurz zusammenfassen, beschreiben und dann deine Frage formulieren und per Mail an mich an Podcastminus, sprechstunde etc.. Katja Saalfrank Punkte schicken. Ich freue mich.
00:03:24: Sprecher 2 Drauf.
00:03:26: Sprecher 1 Und jetzt zur Frage Cora schreibt.
00:03:33: Sprecher 1 Liebe Katja, vielen Dank für Deine wertvollen Impulse im Podcast, die mir in jeder Folge ganz viele neue Eindrücke und Ideen, Tipps und Perspektiven für den Alltag als Mama geben. Freue ich mich. Danke! Nun zu meiner Frage. Ich habe eine 4-jährige Tochter und bin seit zwei Jahren alleinerziehend mit ihr. Ihr Papa wohnt 15 Minuten mit dem Auto von uns entfernt und kommt immer samstags nach unserer Mittagsruhe zu uns nach Hause, um sie für drei Stunden abzuholen.
00:03:59: Sprecher 1 Wir haben diese Vereinbarung nach unserem Auszug vor zwei Jahren zusammen beschlossen. Nele lehnt jedoch den Umgang mit ihm öfters ab, als sie ihn annimmt. Die beiden haben von Anfang an seit der Geburt keine enge Bindung und er hat sich die ersten zwei Lebensjahre kaum bis gar nicht um sie gekümmert. Er war nie mit ihr alleine unterwegs und wollte auch nicht als Familie zusammen etwas unternehmen.
00:04:20: Sprecher 1 Alles war langweilig und anstrengend und gemeinsame Aktivitäten als Familie.
00:04:24: Sprecher 2 Wurden.
00:04:25: Sprecher 1 Von ihm fast immer abgelehnt. Deswegen war ich von Anfang an 24 sieben mit Nele zusammen und immer an ihrer Seite. Wir haben eine ganz tolle Bindung zueinander und sie bereichert mein Leben Tag für Tag. Nun steht sie eben ihrem Papa gegenüber. Nicht sehr positiv gestimmt. Von zehn mal geht sie maximal zwei Mal mit. Die letzten viereinhalb Monate wollte sie gar nicht hin.
00:04:47: Sprecher 1 Was ich dann auch akzeptiere und sie nicht zwinge. Er auch nicht. Sie darf gehen, wenn sie möchte. Sie muss aber nicht. Er macht jetzt aber alle paar Wochen Druck, dass er sie gerne zwei Tage in der Woche sehen möchte, da er der Meinung ist, sie gewöhnt sich sonst nicht an ihn, wenn er nur einmal die Woche kommt. Er hat mir ein Schreiben vom Anwalt zukommen lassen, in dem er fordert, dass zwei Übernachtungen von Freitag bis Sonntag stattfinden sollen und er sie nur noch vom Kindergarten abholt und nicht mehr von zu Hause.
00:05:15: Sprecher 1 Auch das soll seinem Willen nach zweimal in der Woche sein. Plus eben die zwei Übernachtungen alle 14 Tage. Ich war geschockt, als ich das gelesen habe, denn als er sie das letzte Mal gefragt hat, ob sie bei ihm übernachten will, hat sie mit Panik und Weinen reagiert und ist daraufhin viereinhalb Monate nicht mehr zu ihm gegangen. Aus Angst, sie kommt abends nicht mehr nach Hause.
00:05:36: Sprecher 1 Ich weiß zu 100 %, dass Nele diese Form von Umgang total überfordern würde. Sie hat keine stabile, gute, innige Bindung zu ihm. Ich plädiere eher dafür, die Stunden samstags schrittweise zu erhöhen, um das bestehende Modell sozusagen langsam zu stabilisieren. Sie hat noch nie woanders geschlafen und war immer nur mit mir zusammen. Er denkt jedoch, ich möchte sie ihm verweigern.
00:05:58: Sprecher 1 Er versteht das alles nicht und wirft mir vor, ich würde das mit Absicht nicht erhöhen, weil ich nicht möchte, dass sie eine Bindung zu ihm aufbaut. Ich versuche ihm immer wieder ruhig zu erklären, dass sie den Kontakt ablehnt.
00:06:10: Sprecher 2 Und.
00:06:10: Sprecher 1 Nicht ich ihm sein Kind verweigere, egal ob sie mit ihm mitgeht oder nicht. Ich komme immer mit runter vors Haus, wo er sie dann abholen kann. Ich spreche und wirke positiv auf sie ein, was den Kontakt zu ihm angeht, aber sie ist einfach ein hochsensibles Kind und ich weiß das dann alles in reinster Angst und Panik bei Nele endet und es noch mehr in eine Ablehnung reingehen wird.
00:06:33: Sprecher 1 Er macht aber weiterhin Druck und will die anwaltliche Forderung im Gericht durchsetzen lassen. Ich bin sehr verzweifelt und habe Angst, dass ein Urteil gefällt wird, das auf keinem Fall auf dem Wohl von Nele aus aktuellem Stand heraus entsprechen würde. Wie kann ich einen guten Weg finden, um meine Tochter nicht zu etwas zu zwingen, was ich für sie aktuell als Überforderung sehe und für sie Angst auslösen würde?
00:06:57: Sprecher 1 Wie kann ich mich selbst von diesem Druck innerlich etwas abgrenzen und ihm vermitteln, dass ich nicht gegen ihn bin, sondern für Nele? Und wie kann ich ihrem Bedürfnis entsprechen, was die Anzahl der Papa Tage betrifft und nicht seinem? Und wie kann ich nach Ihrem Bedürfnis schauen und nicht nach seinem? Vielen Dank für deine Antwort und Impulse schon mal vorab.
00:07:15: Sprecher 2 Liebe Grüße, Cora.
00:07:21: Sprecher 2 Puh.
00:07:22: Sprecher 1 Also erst mal war das jetzt eine sehr lange Mail. Vielen, vielen Dank erstmal. Liebe Cora für deine Mail und für deine Beschreibung und auch für deinen Mut, dich mit deinen Gedanken und Fragen und auch Ambivalenzen hier zu zeigen. Es geht hier erstmal also um ganz oben anzufangen, sozusagen von ganz oben. Um eine Situation, die viele Eltern kennen, die getrennt leben und die sich besonders zuspitzt.
00:07:52: Sprecher 1 Gerade wenn es dann um Umgang geht. Also Umgang im Sinne von ich möchte Zeit verbringen mit meinem Kind als Elternteil. Und dann ist immer die Frage, wie können wir uns da einigen? Und auf der rechtlichen Ebene ist es so, dass es natürlich eine Rechtsprechung gibt auf emotionaler Ebene. Es ist aber dann so, dass es oft dem nicht entspricht.
00:08:15: Sprecher 1 Also das heißt, es entsteht immer, wenn Forderungen kommen, wenn, wenn der eine unzufrieden ist mit dem Umgang, wenn man sich nicht einigen kann, dann entsteht immer ein wahnsinniger Druck. Denn die Forderungen, die verhärteten Positionen, die Anwaltsschreiben und dann eben auch das Bild oder das, was im Raum steht. Dann eine gerichtliche Entscheidung. Ja, macht einfach Druck, weil man das Gefühl hat, man kann es eben dann nicht mehr selbst wirksam, nicht mehr selbst entscheiden.
00:08:41: Sprecher 1 Und eben das will ich noch mal deutlich sagen Es entsteht dann eben auch oft eine Diskrepanz zwischen dem, was für das Kind oder für die Kinder emotional sinnvoll erscheint in dem Kontext, in der Situation und dem, was eben Gerichte auch auf juristischer Ebene entscheiden können. Das ist ja auch so ein bisschen dein Konflikt, Cora Und deshalb sollte natürlich eine gerichtliche Einigung immer das allerletzte Mittel sein.
00:09:08: Sprecher 1 Auch hier noch mal das, was ich eingangs auch schon mal gesagt habe Die Themen, über die wir sprechen, sind ja immer individuell zu berücksichtigen oder zu sich anzugucken.
00:09:19: Sprecher 2 Und.
00:09:19: Sprecher 1 Auch eben das Thema Trennung mit Kind ist immer individuell zu betrachten. Ich habe so viele verschiedene Konstellationen in meiner Arbeit erlebt und keine Trennung ist so wie die andere. Also man kann wirklich schon ein paar Aspekte aufzählen, die zum Kontext mit dazugehören und dann wird man merken, ja, wie unterschiedlich gelagert das ist und wie unterschiedlich dann eben auch Umgänge sein können.
00:09:46: Sprecher 1 Also es geht um die Konstellation Was ist es für eine Konstellation, welche Situation ist jetzt aktuell, Aus welcher Situation kommt die Familie, Das Alter der Kinder, die Konstellation des Geschwistersystems, die Genese der gesamten Familie, die Biografie der einzelnen Personen, also der Kinder und aber auch der der Eltern, das bisher gelebte Familienleben. Was hat zur Trennung geführt? Also Trennungsgründe, Trennungsgeschichte?
00:10:15: Sprecher 1 Wie waren die Abläufe, wie war die Kommunikation? Ja, der individuelle Umgang mit allem, also auch die Persönlichkeit der Eltern spielt eine Rolle. Und eben auch und darum geht es ja dann auch oft die Fähigkeit, Konflikte.
00:10:30: Sprecher 2 Lösen.
00:10:30: Sprecher 1 Zu können miteinander, weil die Elternschaft bleibt. Ja, und dann, ja, finde ich immer ganz wichtig, genau hinzuschauen. Und ich kann das jetzt hier Cora tatsächlich ja nur aus der Entfernung tun. Das ist mir noch mal wichtig, das zu sagen. Und wir haben jetzt hier deine Perspektive, die du aus deiner Wahrnehmung beschrieben hast und zum Beispiel das du beschreibst, dass es kein Interesse gab.
00:10:55: Sprecher 1 Das kann ich jetzt, das hör ich jetzt, ist deine Wahrnehmung. Nur wenn wir uns jetzt gegenübersitzen würden oder vielleicht auch dein Expartner mit in der Beratung wäre, dann würden wir vielleicht auch seine Sicht noch mal hören. Und deswegen Ich kann jetzt erst mal nur deine Sicht der Dinge aufnehmen und damit auch erst mal arbeiten. Grundsätzlich noch mal möchte ich einfach sagen, dass Trennung immer, immer, immer eine große Herausforderung für alle Beteiligten ist.
00:11:21: Sprecher 1 Mit Kindern natürlich noch mal extremer, weil man ja im Grunde weiter verbunden ist. Ja, und wenn man sich aber trennt, dann ja vor allen Dingen, weil man eben nicht mehr verbunden sein möchte, weil man keine Nähe mehr haben möchte und auch eigentlich keinen Kontakt mehr haben will zu dem Expartner und über die gemeinsamen Kinder. Und ja, und über die gemeinsame Elternschaft ist man ja weiter als Elternteil verantwortlich und ist eine völlige Distanz oft gar nicht möglich.
00:11:52: Sprecher 1 Ja, das heißt, es geht im Grunde darum, ja die Nähe zu den Kindern zu gestalten, die Verantwortung für die Kinder zu übernehmen und das im Grunde in einer angemessenen Distanz zum jeweiligen Partner und auch in einer sag noch mal angemessenen Kommunikation, elterlichen Kommunikation, die ja auch mit Nähe und Distanz zu tun hat. Also wie gut können wir noch miteinander sprechen, wie gut können wir gemeinsam auf eine Situation gucken?
00:12:21: Sprecher 1 Also das ist gar nicht so einfach und es ist eine große Regulationsleistung aller beteiligter Erwachsenen, also den den Eltern. In dem.
00:12:30: Sprecher 2 Fall.
00:12:32: Sprecher 1 Große Regulationsleistung deshalb, weil es um eigene Gefühle geht. Ja, es geht um Schmerz, es geht um Trauer. Es geht um Angst, manchmal auch um Scham, um Enttäuschung, um das Loslassen von der Vorstellung, die man hatte, von sich und dem Partner, der Familie. Das Loslassen von Erwartungen, von Visionen, von Familie. Also das sind schon Gefühle. Jeder, der schon mal eine Trennung in dieser Form hinter sich hat, überhaupt eine Trennung hinter sich hat, weiß, wie sich das anfühlt, wenn eben die Trennung auch von Traurigkeit und von Schmerz begleitet ist.
00:13:09: Sprecher 1 Und wenn dann noch Familie mit dranhängt, dann hat das oft noch mal eine größere oder eine weitere Dimension. Dann geht es um eigene Verletzungen, die zu regulieren und zu sortieren und aus der Elternschaft im Grunde auch rauszunehmen. Impulse zum Mitnehmen. Wenn du gerade in einer Trennung bist und ihr Kinder habt Trennung ist nicht nur eine Entscheidung, Trennung ist auch und vor allem ein Prozess und der ist so individuell wie eure Geschichte.
00:13:38: Sprecher 1 Wenn du merkst, dass du innerlich dauernd aktiviert bist, dass starke Gefühle kommen und ihr euch fest fahrt, dass Gespräche kippen oder sich alles verhärtet. Warte nicht zu lange. Du darfst dir Begleitung holen. Trennungsbegleitung gerne bindungsund beziehungsorientiert, zum Beispiel auf Kinder besser verstehen. Punkt. Nett. Nicht, weil du es nicht alleine hin bekommst, sondern weil es wirklich viel ist. Manchmal braucht es jemanden, der unterstützt und die Ebenen trennt.
00:14:05: Sprecher 1 Paarschmerz und eigene Verstrickungen hier, Elternschaft dort. Und wenn ihr nicht zusammengehen könnt oder wollt, sucht du dir Begleitung, bleibt nicht alleine. Schon ein Gespräch kann wieder mehr Raum schaffen und einen nächsten konstruktiven Schritt für Beziehung ermöglichen.
00:14:25: Sprecher 1 Ja, also große Selbstregulationsleistung auch deshalb.
00:14:30: Sprecher 2 Weil.
00:14:31: Sprecher 1 Sich häufig in diesen Abschied vom Paarsein auch eigene Verletzungen aus der Zeit reinmischen können, die eben dann besonders zu regulieren sind und auch so was wie ein Sortieren brauchen. Wo gehört das hin, Wo gehört da meine Kränkung hin, wo meine Verletzung, wo mein Schmerz, damit eben genau der Schmerz über diese Verletzungen.
00:14:50: Sprecher 2 Die ja auf der.
00:14:51: Sprecher 1 Paarebene in einem anderen Bereich entstanden sind, nicht oder möglichst nicht in die Kommunikation auf der Elternebene.
00:14:58: Sprecher 2 Mit.
00:14:59: Sprecher 1 Fließen, dort mitschwingen und dann eben auch die wichtigen aktuellen Prozesse, die die Kinder eben betreffen und die man jetzt gemeinsam auch zu entscheiden hat, dann unnötig erschweren. Also da immer wieder zu sortieren. Es ist vielleicht auch ein erster Impuls für dich, Cora, dass du noch mal so schaust für dich noch mal so reflektierst. Wo waren eigentlich die größten Verletzungen, wo die größten Kränkungen zwischen euch beiden?
00:15:23: Sprecher 1 Und da mal so ein bisschen schaust, ob es da vielleicht auch etwas Unbewusstes gibt, was du dir jetzt bewusst machen kannst, was bei dir vielleicht an Verletzungen da ist, ohne dass jetzt sofort die Idee ist, dass das vielleicht mitschwingt, sondern einfach erst mal nur diese diese Aspekte ins Bewusstsein zu holen. Ja, denn Trennung geschieht ja häufig, weil Konflikte nicht mehr lösbar erscheinen und ein gemeinsamer Weg sich auch nach einem Ende anfühlt.
00:15:51: Sprecher 1 Und mit gemeinsamen Kindern geht es ja aber dann oft darum, auch ja Konflikte gemeinsam anzuschauen. Also alles, was die Kinder betrifft, nicht nur die Konflikte, die wir auf der Elternebene haben, sondern die Kinder haben ja auch Konflikte und die dann eben auch unter Umständen jeder für sich, aber auch mit dem anderen Elternteil im Sinne der Kinder zu lösen.
00:16:10: Sprecher 1 Das ist wirklich eine große Herausforderung und selbst wirklich eine Reflexionsleistung der betroffenen Personen voraus. Nicht einfach eben. Wie gesagt, weil man eben selbst auch mit starken Gefühlen beschäftigt ist. Ja, also im Grunde braucht es nach einer Trennung oft so was wie ein ganz neu definierten Raum für die Kinder. Ich habe da immer so dieses Bild von so einem Sohn, so eine Art Schirm, den Eltern über diesen Kindern aufspannen, so um die eigenen Energien, Verletzungen, Sorgen, Gefühle nicht in den Raum der Elternschaft und des Kindes hereinströmen zu lassen und über diesen Schirm irgendwie so ein Stück schützen und weghalten und unter dem Schirm vor allem eine möglichst liebevolle, zugewandte Elternschaft im Sinne des Kindes zu gestalten
00:16:58: Sprecher 1 und das möglich zu machen. Und dazu kommt ja auch noch, dass es eben für die Kinder.
00:17:03: Sprecher 2 Auch eine.
00:17:04: Sprecher 1 Emotionale Herausforderung ist. Also wenn wir über Trennung sprechen der Eltern, dann ist es ja so, dass für die Kinder ihre.
00:17:12: Sprecher 2 Welt.
00:17:13: Sprecher 1 Ja natürlich auch aus einem räumlichen Ort besteht. Aber der emotionale Ort ist ja doch.
00:17:18: Sprecher 2 Ein.
00:17:19: Sprecher 1 Eine Welt für die Kinder. Ja, Mama und Papa. Und diese Welt geht auseinander, die teilt sich und bricht vielleicht auch ein Stück auseinander. Auf jeden Fall teilt sie sich und im besten Falle wird die Welt ein Stück weiter, also mit einem emotionalen und tatsächlichen Raum für Kinder und eben einem einem Ort sozusagen, der an zwei.
00:17:43: Sprecher 2 Orten.
00:17:43: Sprecher 1 Stattfindet, also einem emotionalen Ort, der an zwei Orten stattfindet. Das hängt natürlich immer davon ab, wie man das gestalten kann. Das hängt auch wieder von räumlichen Möglichkeiten ab. Das hängt auch von finanziellen Möglichkeiten ab.
00:17:56: Sprecher 2 Wo.
00:17:57: Sprecher 1 Findet man sozusagen einen weiteren Raum, wie dividiert man sich auseinander und so? Also ihr merkt, das hängt von vielen Faktoren ab und ist sehr individuell.
00:18:07: Sprecher 2 Was auch.
00:18:08: Sprecher 1 Aber immer wieder etwas ist, womit wir zu tun haben, wenn wir uns trennen und Familie mit dabei ist, dann ist es natürlich so, dass die Kinder, wenn die Eltern in Trennung sind und leben, auch eigene.
00:18:21: Sprecher 2 Gefühle haben.
00:18:22: Sprecher 1 Von Schmerz, von Trauer, von Angst. Und sie leben sozusagen auch noch in diesem Loyalitätskonflikt. Also sie haben eine Loyalität zu beiden Eltern und nehmen auch noch in der Resonanz natürlich zu den jeweiligen Elternteilen, deren bewusste und auch unbewusste Gefühle wahr. Also das ist wirklich ein ein Konglomerat aus ganz vielen verschiedenen Resonanzen Schwingungen, bewusste und unbewusste.
00:18:48: Sprecher 2 Gefühle.
00:18:49: Sprecher 1 Erwartungen, ja und und Wahrnehmungen. Die die Kinder da haben. Und das ist auch etwas, was man sich immer mal wieder angucken kann und wo es auch wichtig ist, einen.
00:18:58: Sprecher 2 Raum dafür.
00:19:00: Sprecher 1 Zu.
00:19:00: Sprecher 2 Geben.
00:19:01: Sprecher 1 Ja, und im Grunde geht es letztlich auch um eine neu definierte Elternschaft, also einen Abschied vom Liebespaar hin zu einer reinen Elternschaft, die man miteinander lebt. Und ich sage es noch mal, weil ich einfach da immer wieder das auch in der Praxis merke. Es ist nicht einfach und es ist eine Herausforderung. Und es gibt da auch Wellenbewegungen und manche Paare kriegen das ganz okay hin.
00:19:25: Sprecher 1 Und dann gibt es auch mal wieder schwierige Zeiten und manche haben große Schwierigkeiten. Und natürlich sind Trennungen häufig schwierig, wenn eben Verstrickungen und ungute Muster auch innerhalb der Beziehung schon eine größere Rolle gespielt haben oder auch immer noch spielen. Also wenn Kämpfe stattgefunden haben, wenn emotionale Mangelgefühle eine Rolle gespielt haben, wenn der Selbstwert als Vater, als Mutter oder auch als Frau, als Mann irgendwie berührt.
00:19:53: Sprecher 2 Wurden.
00:19:54: Sprecher 1 Und werden. Und dann gehen eben diese Muster häufig weiter und wirken weiter, nur eben dann auf dem Feld der Elternschaft, in in einer Paardynamik dann. Und es ist eben gar nicht so einfach, sich selbst aus diesen Mustern zu befreien, sich zu entwickeln im wahrsten Sinne des Wortes, da herauszuwickeln aus den Verstrickungen und Reif. Und ich sage das jetzt mal so reif und erwachsen und bedacht und besonnen und reguliert im Sinne des Kindes zu agieren und zu reagieren.
00:20:26: Sprecher 1 Also das wünschen wir uns irgendwie alle und ich glaube, ihr wisst auch, was ich meine. Und trotzdem ist es ja so, dass wenn wir aktiviert sind, wenn eigene Verletzungen stark sind, dass es dann eben gar nicht so einfach ist, wie ein Erwachsener reflektiert und reif zu handeln. Und ihr merkt, das ist unheimlich komplex und viele Faktoren spielen eine Rolle.
00:20:48: Sprecher 1 Und hier ist vielleicht noch ein allgemeiner Hinweis auch, wie wichtig es ist, auch da immer wieder zu entschleunigen, nicht sofort zu reagieren und auch zu gucken, wie kann ich den Kontakt gestalten, so dass ich immer wieder auch die Möglichkeit habe, zu entschleunigen. Impulse zum Mitnehmen. Wenn du getrennt bist und ihr Kinder habt, dann kann dieser Gedanke vielleicht hilfreich sein.
00:21:10: Sprecher 1 Nicht jedes Thema gehört in ein Gespräch zwischen Tür und Angel. Gerade bei Übergaben herrscht oft innerliche Anspannung, ein Blick, ein Tonfall, ein Halbsatz und schon kippt das Nervensystem aus. Kurz klären wird dann Streit, oft noch vor den Kindern. Und Kinder tragen diese Spannung sofort mit. Deshalb lohnt sich die Frage Welcher Kommunikationsweg passt zu uns und zu welchem Thema?
00:21:34: Sprecher 1 Manches braucht ein Gespräch, dann zu einer Zeit und an einem Ort, an dem ihr beide reguliert seid. Manches darf vielleicht schriftlich laufen, weil das entschleunigt und wichtig ist. Eine Form von Selbstdisziplin, um Tempo rauszunehmen, darüber schlafen, sortieren, dann antworten miteinander Texten im Chat kann sinnvoll sein und gleichzeitig macht die Form den Unterschied. Kein unreguliertes Hin und Her aus Halbsätzen, dass noch mehr Öl ins Feuer gießt, sondern Begrüßung, ganze Sätze, ein klarer, wertschätzender Ton.
00:22:06: Sprecher 1 Verabschiedung Per Mail ist die Briefform oft noch leichter. Man könnte sagen, eine gute Form in der Kommunikation ist auch wie ein emotionales Geländer. Und das hilft nicht so schnell aus der Form zu fallen.
00:22:23: Sprecher 1 Cora Wenn wir jetzt konkret auf deine Situation gucken, was ich erst mal verstehe es. Es geht um Trennung von vor zwei Jahren. Deine Tochter Nele ist jetzt vier. Der Kontakt findet bislang einmal pro Woche für wenige Stunden statt. Und ihr habt das gemeinsam vereinbart? Ja, das habe ich erst mal gehört. Das ist ja erst mal auch ein wichtiger Punkt, dass es.
00:22:44: Sprecher 1 Dass ihr das zusammen vereinbart habt und deine Tochter, das beschreibst du jetzt, lehnt aber diesen Kontakt häufig ab. Und jetzt gibt es gleichzeitig den Wunsch des Vaters nach deutlich mehr Umgang inklusive einer Übernachtung oder mehreren Übernachtungen und es steht eine juristische Auseinandersetzung im Raum und du beschreibst deine Sorge, dass deine Tochter dadurch überfordert wird.
00:23:06: Sprecher 2 Und suchst.
00:23:06: Sprecher 1 Nach einem Weg, Wenn ich dich richtig verstehe, Deine Tochter nicht zu drängen, das Beste für sie zu tun, Das wird ganz deutlich. Und trotzdem eben nicht in einen Kampf zu geraten, schon gar nicht in einer juristischen. Und das kann ich gut nachvollziehen. Und ich habe eben schon so ein bisschen bei der Zusammenfassung so für mich, um das noch mal gut zu verstehen.
00:23:28: Sprecher 1 Und weil die Mail auch so lang war, schon zusammengefasst, dass ihr das gemeinsam ja beschlossen habt. Ja, also ihr habt diese Vereinbarung zusammen beschlossen und zum einen war es da offensichtlich ja.
00:23:39: Sprecher 2 Auch mal gut.
00:23:40: Sprecher 1 Verhandelbar. Ja, vielleicht kannst du da auch noch mal schauen, was war da denn eigentlich anders, als es heute ist? Und vielleicht ist ein Teil der Antwort, dass ihr das experimentiert habt und ich kenne jetzt eure Geschichte nicht genau. Wie das dann auch war. Du hast ja beschrieben, dass ihr beide auch keinen Druck gemacht habt. Das heißt, auch da gab es ja offensichtlich ein Verständnis.
00:24:04: Sprecher 1 Sie durfte gehen, Sie musste nicht gehen. So hast du es beschrieben. Ja, und das war eine Vereinbarung, die ihr beide hattet. Und jetzt ist es vielleicht so, dass dein Expartner sozusagen aus diesem Gefühl, das eben Nele eigentlich den Umgang öfter ablehnt, als sie ihn annimmt, noch mal den Wunsch, irgendwie etwas zu finden, was vielleicht nicht zwischen euch beiden vereinbart ist, sondern einen äußeren Rahmen zu finden, den ihr dann irgendwie ausfüllen müsst.
00:24:33: Sprecher 1 Das könnte vielleicht sein, dass das passiert ist, aber ich weiß nicht genau, was dazu geführt hat. Das kannst du für dich noch mal gucken. Was war in eurem Kontakt vor zwei Jahren anders? Wie habt ihr gemeinsam auf Nele geschaut? Und da kannst du für dich noch mal so ein bisschen Klarheit gewinnen. Dann höre ich das du oder ich lese das, dass du schreibst, dass sie keine enge Bindung.
00:24:55: Sprecher 2 Haben.
00:24:56: Sprecher 1 Und dass er sich gar nicht gekümmert hat und dass er nie alleine war mit ihr unterwegs und auch mit Familie nichts unternehmen wollte usw. Da höre ich auch so ein bisschen Frust irgendwie bei dir raus. Also ich sag dir nur, was bei mir ankommt. Ich will das jetzt auch gar nicht bewerten, es ist für mich erst mal auch nachvollziehbar.
00:25:13: Sprecher 1 Und letztlich geht es ja auch nicht um eine Enge, sondern erst mal um eine Form von Bindung, die es möglich macht, dass Beruhigung stattfindet, dass Trösten stattfinden kann, dass Gefühle reguliert werden und dass sozusagen eine Möglichkeit besteht, dass sich das Kind sicher fühlt. Und es ist ihr Vater. Also ich komm noch zu allem, du jetzt sozusagen innerlich aktiviert wirst.
00:25:36: Sprecher 1 Ich will es nur versuchen, ein bisschen auf die, auf die, wie soll ich sagen, auf die Betrachtungsebene erstmal zu nehmen. Weil es natürlich, weil ihm der Kontakt natürlich auch zusteht und weil mein Ziel es eigentlich noch mal Impulse zu finden, um die gerichtliche Auseinandersetzung.
00:25:54: Sprecher 2 Zu.
00:25:54: Sprecher 1 Verhindern. Das ist ja auch etwas, was du, glaube ich, auch mit deiner Frage gerne auch erreichen möchtest. Ja, und wenn du sagst, er war nie alleine, alles war langweilig, alles war anstrengend. Gemeinsame Aktivitäten usw wurden immer abgelehnt. Ja, dann höre ich, dass ich das aus deiner Sicht nicht leicht anfühlt. Also wenn man eine gemeinsame Vorstellung vom Elternsein hatte und irgendwie auch sich gemeinsam kümmern wollte.
00:26:20: Sprecher 1 Und ich will nur einen Gedanken reingeben, dass ich das gar nicht so selten auch in meiner Praxis erlebe. Auch bei Eltern, die gemeinsam zusammen sind und Familie gründen und leben. Dass eben die Väter bzw auch Elternpaare das gemeinsam berichten. Dass es gar nicht so einfach ist, jeweils in die Rolle reinzuwachsen, also in die Mutterrolle und auch in die Rolle des Vaters.
00:26:43: Sprecher 1 Dass es oft nicht so leicht ist, weil man stellt sich das so schön vor und dann ist alles anders. Und da ist vielleicht bei dir so was wie eine Enttäuschung aus dieser Zeit. Noch Fragezeichen? Ja, vielleicht hast du es dir anders vorgestellt. Und ausgerechnet jetzt will er mehr Umgang, obwohl er die ganze Zeit sich ja nie gekümmert hat und alles langweilig war.
00:27:03: Sprecher 1 Ja, und er kommt jetzt sozusagen in dieser schwierigen Situation mit Ansprüchen in Anführungszeichen ja und will noch mehr Kontakt und will jetzt Zeit mit Nele verbringen, die er eben früher nicht in Anspruch genommen hat. Also so was könnte bei dir mitschwingen, das höre ich so und dann entsteht da ja auch ein Ärger und vielleicht auch ein Schmerz. Also kann kannst ja mal so ein bisschen da bei dir reinfühlen.
00:27:28: Sprecher 1 Und manchmal ist es eben auch so, das ja, dass es gar nicht so einfach ist, auch für Väter, weil du beschreibst ja auch jetzt hier zum Beispiel 24 sieben, also deswegen warst du 24 sieben mit Nele zusammen. Ja, also das höre ich auch immer mal wieder. Was übrigens auch gar nicht so einfach ist. 24 sieben mit einem Baby mit einem Kleinkind zusammen zu sein.
00:27:50: Sprecher 1 Du hast es sehr genossen. Ja, und auch da noch mal, das würde dein Partner vielleicht oder ein Ex Partner sagen. Wenn wir zusammen in einem Raum.
00:27:58: Sprecher 2 Sitzen würden.
00:27:59: Sprecher 1 Oder wenn er mit mir alleine spricht. Also ist das so wie du es wahrnimmst? Oder gab es vielleicht doch Versuche auch etwas zu unternehmen? Vielleicht jetzt nicht draußen, aber auch irgendwie die Rolle als Vater auszufüllen und zu ergreifen? Und hatte er vielleicht auch da gar nicht so, ich sag das jetzt mal so gut Karten zwischen euch zu kommen.
00:28:19: Sprecher 1 Und dann ist es nämlich so er hat das Gefühl gehabt, nicht zwischen euch zu kommen. Du hast dich alleine gelassen gefühlt und dann sind es schon ganz. Also dann sind es zwei Wahrheiten und da gibt es dann unter Umständen auch keine Auflösung für, sondern das steht dann so nebeneinander. Und daraus resultieren aber dann eben auch Gefühle, die vielleicht heute noch mit rein wirken.
00:28:40: Sprecher 1 Ja, also ich verstehe das einfach hier als Gedanke mal so hin und du kannst überlegen, ob du damit was machst oder ob du es einfach liegen lässt, weil es ist natürlich aus der Entfernung nicht wirklich möglich, damit zu arbeiten. Aber vielleicht hilft es dir ja noch mal so für dich das zu reflektieren. Wo eben da auch vielleicht alte Kränkung.
00:28:58: Sprecher 1 Ich habe es ja vorhin schon mal gesagt, auch bei dir, bei euch entstanden sein könnten. Ja, weil du kennst deine eure Geschichte am besten. Jetzt beschreibst du, dass sie, also Nele, eben ihrem Papa gegenüber gar nicht positiv gestimmt ist. Und jetzt höre ich er hat sie da nicht gezwungen. Ihr habt beide eine Haltung eingenommen, Sie darf gehen, sie muss aber nicht.
00:29:19: Sprecher 1 Wie habt ihr das hinbekommen? Weil auch da wird ja schon Frustration bei ihm da gewesen sein und vielleicht ja bei dir auch, weil du gesehen hast, sie ist aktiviert, Also spür doch da noch mal nach. Was war denn da anders, dass da jetzt so ein Druck reinkommt, den er eben macht, mit Anwalt und mit zwei Übernachtungen.
00:29:38: Sprecher 2 Und.
00:29:38: Sprecher 1 Usw. Da scheint also irgendetwas passiert zu sein von sie darf und muss nicht da hin zu einem Jetzt reicht's. Ich will den Umgang erzwingen, er steht mir zu. Ich setze das gerichtlich durch. Ja, gegen alles was wir bisher gelebt haben. Ja, im.
00:29:54: Sprecher 2 Grunde.
00:29:55: Sprecher 1 Also es entsteht irgendwie so was wie ein Kampffeld zwischen euch und er hat das Gefühl, das beschreibst du auch und wahrscheinlich ist das eben auch der Grund, weshalb er in den Kampf geht, ohne dass du gegen ihn arbeitest. Er sagt es ja auch.
00:30:09: Sprecher 2 Und.
00:30:10: Sprecher 1 Ich kann deine Gedanken total nachvollziehen. Ja, dass du sagst, es ist irgendwie zu viel, zu schnell, zu nah und das ist überfordernd und.
00:30:19: Sprecher 2 Irgendwie.
00:30:19: Sprecher 1 Brauchen wir da eine andere Lösung.
00:30:21: Sprecher 2 Und da.
00:30:24: Sprecher 1 Ist es vielleicht noch mal gut, wenn du für dich auch noch mal.
00:30:28: Sprecher 2 Guckst.
00:30:29: Sprecher 1 Also welche Dinge kannst.
00:30:30: Sprecher 2 Du wirklich noch.
00:30:33: Sprecher 1 Mal auch als Stufen im.
00:30:35: Sprecher 2 Anbieten.
00:30:36: Sprecher 1 Weil er denkt ja, du möchtest Nele ihm verweigern? So kommt es bei ihm an und er agiert vermutlich aus einem Mangel und aus Angst heraus. Angst ist ja immer kein guter Ratgeber, wie wir so schön sagen. Und vielleicht kannst du noch mal für dich schauen, wie wirklich ein Plan sein kann.
00:30:57: Sprecher 2 Und wo.
00:30:58: Sprecher 1 Das genau gekippt ist. Und noch mal Da ansetzen. Also wo könnte dieses Missverständnis entstanden sein, dass er denkt, dass du sie ihm verweigern möchtest? Ja, es hört sich für mich aus der Entfernung so an, als habe dein Expartner durchaus auch Einfühlung gehabt, sage ich jetzt mal so. Wodurch könnte er aus diesem Perspektivwechsel zu Nele gekippt sein? Das finde.
00:31:20: Sprecher 2 Ich.
00:31:20: Sprecher 1 Irgendwie eine spannende Frage. Warum ist ihm das Verstehen und das Verständnis für Nele an der Stelle abhandengekommen? Macht er so große Schritte? Wodurch ist er hart geworden? Und ist seine Einfühlung.
00:31:34: Sprecher 2 Für.
00:31:34: Sprecher 1 Euch, für die Situation, für sein kleines Mädchen gewichen? Und eher diese Härte entstanden? Und als ich da jetzt so drüber nachgedacht habe und jetzt hier so in den Gedanken hänge und mir visualisiere, wie du mir gegenübersitzt und wie ihr alle irgendwie hier seid, ist mir noch mal aufgefallen, dass es eine Stelle gibt, in der du schreibst. Ich versuche immer wieder, ihm ruhig zu erklären, dass sie den Kontakt.
00:32:01: Sprecher 2 Ablehnt und.
00:32:02: Sprecher 1 Dass ich ihm sein Kind in keiner Weise verweigere. Ja, und eventuell könnte das ein Punkt sein, an dem du ansetzen kannst, weil du erklärst hier immer wieder und viel und gibt es ja auch Nele in dieser Interpretation eurer Situation schon auch ein Stück Verantwortung und sagt, sie lehnt den Kontakt ab. Ja, und das ist ja auch genau vermutlich seine Angst und dann sein auch sein Gefühl, dass er abgelehnt wird.
00:32:29: Sprecher 1 Und deshalb tut er das, was du hier schreibt, nämlich dass er auf die juristische Ebene geht und dort auf sein Recht pocht. Und das ist dann oft eben für Kinder sehr schwierig. Wie du es schon beschreibst. Du beschreibst ja da deine deine Gedanken sehr, sehr plastisch und es ist total nachvollziehbar. Impulse zum Mitnehmen. Kinder geraten bei Trennung fast immer in einen Loyalitätskonflikt.
00:32:53: Sprecher 1 Erst mal nicht, weil jemand ihnen den aktiv macht. Das gibt es auch zusätzlich, sondern sie leben damit, weil sie beide Eltern lieben und sie spüren, dass zwischen den Eltern etwas weh tut. Dann fühlt sich Nähe zu dem einen Elternteil innerlich schnell an, wie ein Verrat am anderen. Und viele Kinder lösen das eben nicht mit Worten, sondern mit Verhalten auf.
00:33:14: Sprecher 1 Der Eisberg spitze sie klammern, verweigern, werden unruhig und alles wird plötzlich schwierig. Es lohnt sich wirklich, genau hinzuschauen, weil es vor allem oft ein Versuch ist, aus der kindlichen Liebe heraus die Beziehung zu beiden Elternteilen für sich selbst zu retten.
00:33:35: Sprecher 1 Also was mein Gedanke ist, ist, ob ihr an dieser Stelle die Situation noch mal mehr bindungsund beziehungsorientiert interpretieren könntet. Denn eigentlich stimmt die Ablehnung ja in erster Linie nicht. Also natürlich ist das das, was auf der Eisberg.
00:33:49: Sprecher 2 Spitze.
00:33:50: Sprecher 1 Ist. Wenn man den Eisberg sozusagen auf diese Situation legt, dann ist eine Verweigerung da und die kommt als Ablehnung sozusagen bei deinem Expartner bei dem Vater an, aber eigentlich sucht Nele vor allem Sicherheit. Sie bleibt da, wo sie ist. Sie will nicht weg. Also nicht, weil sie den Papa ablehnt, sondern weil sie sich zu wenig sicher fühlt. Ja, und vielleicht kannst du auch an an der Stelle.
00:34:14: Sprecher 1 Ich weiß, das ist auch eine große Herausforderung, aber im Perspektivwechsel auch noch mal deinen.
00:34:19: Sprecher 2 Expartner.
00:34:20: Sprecher 1 Fühlen, wie sich das anfühlt.
00:34:23: Sprecher 2 Und wenn du ihr.
00:34:25: Sprecher 1 Bedürfnis also nach Sicherheit fühlbar machen möchtest, kannst du.
00:34:30: Sprecher 2 Sein.
00:34:30: Sprecher 1 Bedürfnis nach Verbindung eventuell noch mal anders anerkennen. Also noch mal mehr spüren und auch im Gegenüber Fragezeichen sage ich mal vorsichtig so formulieren. Also anzuerkennen, dass er jetzt Verbindung haben möchte. Er fühlt sich abgelehnt. Spätestens vermutlich, wenn du ihm erklärst, dass du nicht was verhindert, sondern seine Tochter. Weil dann setzt er an und sagt jetzt, da muss sie halt kommen, dann will ich sie zwingen.
00:34:55: Sprecher 1 Ja, und diese Ablehnung, das kennen wir ja alle, ist kein schönes Gefühl. Und dann gerät er in Mangel. Und um diesen auszugleichen, hat er jetzt so was wie eine Schutzstrategie entwickelt, nämlich, dass er sich rechtliche Hilfe holt. Und mein Gefühl ist, dass es natürlich sich anfühlt wie Ablehnung. Aber eigentlich ist es nicht das, was ich spüre. Eigentlich habe ich schon das Gefühl, sie wird doch zu Papa.
00:35:19: Sprecher 1 Ja, sie geht halt nicht jedes Mal, wenn ihr das vorgesehen habt. Aber ich habe das schon so verstanden, dass sie vor allen Dingen mehr Sicherheit braucht. Und das ist etwas, woran ihr jetzt gemeinsam, das ist eben die Frage arbeiten könntet. Also sie bräuchte mehr Sicherheit, mehr Zuversicht, um dort auch mehr Zeit zu verbringen und sich auch ihren eigenen Wunsch nach Verbindung zum Papa zu.
00:35:42: Sprecher 2 Erfüllen und sich.
00:35:43: Sprecher 1 Sozusagen aus der Erstarrung, aus der Verweigerung, mehr in Bewegung.
00:35:47: Sprecher 2 Auf Papa zuzubringen, sozusagen.
00:35:52: Sprecher 1 Also vielleicht wäre diese Perspektive, die etwas weniger über die Ablehnung zu ihm erzählt, sondern eher etwas darüber, wo ihr ansetzen könnt, nämlich an der Sicherheit für sie. Und dann seid ihr eventuell auch wieder mehr gemeinsam in einer Perspektive und habt ein Ziel, vielleicht doch eine Perspektive, die ihr zusammen einnehmen könnt. Das wäre dann eine Ausweitung des Lebensraumes für Nele.
00:36:17: Sprecher 1 Und der Weg muss vielleicht nicht juristisch sein, sondern kann ein gemeinsamer sein, in dem ihr gemeinsam wirklich konkret Stufen einbaut und vielleicht auch nicht nur den Samstag. Nur sage ich jetzt mal in Anführungsstrichen Wenn du sagst, du willst den Samstag erst mal stabilisieren, sondern auch wirklich zu gucken, wo wie viel Kontakt braucht dein Expartner, wie viel Möglichkeit auch zur Mitgestaltung, auch im Kontakt zu Nele mit dir gemeinsam braucht er, damit er auch das Gefühl hat, er kommt mit drin vor.
00:36:48: Sprecher 1 Ja, also diesen Prozess, den du mit Nele machst, dass du sie eben so siehst in ihrer Bedürftigkeit, das wäre ja auch wichtig, dass er das sehen kann und dass ihr das Miteinander besprecht. Und vielleicht auch weiß ich nicht, ob ihr einen anderen Tag wählt oder ob ihr zwei Nachmittage wählt. Aber dass es sozusagen eine Bewegung gibt und dass er auch noch mal spürt, dass du wirklich auch, sage ich jetzt mal in Anführungsstrichen, nichts verhinderst, sondern dass du wirklich auf seiner Seite bist.
00:37:15: Sprecher 1 Weil im Augenblick spürt er dich, glaube ich, auf der Seite von Nele, was ja auch, sage ich jetzt mal, in Anführungsstrichen richtig ist. Und gleichzeitig fühlt er sich dadurch sehr allein. Und ihr seid ja Eltern und die ist ja der Kontakt zum Vater auch wichtig. Und da kannst du dich auch selbst noch mal so ein bisschen überprüfen. In Anführungsstrichen.
00:37:37: Sprecher 1 Also du kannst vielleicht auch noch mal gucken, was vielleicht auch dazu führt, dass Nele dann zurückhaltend ist oder besonders zurückhaltend ist. Ich sage jetzt mal auch noch mal dich ein bisschen reflektieren. Was ist mit deinen Vorbehalten, Herr? Werden die vielleicht unbewusst auch.
00:37:55: Sprecher 2 Spürbar.
00:37:57: Sprecher 1 Deine Kritik, die du am Vorgehen hast oder auch aus einer alten Zeit noch her? Also was ist mit deiner Unsicherheit? Du siehst deine Tochter und wirst unsicher oder bist du unsicher und deine Tochter wird noch unsicher? Zusätzlich Es ist ja auch eine Wechselwirkung. Also wie geht es dir, wenn du siehst, dass sie zum Vater geht? Jetzt kannst du dich freuen darüber.
00:38:19: Sprecher 1 Wie ist es mit deiner Zuversicht? Schafft sie das? Glaubst du da dran? Ja. Wie geht es dir, wenn sie mit der Nele mit ihrem Vater zusammen ist? Also spür da noch mal ganz liebevoll und präzise hin und schau mal, ob es da ja auch in dir noch mal einen einen Raum geben darf, der vielleicht auch noch mal eine Klarheit bekommt, der noch mal stabiler wird.
00:38:41: Sprecher 1 Weil wenn du selbst ambivalent bist oder auch in einem eigenen Schmerz, in der Unsicherheit und auch in Sorge kippt, ja dann vermischt sich das unter Umständen in der Resonanz zu ihr mit ihrem Gefühl. Und dann reagiert sie vielleicht eher auf dein Gefühl und weiß gar nicht mehr genau, was das ist jetzt meins. Was ist denn jetzt das, was von Mama ist?
00:39:02: Sprecher 1 Ja, das kann sie ja noch gar nicht sortieren. Und dann reagiert sie unter Umständen auf die Gesamtsituation und gar nicht sozusagen auf ihren Vater.
00:39:11: Sprecher 2 Ja, und.
00:39:12: Sprecher 1 Vielleicht kommt dann noch ein Loyalitätskonflikt dazu. Sie merkt, ihr seid euch irgendwie nicht einig. Also gerade.
00:39:18: Sprecher 2 Bei.
00:39:18: Sprecher 1 Den Übergängen ist es ja immer wieder gar nicht so einfach. Auch Abschied von dort und dann ankommen bei dem anderen. Also die Übergänge sind auch etwas, was immer wieder man sich ganz gut angucken muss. Da habt ihr ja auch noch Themen.
00:39:32: Sprecher 2 Und.
00:39:32: Sprecher 1 Da sind ja auch Planungen, die sind vielleicht dann der siebte Schritt vor dem ersten. Wir reden jetzt erst mal drüber. Wie kommt ihr eigentlich wieder ins Gespräch? Impulse zum Mitnehmen, Übergänge von einem Elternteil zum anderen, zum Beispiel im Wechselmodell sind oft sensible Brücken. Es macht Sinn, dass Eltern sich überlegen, wie konkret diese Übergänge möglichst kindgerecht für genau ihr Kind gestaltet werden können.
00:39:59: Sprecher 1 Von wo genau wohin genau? Und auch die emotionale Ebene zu berücksichtigen. Abschied von einem Elternteil und Ankommen beim anderen. Rituale können Kindern dabei helfen. Also kleine, wiederkehrende Schritte für diese Brücken und Momente. Ein Satz, eine Umarmung, ein bestimmter Ablauf, der immer wiederkehrt. Denn Übergänge gehen oft mit vielfältigen Gefühlen der Kinder einher. Zum Beispiel Trauer, weil Abschied und auch Freude, weil Ankommen.
00:40:28: Sprecher 1 Das im Blick zu behalten und behutsam im Sinne der Kinder gemeinsam auch jeder für sich zu gestalten, erscheint mir wesentlich.
00:40:40: Sprecher 1 Also es wäre gut, wenn du deinem Expartner noch mal klar signalisiert, dass du auf seiner Seite bist. Ja, das klingt jetzt vielleicht ein bisschen komisch, aber es geht darum, dass er spürt und dass du auch noch mal in dir guckst, wie kannst du wirklich diesen Kontakt befürworten, so dass es auch bei ihm ankommt und dass du mit ihm gemeinsam überlegen möchtest, dass ihr alles stufenweise so gestalten könnt?
00:41:08: Sprecher 1 Das Nele vielleicht. Wie gesagt, erst mal regelmäßig zwei Tage, vielleicht auch erst mal zwei Nachmittage. Bei ihm ist mit dem Ziel, dass das auch ausgeweitet wird, dass da dann auch Übernachtungen eingeplant werden. Mein Gefühl ist, dass es wichtig wäre für ihn, das zu hören, weil sonst hat er das Gefühl, er muss gegen dich kämpfen, weil seine Tochter ist diejenige, die den, die das ablehnt und du unterstützt sozusagen die Ablehnung.
00:41:34: Sprecher 1 Ja, das ist, glaube ich, das, was bei ihm ankommt. Und wenn es möglich ist, Dafür weiß ich jetzt natürlich zu wenig. Aber wenn es möglich ist, dass du da noch mal in einen weicheren Kontakt kommst mit dir selbst und dann auch noch mal in einen authentischen Kontakt zu ihm gehst und sagst Hey, ich bin. Wir sind auf der gleichen Seite.
00:41:54: Sprecher 1 Mir ist auch wichtig, dass sie bei dir ist. Mir ist wichtig, dass ihr Kontakt habt. Mir ist auch wichtig, dass ihr wirklich Zeit habt miteinander und dass ihr eure Beziehung miteinander gestalten könnt. Und ich verstehe das, dass das für dich nicht ganz einfach ist. Das kann ich wirklich sehr gut nachfühlen. Und gleichzeitig bin ich jetzt mal so der Kopf in dieser emotionalen Gemengelage und stelle fest, es war ihm vielleicht früher nicht so wichtig.
00:42:22: Sprecher 1 Ja, als ihr noch zusammen wart und heute wird es ihm wichtig und damit.
00:42:27: Sprecher 2 Musst.
00:42:27: Sprecher 1 Du irgendwie umgehen. Oder ist es notwendig umzugehen? Ja, und im Grunde ist es ja auch eine.
00:42:33: Sprecher 2 Gute.
00:42:34: Sprecher 1 Nachricht. Die Frage ist dann Könnt ihr es gemeinsam gestalten? Und kann er noch mal mehr in Ruhe kommen? Diese Stufen zu experimentieren, gemeinsam mit dir in einer, ja in einer Elternschaft, die sich eben auch auf einer Seite anfühlt und nicht, wo er das Gefühl hat ja, du arbeitest gegen ihn, weil du in Anführungsstrichen die Ablehnung von Nele immer wieder nach oben bringst und sagst Nicht ich mache das, sondern sie macht das.
00:42:59: Sprecher 1 Und dann ist das leider so ich kann es nicht ändern, sondern dass ihr euch mehr darauf fokussiert, wirklich gemeinsam zu gucken, was kann sie leisten Und dass du eben auch wirklich st, dass du für dich auch wirklich den Ort, sag ich jetzt mal, der Freude findest, dass sie ihren Vater hat. Ja, also wenn das gelingt, dann seid ihr wirklich einen großen Schritt weiter in eurer geteilten Elternschaft und ihr könnt vielleicht auch gemeinsam überlegen Ist jetzt nur eine Idee, ein Impuls?
00:43:26: Sprecher 1 Ja, wie ihr das wie ihr und was ihr mit Nele zusammen kommuniziert. Was, wann und vielleicht auch gemeinsam? Ich weiß es nicht, was dann möglich ist. Wahrscheinlich ist erst mal im ersten Schritt tatsächlich wesentlich, dass ihr in eine Regelmäßigkeit kommt. Weißt du, wie so eine Art ich sag das jetzt mal so, auch wenn es der Vater ist. Ja, wie so eine Art Kita Eingewöhnung, nur dass du natürlich nicht mit dabei bist.
00:43:53: Sprecher 1 Aber auch das könnte man ja überlegen. Also ich habe auch schon Eltern begleitet, die das so gemacht haben, weil es für das Kind einfacher war. Aber das muss natürlich, da müsst ihr euch eben auch dann wieder gut verstehen und da muss Vertrauen da sein. Das dann dein Expartner sich nicht sozusagen in seiner Grenze verletzt fühlt. Wenn du dann da in seiner Wohnung bist oder wenn ihr andere Wege findet.
00:44:14: Sprecher 1 Also diesen Raum für Freude zu finden, dass er sich kümmert und dass er sich verbinden will, gerne Freude, dass sie ihren Vater sehen kann. Zuversicht, dass sie das schaffen kann. Ja, gemeinsam mit euch zusammen und vielleicht auch noch mal so ein ja, quasi ein Gefühl von einer Erlaubnis für Nele deinerseits, dass sie auch gehen darf und kann, ohne Sorge, dass es etwas mit dir macht, sondern dass sie auch durch dich spürt, dass es was Gutes ist.
00:44:46: Sprecher 1 Fragezeichen Ja, so also diesen, so diesen Shift hinzubekommen. Vielleicht klingt das jetzt auch alles für dich ganz weit weg, weil du noch viel mehr weißt, wie das in eurer Situation gerade ist. Und trotzdem kann ich ja nur mit dem arbeiten, was ich habe. Und ich würde mir das wünschen, dass das möglich ist, dass da auch so was wie eine Erlaubnis kommt oder dass sie das wirklich deutlich spüren kann.
00:45:10: Sprecher 1 Und das heißt nicht, dass dann alles gut klappt. Aber es heißt noch mal, dass sozusagen du noch mal mehr sortiert bist und nicht selbst so aktiviert bist, weil du denkst, das klappt alles nicht, ist es alles zu viel und und dann lassen wir es ja. Ja, und ich habe noch einen Gedanken, dass es auch wichtig wäre, unter Umständen nicht nur Nele zu fragen.
00:45:31: Sprecher 1 Also das Du hast beschrieben, dass dein Partner eben auch gefragt hat wie ist das? Möchtest du mal hier übernachten und sie dann eben ein riesen Schrecken bekommen hat, dass das wichtig wäre, dass das nicht so stehen bleibt? Ich weiß jetzt nicht, wie und ob ihr noch mal mit Nele drüber gesprochen habt, aber wenn man Angst hat, wenn man unsicher ist, wenn man keine Sicherheit hat, dann hat man ja auch bestimmte Bilder im Kopf.
00:45:55: Sprecher 1 Also Nele mit ihren vier Jahren hat vielleicht noch nicht so viele, aber vielleicht kann sie doch. Wenn du sie fragst, was genau macht ihr denn Sorge? Und dann wird sie vielleicht sagen Ich will nicht von Mama weg oder Ich habe Angst in der Nacht oder so und dann weißt du aber oder ihr wenigstens, worum es geht. Und dann kann man sagen Ah, okay, das meinst du?
00:46:12: Sprecher 1 Hm? Und dann kann man im nächsten Schritt überlegen, wie fühlt sich das an? Und dann kann der Papa vielleicht mal zu euch kommen, dann Gute Nacht sagen und dann. Also ich kann auch viele Eltern, die in Trennung leben, wo dann eben die Kinder auch irgendwann anrufen am Abend oder so Rituale aus der Entfernung gibt oder wo es eben auch wichtig ist, dass dann nur Papa oder nur Mama da ist.
00:46:31: Sprecher 1 Ja, es ist ganz individuell, aber es wäre.
00:46:35: Sprecher 2 Gut.
00:46:35: Sprecher 1 Wenn ihr das in eure Mitte bringt und das sozusagen nicht nur die Angst und die Panik, die dann diese Frage ausgelöst hat, stehen bleiben, sondern wollen wir das mit Papa besprechen? Schauen wir mal.
00:46:47: Sprecher 2 Und.
00:46:47: Sprecher 1 Oder auch das kann ich nachvollziehen oder kann ich verstehen. Und wir haben uns ja dann auch wieder und der Papa ist doch da und das kannst du. Was kann, was könnte sie machen? Also auch Strategien mit ihr zu besprechen und das auch transparent mit Papa zu besprechen, dass sie das auch sagen darf. Weil wenn ihr das gemeinsam macht, dann wird sie auch ihre Sorge und ihre Gefühle an Papa herantragen.
00:47:08: Sprecher 1 Wenn du nicht mit dabei bist.
00:47:12: Sprecher 1 Impulse zum Mitnehmen mit Kindern sprechen nicht nur über sie verhandeln. Wenn Eltern sich trennen, passiert ganz viel Kommunikation auf der Elternebene. Absprachen, Zeiten, Regeln. Und das ist wichtig. Und gleichzeitig möchte ich dich an etwas erinnern. Kinder sind nicht nur mit betroffen. Kinder sind beteiligt mit ihren Gedanken, ihren Anliegen, ihren Gefühlen. Das heißt nicht, dass Kinder Entscheidungen treffen sollen.
00:47:38: Sprecher 1 Es heißt auch nicht, dass wir sie ständig befragen. Aber je nach Alter darf ein Kind jeweils entsprechend erleben. Ich komme vor, ich darf etwas sagen und manchmal und je älter Kinder werden, können neue Regelungen sogar gemeinsam entwickelt werden. Auch wenn sich das für Erwachsene vielleicht erst mal unbequem anfühlt. Und dann gibt es noch einen zweiten Punkt, der wesentlich ist Raum für Gefühle.
00:48:01: Sprecher 1 Fragen wie Wie war es bei Papa oder Was habt ihr denn bei Mama gemacht? Können sich für Kinder schnell investigativ anfühlen. Öffnen da? Kann sein. Wie ist es dir ergangen? Was hast du erlebt? Wie geht es dir gerade mit dem Abschied? Gibt es etwas, was ich anders machen könnte, damit es leichter für dich wird? Solche Fragen können eine emotionale Tür öffnen.
00:48:22: Sprecher 1 Sie helfen Kindern, trotz Loyalitätskonflikt über sich zu sprechen, ohne das Gefühl, jemanden zu verraten und gleichzeitig Geh mit deinen großen Gefühlen nicht zu deinem Kind, such dir dafür einen eigenen Raum. Denn Kinder brauchen nicht unsere Last. Sie brauchen unsere emotionale Präsenz.
00:48:43: Sprecher 1 Also ich würde noch mal versuchen zusammenzufassen. Und deine Fragen waren Ja, wie kannst du ein guten Weg finden, nicht zu zwingen? Und ja und wie kannst du selbst so diesen Druck dir selbst auch ein bisschen nehmen und auch dich ein bisschen abgrenzen? Und deine Frage war ja auch wie kannst du vermitteln, dass du nicht gegen ihn bist, sondern für Nele?
00:49:04: Sprecher 1 Ja, und meine Antwort war ja. So ein bisschen.
00:49:06: Sprecher 2 Ja.
00:49:07: Sprecher 1 Dass du für Nele bist, aber dass du eben auch für ihn bist. Also dass er das auch spürt, dass ihr irgendwie was Gemeinden Gemeinsames Ziel habt.
00:49:16: Sprecher 2 Ja.
00:49:17: Sprecher 1 Und wir haben jetzt schon einiges dazu gehört. Also was meine Hinweise noch mal abschließend sind, ist wirklich, dass du deine eigenen inneren Ambivalenzen noch mal die anschaust und beobachte mal, ob du die wahrnehmen kannst und dass du sie da sein lässt. Erst mal gar nicht das gut oder schlecht oder richtig oder falsch, sondern einfach mal rein zu spüren.
00:49:36: Sprecher 1 Und vielleicht kannst du sie zuordnen und ein bisschen sortieren. Wo gehört was hin, was zu dir als Person, was zu dir als Mama, was zu dir in der Mutterrolle, in deiner Vorstellung? Was gehört vielleicht auch zu Nele in der Übertragung? Ja, und vielleicht auch noch mal wo ist der Mangel und die Angst bei deinem Expartner entstanden, dass dieser.
00:49:59: Sprecher 1 Das finde ich so eine wichtige Abbiegung also gibt es etwas, vielleicht auch weiterführend dann zu diesen Gedanken, was dein Anteil sein könnte. Ja gar nicht, dass du einen hast, aber ich finde es immer gut, auch noch mal auf sich zu gucken. Etwas, das du vielleicht noch mal, wenn du was findest, auch noch mal geraderücken kannst und noch mal ein weiterer Punkt ist Was braucht es eben, um den Kontakt zwischen euch noch mal mehr in eine gemeinsame Elternrolle zu bringen, Also eventuell auch noch mal Anerkennung seiner Bemühungen.
00:50:31: Sprecher 1 Ich finde das schon.
00:50:33: Sprecher 2 Auch.
00:50:34: Sprecher 1 Ja irgendwie berührend, dass er sich kümmert und es scheint für mich erst mal kein Kampffeld automatisch zu sein. Aber vielleicht wie gesagt, ich kriege es ja nur aus der Entfernung.
00:50:43: Sprecher 2 Mit und du.
00:50:44: Sprecher 1 Kannst dann noch mal gucken, Ist da ein Rest von Ärger und Enttäuschung bei dir, dass da am Anfang eben so wenig möglich war und wie ist es auf Wie ist es heute? Heute will er Zeit verbringen, heute sucht er Verbindung und er scheitert. Und es ist sicher auch nicht einfach für dich, das zu regulieren. Ich weiß. Und trotzdem ist es vielleicht ein ein Umweg sozusagen über dich auf dem Weg zu ihm, zu einer gemeinsamen Perspektive, die dann eben auch verhindern könnte.
00:51:13: Sprecher 1 Das ist ja das Ziel, dass ihr nicht vors Gericht müsst, weil dann und da antizipierst du ja schon ganz richtig, dann gibt es andere Menschen, die darüber entscheiden und dann wird es eben ganz schwierig, auch Dinge zu begleiten, die dann sehr groß strittig sind.
00:51:28: Sprecher 2 Ja.
00:51:29: Sprecher 1 Also das. Das sind so die ersten drei Sachen. Und dann habe ich jetzt noch zwei. Das 01. eine ist noch, dass du für dich noch mal klären kannst, in eine innere Haltung zu kommen. Was braucht Nele, um stufenweise überhaupt in einen regelmäßigen Umgang mit ihrem Vater reinzuwachsen? Was könnt ihr zusammen tun? Was kannst du dafür tun? Noch mal mehr Klarheit, Entschlossenheit, Zuversicht, dass sie das schafft.
00:51:54: Sprecher 1 Ja, also da kannst du bei dir noch mal hinschauen. Wo ist dein Raum der Freude für sie, dass sie ihren Papa hat, der ja toll ist für sie? Also das ist ja auch immer gar nicht so einfach, Wenn dann sozusagen der Partner, die Partnerin für uns eben nicht mehr in Anführungsstrichen so toll ist. Ja, und dann auf eine Ebene zu kommen, wo wir sagen aber es ist der beste Vater, der eben jetzt für Nele da ist, so und das auch wirklich zu spüren und das letzte, es tatsächlich noch mal deutlich zu machen.
00:52:23: Sprecher 1 Das Ziel ist bei allem erstmal diesen Druck rauszunehmen. Ängste und Befürchtungen auf allen Seiten erst mal zu hören und dann auch zu nehmen und in einem gemeinsam miteinander auf alles im Sinne eures gemeinsamen Kindes zu schauen. Und das ist eure gemeinsame Herausforderung. Es ist nicht nur seiner, es ist eurer. Es ist auch nicht nur Neles Herausforderung, sondern es ist eure Gemeinsame als Vater und Mutter.
00:52:51: Sprecher 1 Und ich weiß, es ist nicht leicht.
00:52:54: Sprecher 2 Ja, liebe Cora.
00:52:56: Sprecher 1 Jetzt weiß ich gar nicht, was du denkst und was du fühlst, weil wir ja nicht im direkten Kontakt sind. Aber vielleicht kannst du mit dem einen oder anderen etwas anfangen. Vielleicht kannst du weiterdenken, weiter fühlen für dich. Und ich möchte dir noch sagen, dass ich dich und allen alle Eltern, die in getrennter Elternschaft sind, wirklich bewundere, weil es eine absolute Achterbahn der Gefühle ist und es sich ja sicherlich, so spür ich das immer wieder mit sehr zerrissen anfühlt und auch schwer anfühlen kann, weil einfach unsere Kinder unsere Herzen auf zwei Beinen im Außen sind und wir wollen es alles gut machen und du machst das gut.
00:53:32: Sprecher 1 Also danke schön, dass du geschrieben hast und ich wünsche dir erst mal alles Gute und bedanke mich sehr für dein Vertrauen.
00:53:39: Sprecher 2 Ihr.
00:53:39: Sprecher 1 Lieben. Das war viel, das war intensiv. Das war für heute die Familiensprechstunde. Schreibt mir gerne eure Fragen an Podcastminus Familiensprechstunde Katja Saalfrank Punkte. Ich freue mich auf eure Mails und ich freue mich immer sehr. Ich vorhin schon gesagt, wenn ihr bei Insta und auch bei Spotify kommentiert und wir da ein bisschen in Kontakt sind und ich Resonanz bekomme und wer da schon ist und das schon gemacht hat, weiß auch, dass ich da auch gerne mit euch interagiere.
00:54:07: Sprecher 1 Und ich freue mich natürlich auch, wenn es euch gefällt, dass ihr Sterne da lasst und abonniert und andere auch vom Podcast weiter erzählt. Für heute sage ich Auf Wiedersehen. Ich danke euch sehr fürs Zuhören, für euer offenes Herz heute besonders Cora, Danke für dein offenes Herz.
00:54:25: Sprecher 2 Denn.
00:54:26: Sprecher 1 Offenes Ohr und bleibt weich und liebevoll mit euch selbst und mit euren Kindern. Und bis nächste Woche eure Katja. Das war die Familiensprechstunde mit Katja Saalfrank. Eine neue Folge gibt es jeden Montag überall dort, wo es Podcasts gibt. Und wenn du magst, nimm dir jetzt noch einen Moment Zeit für dich. Zeit, das Gehörte nachwirken zu lassen. In Kopf, Herz und in deinem Körper.
00:54:55: Sprecher 1 Vielleicht hat sich etwas gezeigt, eine neue Perspektive oder eine leise Bewegung nach innen. Spür gerne nach und entschleunige noch mal Wenn du selbst eine Frage hast, die du hier in der Familiensprechstunde teilen möchtest, schreib mir gerne an Podcastminus, Familiensprechstunde etc.. Katja Saalfrank, .de. Alle Zuschriften werden natürlich anonymisiert, Hinweise zur aktuellen Folge sowie Informationen zu meinen Kursen und Ausbildungen und allen Angeboten findest du in den Shownotes.
00:55:24: Sprecher 1 Schau dich dort gerne um. Ich danke dir von Herzen, dass du dir Zeit genommen hast und ich wünsche dir viele gute Beziehungserfahrungen und Verbindungsmomente und nicht vergessen es gibt keine schwierigen Kinder, sondern nur schwierige Situationen. Bleibt nicht damit. Alleine schon ein Gespräch kann Veränderung bringen. Ein Austausch entlasten und Fragen zu stellen, kann neue Wege öffnen. Deine Katja.
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