Folge 29: „Ich fühle mich wie ein Alien – “ Wenn hochbegabte Kinder sich anders und unter Druck fühlen

Shownotes


In dieser Folge sprechen Bob und ich über Hochbegabung, Unterforderung und Geschwisterkonflikte. Und darüber, warum es manchmal nicht um „mehr“ sondern um „anders“ geht.

Wir sprechen darüber:
• warum Unterforderung innere Spannung erzeugen kann
• weshalb Hochbegabung nicht automatisch Leichtigkeit bedeutet
• wie Geschwister zu Reibungsflächen werden können
• wie Übergänge, Räume und Verbindung bewusster gestalten können

Es geht nicht darum, jedes Streiten zu verhindern. Sondern darum, genauer hinzuschauen und wir freuen uns, wenn du mit uns genauer hinschauen möchtest.


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In dieser Folge erwähnte Angebote und Informationen:

Bobs neue Bücher findet ihr u.a. hier:

"Wie kommt mein Kind gut durch die Schule" und

"Lesen. Schreiben. Ein Plädoyer für ein besseres Miteinander"

Mehr zu Bob findet ihr auf seiner Webseite bobblume.de


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Transkript anzeigen

00:00:04: Herzlich willkommen bei der Familien-Sprechstunde mit Katja Saalfrank.

00:00:08: In diesem Podcast geht es um Bindung und Beziehung, um das Zusammenleben von Erwachsenen und Kindern und um das was hinter dem Verhalten von Kindern wirkt.

00:00:17: Ich bin Katja Salfrank.

00:00:19: ich bin Diplompedagogin, Familientherapeutin und körperorientierte Eltern und Familienberaterin in eigener Praxis in Berlin.

00:00:30: Ich arbeite bindungs- und beziehungsorientiert, begleite Menschen dabei, Kinder besser zu verstehen.

00:00:36: Und sich selbst gleich mit.

00:00:38: Ich freue mich sehr, dass du eingeschaltet hast.

00:00:41: Schön, dass Du da bist!

00:00:45: Hallo und herzlich willkommen zur Familien-Sprechstunde mit Katja Salfrank und Bob Blume.

00:00:50: Hey Bob, schön, dass Sie da bist.

00:00:52: Hallo.

00:00:53: Ich freu' mich.

00:00:54: Und ich freu', dass ihr auch eingeschaltet habt... Wir sind ja noch in der Sommerzeit mit etwas weniger Schule als sonst, wobei ich gar nicht genau weiß waren die ersten wieder in die Schule einsteigen.

00:01:07: Und ich wollte dich was fragen und wir sprechen ja öfter so über die Frage Was tun wir in unserer freien Zeit?

00:01:15: Wie ist Spannung und Entspannung usw.

00:01:18: Ich wollte fragen wie du das Wort oder die Bedeutung von Langeweile empfindest im Bezug auf Dich Kinder, wo Eltern ganz oft das Gefühl haben, Kinder müssen irgendwie bespaßt werden oder wir müssten ansprechbar sein in Form von Wir tun etwas zusammen.

00:01:39: Also ja was du für ein Verhältnis zu langweilen oder lange Weile wie ich gerne sage?

00:01:48: Ist interessant da sind ja ganz viele Sachen drin.

00:01:50: also einmal dieses selber spüren und lange weile zulassen würde ich jetzt fast schon sagen und dann diese Frage danach, ob man das bei Kindern theoretisch auch zulässt.

00:02:02: Ich fang mal ganz groß an!

00:02:03: Ich würde sagen wir leben im Zeitalter der Abschaffung der Langeweile was eigentlich sehr sehr schade ist weil Langeweile ja nur auf der Oberfläche wirkliche Langeweihe ist sondern wenn man Langeweise nimmt als etwas dass einfach bedeutet man hat gerade nichts zu tun was so einen konkreten Fokus hat dann isst sie ja die Möglichkeit von den vielen Dingen, die man dauernd macht.

00:02:29: Man Abstand zu nehmen oder sie einzusortieren was man ja sonst nur beim Schlafen macht beispielsweise.

00:02:36: Deshalb ist so ein Blick auf Langeweile immer der dass ich die Semantik veränder und von dem wundervollen Wort Müßiggang spreche weil das langeweile nicht einkategorisiert in so'n ökonomisches Denken sondern In eine Form der Aktivität.

00:02:54: ohne Aktivität.

00:02:56: Ohne aktiv zu sein?

00:02:58: Wenn man so möchte, na ja, müßig kann könnte auch bedeuten dass man irgendwie flaniert zum Beispiel während man eben nicht aufs Handy guckt.

00:03:06: könnten wir uns darüber streiten.

00:03:07: aber jedenfalls ist das glaube ich schön das auch zuzulassen.

00:03:12: und in Bezug auf die Eltern würde ich sagen auch hier haben es plötzlich mit einer Verkehrung zu tun wenn man so Möchte eine verkehrung insofern Als das eben weil ich glaube, dass es so wichtig ist diesen Müßigang auch mal zuzulassen.

00:03:28: Es auch wichtig ist dem zu widerstehen dauerhaft in jeder Art und Weise Kindern eine Form von Unterhaltung zu bieten die sie irgendwie beschäftigt hält.

00:03:41: Also dieses Mal rumliegen durch die Gegend starren oder aus den Fenster oder so Das war's was ich Sehr wertschätze.

00:03:50: Ja, ich finde es total spannend wie du es beschreibst und ich habe jetzt so gemerkt dass ich einen Unterschied empfinde zwischen dem Wort langweilig also ich hab Langweile Und mir ist etwas langweillig Und zwischen dem wort lange Weile.

00:04:08: Also ich habe eine lange weile das ist ja eigentlich sehr schön was es beschreibt ja auch ein Zwischenraum in der Zwischenzeit irgendwie.

00:04:16: Und ich dachte noch mal so, dieser Eventcharakter der ganz oft im Tagesablauf auch von Kindern ist.

00:04:23: Dass man dann bestimmte Dinge anbietet oder so weil man die Kinder nicht in der Langweile sein lassen möchte oder das Gefühl hat, man müsste Zeit füllen.

00:04:34: Da hab' ich auch nochmal gedacht es gibt so einen Unterschied zwischen konsumieren also etwas aufnehmen und sich berieseln lassen Weißt du, was ich meine?

00:04:45: Also etwas zu tun, was Input gibt und dann einen Unterschied im Hinblick darauf, etwas zu produzieren.

00:04:57: Und ich glaube wir brauchen ja diesen Raum... Also davor, bevor wir etwas produzieren also etwas gestalten, etwas bauen eine Idee haben, etwas umsetzen.

00:05:07: Da brauchen wir ja vorher genau diesen Moment der langen Weile damit wir sozusagen uns sortieren.

00:05:14: so schön wie du es auch gesagt hast.

00:05:16: vielleicht noch zwei Gedanken dazu.

00:05:18: Der eine Gedanke ist von mir.

00:05:19: ich habe gerade überlegt Ich glaube den ersten gedanken den ich hatte ist ich glaube dass sich gar nicht in der Lage bin lange weile zu spüren.

00:05:27: Das war schon in meiner Studienzeit so, wenn mir jemand gesagt hat zu dem Professor solltest du nicht gehen der ist langweilig.

00:05:33: Dachte ich nicht nur sondern auch im Seminar war es dann so dass ich das gar nicht eingesehen habe.

00:05:39: also war ich noch produktiver und da haben sich Leute an mich erinnert Du warst doch derjenige der so produktiv war bei diesem langweilligen Professor.

00:05:46: Und ich dachte für mich war der aber nicht langweilt weil ich sozusagen Engagement gezeigt hab.

00:05:50: Aber ich sehe es nicht ein irgendwo hinzugehen mich zu langweilen und selbst wenn ich an einer Bahnstation stehe in Berlin Und durch die Gegend gucke ich mein Gut, habe ich meistens Musik.

00:06:01: Aber so dann sehe ich mir Menschen an und so.

00:06:03: Das ist auch keine Langeweile.

00:06:04: Jetzt hab' ich fast gedacht... Ich kann gar keine Längewelle spielen!

00:06:07: Da stimmt nicht.

00:06:08: tiefe Formen der verzweifelten Langewelle spüre ich bei Gesprächen, die mich nicht interessieren.

00:06:15: Und zwar, ich kann das ganz konkret machen wenn man auf eine Hochzeit eingeladen ist wo man aber Derjenige ist der nahe an Braut oder Bräute gegangen ist.

00:06:27: Das gab es noch eine Zeit zwischen den Dreißigern, sondern dieser Tisch mit keine Ahnung wer genau das ist Leuten und die Gespräche dort Wow Oder manchmal auch Gespräche zwischen Kolleginnen und Kollegen das ist eigentlich böse zu sagen aber mich interessiert nicht deine Photovoltaikanlage, mich interessiert nicht wie du deine Hecke schneidest.

00:06:48: Da hab ich so fast einen Ausreiseffekt weil ich da das Gefühl habe ich langweile mich.

00:06:56: Genau also das heißt wenn Interesse weggeht und du eigentlich in der Situation bist aus der du nicht weg kommst aber etwas konsumieren musst was du nicht beeinflussen kannst von deinem Gefühl her.

00:07:08: Und vielleicht ist auch der Unterschied zwischen langeweile und müßig gang Und vielleicht ist das auch eine Perspektive darauf, wie man das eine zum anderen wendet.

00:07:16: Langweile entsteht oft in Situationen aus denen man nicht weckern.

00:07:21: Also ich langweile mich beim Arzt während ich warte... ...während ich da sitze und genauso gut irgendwie auf Mauritius auf meiner Sonnenliege sitzen würde mit dem Unterschied dass natürlich die Umführung schöner aussieht.

00:07:35: Genau aber ich würde da ja auch nichts tun und einfach nur hocken.

00:07:38: Ja?

00:07:38: Und dann finde ich vielleicht so als kleiner Moment, diese Situation der lange Weile umzuswischen in... oh Mensch.

00:07:46: Jetzt muss ich gerade gar nichts machen!

00:07:48: Das ist ja schön.

00:07:49: Das ist vielleicht was man so mitnehmen kann?

00:07:51: Also es hat auch etwas mit innerer Haltung zu tun.

00:07:53: Total.

00:07:54: Ich finde das irgendwie spannend.

00:07:55: wir haben jetzt so einige Sachen uns angeguckt und Anlass war tatsächlich so.

00:07:58: die Frage so müssen wir eigentlich unsere Kinder ständig bespaßen?

00:08:02: brauchen sie auch wenn die unruhig sind?

00:08:04: brauchen die noch mehr oder brauchen den nicht eigentlich mehr davon von Entspannung und mehr von dem, was du gerade beschrieben hast.

00:08:13: Also ja vielen Dank!

00:08:14: Dann würde ich sagen gehen wir mal zu unserer Frage heute.

00:08:18: Heute hat mir Ines geschrieben an podcast-familien-sprechstunde et katja salfrang.de Und ich übergebe mal an dich lieber Bob.

00:08:28: Wie immer bin ich gespannt, was ihr gleich zu den Ausführungen von Innes sagt.

00:08:32: Aber mich wird auch interessieren habt ihr eigentlich noch langeweile?

00:08:35: Schreibt es doch in die Kommentare bei Spotify.

00:08:37: So jetzt, liebe Katja.

00:08:39: Ich möchte mich vorab sehr herzlich bei dir für deinen Podcast bedanken den ich schon sehr lange verfolge.

00:08:45: Die Folgen bereichern mich immer und immer wieder.

00:08:47: Ich habe zwei Söhne.

00:08:48: Lukas ist neun Jahre alt Moritz wird in zwei Monaten sieben.

00:08:52: Sie heißt natürlich beide anders.

00:08:54: ihr Papa wohnt bei uns im Haus und ist da wo er nur kann.

00:08:57: Lukas hatte bereits eine schwierige Kita-Zeit mit Auffälligkeiten im sozialen Verhalten.

00:09:01: Er hat andere Kinder gebissen, gehauen an den Haaren gezogen und lieber mit den Erzieherinnen Aufgaben erledigt – auf Anraten der Kinderärztin waren wir im SPZ.

00:09:10: Dort stellte sich heraus dass Lukas hochbegabt ist und offenbar stark unterfordert und missverstanden wurde.

00:09:15: Auch Moritz hat im Kindergarten einen ähnlichen Weg genommen wenn auch mit Unterschieden.

00:09:20: Er ist nicht getestet, aber nach Gesprächen mit Erzieherinnen und Lehrkräften und nach meiner Einschätzung liegt es nahe dass auch er einen überdurchschnittlich hohen IQ hat.

00:09:27: Beide Kinder sind sehr sensibel und feinfühlig.

00:09:30: Unsere eigentliche Problematik zu Hause ist das wir seit nunmehr fünf Jahren fast täglich Ausnahmesituation zwischen den beiden Brüdern erleben.

00:09:37: Lukas ist sehr eifersüchtig auf seinen Bruder und wirkt nach Schule Essen-und Hausaufgaben oft unterfordert.

00:09:42: Er erwartet dann viel Unterhaltung von mir die ich ihm nur bedingt geben kann.

00:09:46: Er ist insgesamt sehr ernst, besprechend schon seit er klein ist über schwierige Themen und erscheint unter starkem inneren Druck zu stehen.

00:09:52: Wir werden unter anderem bereits Physio- und Ergotherapie wegen Kiefergelenkschmerzen Ticks und nächtlichen einnässen.

00:09:58: Er hat auch schon weinend gesagt dass er anders sei und sich wie ein Alien fühle.

00:10:02: Moritz ist ebenfalls allversüchtig, aber er verspielt und nimmt weniger Raum ein.

00:10:06: Dadurch fühlt er sich schnell vergessen weil Lukas bewusst oder unbewusst oft sehr viel Raum bekommt.

00:10:11: Mein Mann und ich sagen manchmal der Tag steht und fällt überwiegend mit Lukas Laune.

00:10:15: das macht mich traurig.

00:10:17: Sobald die beiden Brüder aufeinandertreffen entsteht häufig eine eigenartige Stimmung im Raum und Ich bin dazwischen.

00:10:22: Moritz verarbeitet seinen neuen Schulalltag nur bedingt gut.

00:10:25: Das Anpassen und Stillsitzen überfordert ihn Der Lernstoff hingegen tut ihm gut.

00:10:29: Er beginnt dann zu schreien gängelt Lukas liegen beide auf dem Boden, eine zufällige harte Berührung führt dann schnell zu einer Prügelei.

00:10:36: Langsam habe ich das Gefühl diese Situationen nicht mehr kontrollieren zu können weil beide körperlich kräftig sind.

00:10:41: Die andere Seite ist die beiden lieben sich auch sehr.

00:10:44: sie gehen gemeinsam raus bauen lege oder spielen miteinander.

00:10:46: Sie orientieren sich stark am anderen.

00:10:48: Ich hab vielleicht keine ganz klare Frage.

00:10:51: mich würde interessieren welche Impulse du für Eltern hast um einen passenden Umgang mit starker Unterforderungen bei hoch begabten Kindern zu finden und gleichzeitig den Zusammenhalt zwischen Geschwistern zu stärken.

00:11:01: Außerdem frage ich mich, wie wir mit der Eifersucht umgehen können.

00:11:04: Manchmal geht es um Kleidung, die der andere braucht oder ein paar Chips mehr in der Schale.

00:11:08: Ich danke dir sehr liebe Katja und hoffe, dass du mich verstehen kannst.

00:11:10: Herzliche Grüße.

00:11:11: Ines!

00:11:13: Und die heißen natürlich alle unterschiedlich.

00:11:16: Katja bevor's losgeht ihr Papa wohnt mit uns im Haus und ist da wo er nur kann.

00:11:23: also habe ich das richtig verstanden?

00:11:24: Das ist eigentlich eine Trennungssituation.

00:11:26: aber ist und dass sie alles hat.

00:11:27: ehrlich

00:11:27: gesagt hab ich das auch.

00:11:28: als du's vorgelesen hast habe ich da noch mal so nachgespürt, weil es ist mir beim Durchlesen vorher gar nicht so aufgefallen.

00:11:35: Und jetzt hat's mich auch ein bisschen begleitet als du das gelesen hast, weil die Formulierung so ein bisschen außergewöhnlich ist.

00:11:40: Na ja, aber wir können davon ausgehen dass er nicht... Also er wohnt im Haus!

00:11:44: Das steht ja also wie die wohnen nicht zusammen in der Wohnung ne?

00:11:47: Die Formulierung ist ja schon Erwohnt Im Haus.

00:11:49: Ja Genau, wir können das ja einfach erstmal so hinnehmen und mal gucken.

00:11:53: Weil sie scheinen doch auch zusammen über ihre Kinder zu sprechen und sagen die Laune steht und fällt mit der Stimmung von Lukas.

00:12:02: also da haben wir ja so bisschen auch die Gedanken wie wir eben schon einleitend hatten.

00:12:08: ich habe irgendwie schon wieder eine Frage an dich, bevor ich so ein bisschen vielleicht drüberfliegen möchte.

00:12:13: Also es geht ja erst mal wenn man jetzt erstmal so grob drüber fliegt tatsächlich über die Frage oder über die Themen, die Aspekte Hochbegabung slash Unterforderung, Überforderungen.

00:12:26: Dann haben wir hier eine hohe Sensibilität.

00:12:29: Wir haben eine Geschwisterdynamik mit Eifersucht, wir haben körperliche Eskalationen und vielleicht das was wir jetzt so ein bisschen bieten können ist sind Impulse und Orientierung zu geben.

00:12:39: in welchem Feld bewegen wir uns da?

00:12:42: Und es ist die Frage wie kann man gut damit umgehen.

00:12:45: So, das höre ich erstmal Und jetzt habe ich ja die Möglichkeit, dich mal zu fragen und mir begegnet es tatsächlich auch öfter in der Praxis.

00:12:54: Das Thema Hochbegabung ist gerade wieder aktuell – jetzt hier in dieser Frage!

00:12:59: Hast du damit Berührungspunkte gehabt oder hast du die mit dem Thema Hochbegabung?

00:13:05: Weil das ja auch oft dann mit Schule und Leistungen.

00:13:08: Und der Frage, wie gehen wir in der Schule damit um?

00:13:11: vielleicht weniger im Form des Sozialverhaltens als vielleicht auch aber vor allen Dingen ja auch in der Frage Wie kann man einen Kind fördern ohne es zu überfordern?

00:13:21: Wie kann Man da altersgerecht und kindgerecht sozusagen für genau dieses Kind etwas zur Verfügung stellen was ja schwierig ist Gruppe, wenn man einen Lehrplan hat.

00:13:31: Wie sind da deine Erfahrungen?

00:13:33: Ja ja voll!

00:13:34: Also erstmal muss man festhalten weil das ja teilweise so verlacht wie jetzt nach dem Motto heutzutage sind alle Kinder hochbegabt.

00:13:41: Das stimmt natürlich nicht sondern es gibt diese Formen der Hochbegabe und die können ganz verschiedene Dinge beinhalten.

00:13:47: also dass was gerade die INES schon gesagt hat, dass man schon sehr früh über fundamentale Probleme des Lebens spricht, das höre ich zum Beispiel sehr oft.

00:13:58: Warum müssen wir sterben?

00:13:59: Was mache ich wenn ihr nicht mehr da seid?

00:14:00: solche Geschichten so?

00:14:02: was wäre allerdings eher familiär.

00:14:04: in der Schule äußert sich das anders.

00:14:07: In der Schule bedeutet Hochbegabung aus meiner Sicht zunächst mal wenn es sich um einen oder zwei junge Menschen handelt dass die einfach eine extrem schnelle Auffassungsgabe haben und eigentlich schon sehr früh fertig sind.

00:14:21: Ich kann dir sagen, das ist als Lehrkraft gar nicht so einfach.

00:14:24: Weil man am Anfang so eine Behelfsmäßigkeit eigentlich braucht.

00:14:29: Behelfsmäßigkeit heißt... ...dass man dann überlegt was gibt es für extra Aufgaben und so weiter?

00:14:36: Je höher es geht desto also je höher manch mit der Klasse desto mehr habe ich versucht mein Unterricht ja sowieso zu individualisieren.

00:14:43: Also ich hatte zum Beispiel eine Schülerin, ich weiß nicht ob die hoch begabt war aber war so schnell mit den Sachen fertig, dass ich die Verantwortung fürs Weitermachen in ihre Hände gelegt habe.

00:14:55: Weil... Ich weiß nicht ob das vorallgemeinbar ist aber das hab' ich zumindest jetzt anekdotisch Das Hochbergabung gleichzeitig auch dazu führt, wenn man die dann Jugendlichen ernst nimmt sie das Vertrauen auch nicht ausnutzen.

00:15:13: Diesen Mädchen habe ich dann gesagt, wenn du fertig bist, weiß nicht es gab eine Aufgabe, eine Einleitung schreiben oder so, dann kannst du weiter recherchieren und du kannst das machen.

00:15:20: Wenn du Feedback brauchst sagt man Bescheid.

00:15:22: Und das war natürlich auch alles nur möglich weil ich mein Unterricht da nicht mehr so gestaltet hab wie man den vielleicht meinen Lehrer Dr.

00:15:28: Specht kennt der vorne steht und alles orchestriert sondern ist eher mit so einer Situation zu tun hat dass unterschiedliche Inseln miteinander lernen usw.

00:15:37: Letzter Punkt Ich war in meinem Referentariat ... in einer hochbegabten Klasse.

00:15:44: Und das bieten manche Schulen an und das ist dann...

00:15:48: Das ist ja interessant!

00:15:48: Ganz

00:15:49: anderes Arbeiten, weil man da wirklich also da hatte ich das Gefühl Ich muss nicht nur in meiner Aufgabenstellung in den Antworten und in der Art und Weise wie ich auf sie eingehe Wie bei so einem Podcast die Schnelligkeit auf eins Komma fünf drehen mindestens oder auf zwei?

00:16:08: Und das ist vielleicht auch direkt so.

00:16:09: ein Hinweis unter gleichgesinnten Anführungsstrichen, die auch diese Situation kennen.

00:16:15: Irgendwie langweilige... Also das ist ja dann auch langeweile so.

00:16:18: ich bin unterfordert und das ist eine schlechte Form der Langeweile weil hier haben wir ja Kontext, da haben wir drüber gesprochen?

00:16:24: Ja!

00:16:25: In so einer Situation ist es natürlich das Beste wenn es Möglichkeiten gibt dass man mit Gleichgesinnten zusammenkommt.

00:16:34: Wenn das nicht geht Dann ist es schon aber auch interessant wenn man zu Hause Ja, vielleicht das eine oder andere Beherzigt und ich sage jetzt mal nur so als... ...als vielleicht so kleine oberflächliche Ideen.

00:16:51: Dort wo schon etwas gearbeitet wird zu überlegen kann man da noch irgendwie in die Tiefe gehen.

00:16:55: Kann man Probleme öffnen anstatt komplett zu klären, also das ist was wo ich weiter dran machen kann.

00:17:05: Gibt es irgendwas wo man längerfristig daran arbeiten kann dass das nicht sofort wieder weggearbeitet ist wenn man so möchte?

00:17:12: Ja vielen dank!

00:17:13: Also ich glaube das ist nochmal eine ganz andere Situation.

00:17:16: dann das in der Schule mit einer Gruppe auch zu händeln und Auch du hast schon ganz, ganz wichtige Sachen für mich jetzt gesagt.

00:17:24: Die Erfahrung die ich habe ist ja oft dann das so Testungen durchgeführt werden und dann so eine Zahl dasteht und dann wird mit dieser Zahl gedieelt und es ist dann eben weit oder auch überdurchschnittlich weit sozusagen entwickelt.

00:17:38: da gibt's also dann Punkte und hundert ist sozusagen der Durchschnitt und alles was darüber ist dann so hundertsvierundzwanzig, hundertreißighundertvierzig ist dann überdürchnittlig.

00:17:49: auch so, da weiß es auch so wie du's gesagt hast.

00:17:51: Das ist die Auffassungsgabe zum einen sehr schnelles was ja auch wieder mit den drei großen Arzt zu tun hat also mit dem Antizipieren, Assoziieren und Abstrahirn dass das sehr sehr schnell geht und das sozusagen sehr schnell bestimmte Bilder im Kopf ablaufen die in verschiedenen Richtungen führen, die in Richtung Entwicklung führt für das Problem oder für die Aufgabenstellung Es dann auch in der Schule manchmal schwierig werden kann oder eben auch hier wie Ines das Schreib zu Hause schwierig werden könnte.

00:18:25: Ich bin wirklich im Konjunktiv, weil wir wissen zu wenig.

00:18:28: aber es könnte schwierig werden.

00:18:30: dann sozusagen im Verhalten oder im sozialen Kontakt und da kam mir dein schönes Bild irgendwie in den Kopf so dieses Gefühl man sitzt am Tisch bei der Hochzeit mit Menschen von denen keiner weiß wer sie eigentlich sind und man verliert das Interesse.

00:18:48: Man verliert das Interesse und ist dann in so einer Verzweiflung, und dann entsteht ein Druck.

00:18:54: Das heißt unter Forderung an dieser Stelle – und damit ist jetzt gar nicht unbedingt eine Leistung gemeint, sondern dieses im Kontakt sein mit der Welt, mit dem was mich interessiert kann eine innere Spannung erzeugen ja?

00:19:08: Und es ist da nicht einfach nur eine Langweile, sondern es ist halt wirklich eine Spannungen.

00:19:12: Und dann kann man auf der Suche sein, Kinder unter Umständen.

00:19:16: Also du wirst am Tisch sitzen bei der Hochzeit und wirst das über dich ergehen lassen oder deine Gedanken abschweifen lassen oder vielleicht auch mal aufstehen zum anderen Tisch gehen?

00:19:24: Ich bin ja ggd, da aufsteht mittlerweile her.

00:19:26: Ja sie stickt genau!

00:19:28: Die Kinder können das nicht.

00:19:29: Zu Hause ist man in einem begrenzten Raum.

00:19:31: Das heißt die Kinder suchen nach Intensität, Reibung ... einem gegenüber irgendwie wo sie landen können und das ist dann eher ja also wo bin ich mit meiner Energie, meinen Gedanken, meine Kraft, dem was ich gerade spüre an Bewegung.

00:19:48: Wo bin ich da gut aufgehoben?

00:19:50: Also vielleicht auch mal ein kleiner Perspektivwechsel.

00:19:54: diese Kinder oder die Menschen brauchen nicht mehr Bespaßungen sondern es braucht anderes Also nicht mehr Förderung sozusagen, sondern sie brauchen und das hast du eben auch schon gesagt Räume zu öffnen.

00:20:08: Ja Sie brauchen im Grunde passende Räime Auch für eine bestimmte Dimension Für Tiefe für Wirksamkeit für Resonanz ja Und dann können sie sich da rein entspannen.

00:20:19: Ja deshalb ich meine Ich finde das schon an der Stelle ich erinnere mich an eine Folge Katja wurde man nicht so glücklich damit war, aber du hast es glaube ich gerade schon auch so angeteasert mit meiner Aussage dass Diagnose da schon auch wichtig ist.

00:20:35: Denn Hochbegabung fällt ja unter Neurodiversität wird man das vielleicht nennen wenn's wirklich auch diagnostiziert ist.

00:20:45: und neue Diversität bedeutet erstmal Nur, dass das Gehirn vielleicht ein bisschen anders arbeitet als andere Gehirne.

00:20:52: Es gibt in dieser ganzen Diskussion dann immer Leute die sagen das ist eine Superpower, andere Leute sagen das keine Superpower ich bin dadurch irgendwie auch behindert ohne Behindert sondern ich bin behindert und unabhängig davon ist es halt schon so... wenn man das als Eltern besser einordnen kann.

00:21:10: Weil man weiß, was bedeutet das jetzt eigentlich und welche Schritte können wir machen?

00:21:14: Dass man dem Kind dann dabei helfen kann auch darauf einzugehen, wenn es selber sagt ich fühl mich wie ein Alien weil genau das ist ja schon so eine Art von extremer Selbstreflektion müsste man ja fast sagen dass das Kind selber mitkriegt.

00:21:26: irgendwie

00:21:27: funktioniert

00:21:27: da etwas.

00:21:28: Ja genau ich fühle mich nicht passend.

00:21:30: Ich würde gerne noch was fragen.

00:21:34: Wir Menschen neigen dazu Korrelation und Kausalität zu verwechseln, ich werde sofort konkret.

00:21:41: Also was ich damit meine ist manchmal passieren mehrere Dinge gleichzeitig sind aber nicht zwangsläufig der Grund dafür dass etwas passiert.

00:21:53: also wenn zum Beispiel wenn ich höre das Lukas und Moritz und moritz es ja wohl auch eine hohe auffassungsgabe ernehmt aber weniger raumein fühlt sich deshalb vergessen, weil Lukas so viel Raum nimmt und so weiter.

00:22:09: Und die Brüder treffen aufeinander und kabbeln sich und der eine tut dem anderen weh und dann kloppen sie sich... Das sind ja alles Dinge.

00:22:16: da könnte man jetzt zwar sagen naja das liegt halt daran dass Lukas halt so dieses starke Bedürfnis nach einer Aufgabe hat.

00:22:23: Man könnte aber auch sagen das ist ja oft so Also bei zwei Jungs Ist das erstmal nichts wo ich jetzt also.

00:22:30: natürlich spielen Dinge ineinander Aber ich will nur sagen das Eine Also eine, diese Hochbegabung.

00:22:35: Diese mögliche Hochbegamming ist nicht zwangsläufig der Grund für das andere

00:22:41: oder ausschließlich der Grund?

00:22:42: Oder ausschliesslich genau.

00:22:44: und warum ich das sage Katja das könnte ja zumindest auch heißen dass wir

00:22:49: das

00:22:50: also diese Konflikthaftigkeit der beiden Jungs dann nochmal unter einer anderen Perspektive sehen.

00:22:57: oder

00:22:57: Ja, absolut.

00:22:58: Also da fallen mir auch Dinge zu ein.

00:23:01: ich will einmal ganz kurz nochmal eine Rolle rückwärts machen weil du die Diagnose noch mal angesprochen hast und da so eine bestimmte Kritik von mir auch noch erinnerst.

00:23:09: Ich will das ein bisschen nochmal für mich gerade rücken.

00:23:13: Ich habe überhaupt gar kein Problem im Gegenteil mit Diagnosen.

00:23:17: Das was ich nur häufig in der Praxis erlebe ist dass Kinder die sich sowieso schon nicht passend fühlen, dann oft in einen Diagnose-Zirkel reingehen und dort Menschen begegnen die das Verhalten was sie haben zwar einordnen aber eben auch mit einem Label versehen.

00:23:34: Und ihnen das Gefühl geben immer wieder Sie sind nicht okay so wie Sie sind ja?

00:23:40: Und dass eben oft nicht als entlastend empfunden werden.

00:23:43: es hat ja nicht mehr der Diagnese an sich zu tun sondern mit der Art und Weise wie die gestellt wird und wie die Kinder das erleben.

00:23:50: Und das ist, finde ich etwas was wir immer wieder auch uns angucken müssen und deswegen spreche.

00:23:56: Ich habe ja viel mit Eltern zu tun deren Kinder auch Diagnosen haben und wenn wir Diagnose als eine Art Orientierung nehmen Ja, dann ist es eigentlich ein ganz guter Weg.

00:24:08: Wenn Orientierung als Entlastung auch für Eltern manchmal stattfindet und eben nicht als entlastend für die Kinder in Schule oder auch der Erklärung in der Orientierung wahrgenommen wird, kann das eben auch schwierig sein.

00:24:22: Aber insofern ist mir noch mal wichtig dass ich nicht hier als diejenige bin die Diagnose nicht sinnvoll findet sondern ich finde man muss einfach immer wieder sich auch reflektieren und gucken, mit welchem Ziel mache ich das.

00:24:34: Wenn ich irgendwo hingehe und eine Testung mache was bedeutet es für meinen Kind?

00:24:38: Wo gehe ich auch hin und lasse die Testungen machen.

00:24:41: Das gibt sehr gute Orte.

00:24:43: da gibt's aber eben auch Orte die dann sehr defizit orientiert arbeiten und den Kindern viel Eigenverantwortung geben.

00:24:48: und das sage ich jetzt nicht als Fakt, sondern es ist eine Erfahrung die ich eben aus meiner Praxis mitbringe wo Eltern dann ganz froh sind dass sie auf einmal eine Haltung entwickelt haben gesagt haben okay wir beenden das jetzt hier wie gehen jetzt weil das nicht was ich wollte.

00:25:03: So und das ist glaube ich der Prallen sozusagen ein bisschen so.

00:25:06: unsere unterschiedlichen Erfahrungen oder auch Welten in der Schule erlebst du das ja unter Umständen sofort als Entlastung oder als mögliche Entlastungen und Ich erlebe das eben dann als Belastung bei den Kindern oder auch bei den Familien.

00:25:18: Und ich glaube, das zusammenzubringen und immer zu gucken mit welchem Ziel tut man?

00:25:21: Das ist für mich so ein bisschen der Mittelweg.

00:25:24: Also da muss ich ganz kurz was sagen zu Katja, ganz kurz nur dass ich es wenigstens einmal laut gesagt habe weil in meinem Elternbuch das Kapitel über Neurodivergenz genau so anfange Ich hab alles falsch gemacht als Lehrer was ich falsch machen konnte im Bezug auf Neurodivergänz bevor ich das Bewusstsein dafür hatte was das eigentlich bedeutet Weil nämlich Neurodivergenz und dann das entsprechende Verhalten, ja plötzlich nicht mehr in die Struktur im Rahmen passt.

00:25:52: Und was man als Lehrer oder als Lehrerin oftmals mitkriegt ist, muss aber so sein wir müssen halt alle in der Reihe sitzen Also einen Schüler zum Beispiel ich weiß gar nicht ob der... Ich will das Label jetzt gar nicht nutzen Der war auch nicht diagnostiziert, er ist immer aufgestanden um nachzudenken.

00:26:07: Ich habe gesagt jetzt setze ich doch mal bitte hin.

00:26:10: Irgendwann war das ein Running Gag Wenn ich zurückgucke.

00:26:13: und wie gesagt, ich habe es offen auch in dem Buch gesagt.

00:26:15: Weil ist einfach ein Fehler von mir.

00:26:16: da denke ich was hab ich dem Jungen angetan?

00:26:18: Nicht weil das so, wenn ich das böse gesagt habe aber weil ich so dachte warum habe Ich denn nicht einfach darüber nachgedacht?

00:26:23: eine andere Erwartung hattest genau.

00:26:25: Aber wieso habe ich nicht darüber nach gedacht wo ich den tisch irgendwie hinmachen könnte wo er sich halt Einfach mal hinstellen kann wenn er nachdenkt?

00:26:31: man So ist das halt weiße.

00:26:33: also deshalb nur dieses dass man Was als belastung sieht oder nicht einordnen kann Oder so.

00:26:38: das gibt es in schulen auch ganz viel.

00:26:40: ja der stimmt wie gut dass du das da sozusagen für dich reflektiert hast und dann auch in deinem Buch nochmal für die Eltern zur Verfügung stellst.

00:26:53: In dieser Folge sprechen wir ja auch über Neurodivergents, wenn ich ganz ehrlich bin... Über viele Jahre wusste ich gar nicht, dass es das gibt und entsprechend habe ich mich nach und nach erst einlesen und recherchieren müssen um herauszuarbeiten was bedeutet das eigentlich wenn ein Kind hoch begabt ist oder im Autismus-Spektrum usw.

00:27:15: Die Ergebnisse dieser Recherche sind in einem Kapitel geflossen meines Buchs Wie kommt mein Kind gut durch die Schule unter Titel Notendruck Hausaufgaben Stress und Lernfrust gemeinsam bewältigen?

00:27:26: Ein Wegweiser für Eltern.

00:27:28: Und ein Wegweisern soll es eben auch sein im Bezug auf Neurodivergenz, aber auch in Bezug die Frage wie Kinder am besten... für die Schule gestärkt und begleitet werden können.

00:27:38: Das Buch gibt es überall im Buchhandel, ihr könnt aber auch direkt über den Link in den Show Notes darauf zugreifen!

00:27:43: Und wenn ihr auch ein Angebot habt was Eltern interessieren könnte schreibt doch eine mail an podcast-familien-stunde et katjasahlfrank.de und wir gehen mit euch durch ob das für diesen Podcast infrage kommt.

00:27:55: und jetzt geht's weiter mit der Folge.

00:28:03: Also jetzt sind wir im Thema Geschwister, da hat das du noch mal gesagt.

00:28:08: Ich würde sozusagen die beiden Sachen zusammenführen.

00:28:10: also es kann natürlich sein ich habe das ja eben auch schon gesagt wenn Druck entsteht und ich meine das scheint so zu sein dass Lukas extrem unter Druck zu stehen scheint.

00:28:19: das ist ja das was ihnen beschreibt kann eben über diese Grundkonstellation sein, dass er da in so eine Langweile kommt.

00:28:30: In so einer Unterforderung kommt und dann ist es natürlich so ... dieses Feldgeschwister noch mal zusätzlich zu einer Reibungsfläche wird, also dass man das als ein Ort wahrnimmt wo sich Spannung entlädt.

00:28:46: Und gleichzeitig sind da natürlich und da hast du völlig recht auch ganz gängige Entwicklungsgerechte Konflikte eben da, weil da geht es ja dann auch darum.

00:28:57: Bin ich gesehen?

00:28:58: Bin ich gehört?

00:28:59: Bin Ich wichtig?

00:29:00: bin ich wertvoll.

00:29:01: was ist mit meiner exklusiven Beziehung?

00:29:04: Ja die Kinder sind ja schon älter jetzt und leben schon länger mit diesem konflikt und Eltern denken ja Dann auch nicht so weit dass sie das gefühl haben So ja die kinder sind ja jetzt schon länger auf der welt.

00:29:14: Der geschwisterkonflikt kann's nicht mehr sein weil die sind ja Jetzt nicht mehr zwei und fünf zwei und vier oder so aber der läuft ja immer mit.

00:29:22: Also es ist ja so was wie ein biologischer, biografischer Konflikt der immer mal stärker und mal weniger stark mitlaufen kann.

00:29:30: Es gibt natürlich auch Situationen wo er gar nicht spürbar ist.

00:29:33: aber es gibt also in meiner Erfahrung kaum Situation wo das nicht mal auch Thema ist dass da so eine Form von Rangelai eben auch stattfindet oder dass es auch ein Spannungsfeld ist, wo Kinder aktuelle Konflikte dann eben auch in diesem Feld entladen.

00:29:49: Insofern würde ich's auch nicht sozusagen konkret darauf hinbeziehen aber es kommen da mehrere Sachen zusammen und dieses eifersüchtig sein was ihnen das auch beschreibt, das is ja keine Unreife oder irgendwie ein schlechter Charakter zu oder eine Eigenschaft sondern die sind ja Kinder ehrlich gesagt, doch wahrscheinlich eher um diese Frage bin ich eigentlich wertvoll für dich.

00:30:16: Ja also ich glaube das ist ja so die Frage, die wir immer über diesen Geschwisterkonflikt auch stellen oder die Suche nach der Antwort auf die Frage wie wichtig und wertvoll bin ich?

00:30:26: Und da Bob jetzt komme ich nochmal zu deinem Gedanken den du ganz am Anfang hattest wäre vielleicht auch noch mal interessant, die ganze Konstellation der Familie besser zu kennen.

00:30:37: Der Vater wohnt mit im Haus ist aber da wo er kann.

00:30:40: Keine Ahnung ... Ist nur so ein Minilink dorthin?

00:30:43: Vielleicht sagt ihn jetzt ihr habt das Missverständnis gar nicht so, dann kann man es wieder zur Seite stellen.

00:30:47: Aber dass

00:30:47: man sagt okay wenn er kann, könnte man's z.B.

00:30:50: auch mal entzerren.

00:30:51: Wenn man das wahrnimmt, dass Lukas Mann eine Aufgabe kriegt oder daran rum ... denken kann und wo er nicht gerade bei Moritz ist, weil dann, weiß ich, eine Hausaufgabensituation der eine muss sich konzentrieren.

00:31:04: Der andere will aber das da schon mitspielt und so dass man es ein bisschen entzerren kann.

00:31:08: meinst du das so?

00:31:09: Ja ich meine jetzt wäre ja jetzt schon sozusagen die Lösung auch ein Verhalten.

00:31:13: das was ich meine ist dass es vielleicht auch Bewegungen gibt die wir hier jetzt nicht so wahrnehmen Spannungen gibt unklarheiten gibt.

00:31:22: Wie ist eigentlich meine Konstellation?

00:31:23: der Vater wohnt mit dem haus ist der getrennt oder nicht?

00:31:25: also Es ist so was wie eine Irritation geben könnte, die dann eben auch eine Orientierungslosigkeit vielleicht auch innerhalb dieses Drucks noch mal deutlich macht.

00:31:37: Genau und dann weißt du, was mir noch so auffällt?

00:31:39: Er bekommt ja viel Raum und viel Aufmerksamkeit.

00:31:44: Und Aufmerksamkeit ist nicht das Gleiche als Zuwendung.

00:31:48: Viel Raum heißt auch nicht automatisch viel sich gesehen fühlen!

00:31:54: Also da könnte man, finde ich nochmal so ein bisschen fokussieren und noch mal gucken.

00:31:59: Gibt es eine Möglichkeit wirklich konkret Botschaften zu senden?

00:32:04: Da könnte Ihnen das noch ein bisschen justieren und nochmal gucken wie sind die Räume gestaltet auch was passiert eigentlich bevor die Kinder miteinander in Streit geraten.

00:32:14: Also nicht so sehr, ich muss den Streit verhindern, sondern eher so die Frage, wo leht sich das denn auf?

00:32:23: Vorher ist es schon spürbar!

00:32:25: Ich als Vierfachmutter habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass es Zeiten gibt und zwar innerhalb der Entwicklung aber auch innerhalb des Tages immer wieder, wo bestimmte Spannungen dann da sind, die man vorher eigentlich schon spüret zügiger reagieren müsste.

00:32:44: Ich weiß schon, der eine geht gerade in diese Richtung und lädt seinen Schulranzen ab und trifft aber dabei auf sein Bruder weil ich das weiß dass er auch in dieser Ecke ist und dann müsste ich im Grunde schon ein bisschen regulieren und dahinter hergehen habe natürlich nicht immer die Zeit aber für sich das nochmal zu reflektieren dass man da auch einen Halt geben kann.

00:33:02: es ist glaube ich gar nicht so unwichtig ja und das auch ein bisschen sortieren kann.

00:33:08: Also was ich so gemerkt habe, Katja.

00:33:11: Und das müsste Ihnen selber dann nochmal für sich auch klarmachen und uns vielleicht auch noch mal schreiben oder so, dass wir in dem Fall weil wir einerseits eine relativ komplexe Problemlage haben und andererseits viel nachfragen müssten jetzt eher um diese Konflikthaftigkeit herumtanzen ab und zu mal ne Sentenz setzen, so könnte man vorgehen aber natürlich etwas weniger konkret sind Sondern eher gucken, worauf kann man den Fokus oder worauf können Ihnen es jetzt auch mal legen ohne eine abschließende Form der Lösung anbieten zu

00:33:43: können.

00:33:43: Ja also das was ich eben schon so ein bisschen begonnen habe... Ich versuche ja immer, so ein bisschen Perspektivwechsel reinzubringen.

00:33:50: Also dieses nicht wie verhindere ich den Streit sondern was lädt sich eigentlich auf?

00:33:55: Was ist für eine Spannung dazwischen Ihnen?

00:33:57: Es schreibt auch dass sie eben dann da zwischen hängt sozusagen in dieser Spannungen und vielleicht nicht so sehr zu gucken wer bekommt jetzt mehr oder wer hat mehr bekommen sondern wer fühlt sich geradezu wenig gemeint und gesehen Und dann den anderen Perspektive wechsel hatten wir ja auch schon nicht noch

00:34:17: mehr

00:34:18: Aktivität, wie soll ich sagen?

00:34:20: Nicht noch mehr Bespaßung, sage ich jetzt mal in Anführungsstrichen reingeben.

00:34:25: Sondern was anderes und dieses Gefühl dass Lukas als Ältester da den Familienalltag dominiert nochmal mehr zu verstehen das der Große also Lukas eigentlich vor allen Dingen sehr laut zeigt dass er einen inneren Druck hat wo er keinen Ort für hat.

00:34:44: ja Und was ich jetzt ganz konkret tatsächlich doch Ihnen es nochmal sagen könnte, ist dass es gut wäre für sich noch mal zu reflektieren erstmal.

00:34:57: Wann verlieren die Kinder eigentlich Sicherheit?

00:35:01: ist das nach der Schule bei den Übergängen.

00:35:04: Und wenn wir dann bei den Übergängen sind, dann nochmal mehr die Übergänge in dem Vergrößerungsglas in den Blick zu nehmen also nach der Schule vom Essen nachem Essen Hausaufgaben erst landen lassen ja bevor dann beide auch in so einen offenen leichteren Kontakt gehen der nicht strukturiert ist.

00:35:23: Dann Das, was du von mir auch immer schon kennst wenn es um Geschwisterkonflikt geht sind ja so diese Mini-Exklusivmomente.

00:35:30: Ja also diese emotionalen Vitaminenpillen mit Depot Wirkung jeden Tag oder jeden Kontakt irgendwie mit Verbindungen näherend aufzufüllen sozusagen.

00:35:42: Ich finde gerade die Botschaft an Lukas Du kommst vor!

00:35:47: Du bist gesehen gehört und verstanden ohne dass du kämpfen musst Das wäre vielleicht nochmal ein Satz.

00:35:55: Und dann ja, vielleicht auch das was ich eben noch mal gesagt habe diese eigenartige Stimmung die hab' ich noch nicht so ganz erfasst ist so bisschen die Fuß dass ihnen es an der Stelle auch nochmal für sich guckt.

00:36:05: wie würde sie diese Stimmung beschreiben dieser eigenartigen Stimmung ernst nehmen und dann vorher eben reinzugehen Orientierung zu geben Nicht erst eingreifen wenn's eben körperlich wird?

00:36:17: Ja, das sind so die Sachen.

00:36:18: Du hast recht.

00:36:18: Es bleibt ein bisschen diffus und wir sind so ein bisschen über die Hochbegabung oder die vermeintliche oder vermutete eingestiegen Und haben dann auch da noch mal ein bisschen allgemeiner gesprochen.

00:36:28: Aber das ist das, was uns jetzt hier dazu einfällt.

00:36:34: Ich hoffe du kannst damit erst einmal weitergehen und kannst mal für dich diese Situation nochmal entschleunigen.

00:36:41: Ich glaube, das ist auch wichtig.

00:36:43: Entschleunigung, weil ich glaube, dass dieser Druck irgendwann dazu führt, dass es dann ganz schnell gehen kann und da die eigene Rolle sich anzugucken.

00:36:52: Bin ich schon in einer hohen Erregung?

00:36:55: Werde ich jetzt zur Schiedsrichterin oder zur Richterin?

00:36:58: Sende ich Sicherheit oder sende ich Erwartungsdruck

00:37:01: gerade?".

00:37:03: Ja... Okay!

00:37:04: Also von meiner Seite gibt's noch irgendwas was du sagen möchtest.

00:37:08: ansonsten würde ich sagen

00:37:11: Ja nee, ich würde nur gerne sagen schreibt doch gerne auch nochmal bei Spotify in die Kommentare wie das bei euch mit Geschwisterkonflikt ist.

00:37:19: und wenn ihr euch fragt warum sage ich das immer?

00:37:22: Da geht es natürlich auch darum dass Spotify bemerkt.

00:37:25: Das is ein Podcast da reden Menschen drüber dann wird er mehr Menschen ausgespielt und entsprechend können mehr Menschen uns dabei zuhören.

00:37:32: so dreimal Menschen aber so ist es halt.

00:37:34: deshalb Haut in die Tasten, wenn ihr mögt und wir gucken mal was ihr so schreibt.

00:37:38: Vielleicht ihr müsst auch mal in einer oder anderen Folge aufnehmen?

00:37:41: Genau ich habe relativ viele Rückmeldungen und ich hab auch echt schon überlegt was ich damit mache.

00:37:45: Ich will überlegen damit mal weiter und da können ja auch Kommentare dann mit rein.

00:37:49: Also ihr Lieben Das war die Familien-Sprechstunde für heute.

00:37:54: Wir sagen auf Wiedersehen, wir danken euch für euer Zuhören!

00:37:57: Für euer offenes Herz!

00:37:58: Für Euer offene Ohr.

00:38:00: bleibt weich und liebevoll mit Euch selbst und Euren Kindern und bis nächste Woche!

00:38:05: Ciao ciao!

00:38:06: Tschüüü!

00:38:11: Das war Die Familien- Sprechstunde mit Katja Saalfrank.

00:38:14: Eine neue Folge gibt es jeden Montag überall dort wo es Podcasts gibt Und wenn du magst, nehmen dir jetzt noch einen Moment Zeit für dich Zeit, das Gehörte nachwirken zu lassen – in Kopf, Herz und deinem Körper.

00:38:27: Vielleicht hat sich etwas gezeigt?

00:38:30: Eine neue Perspektive oder eine leise Bewegung nach innen?

00:38:34: Spür gerne Nach- und Entschleunige nochmal!

00:38:37: Wenn du selbst eine Frage hast die du hier in der Familien-Sprechstunde teilen möchtest schreib mir gerne an podcast-familien-sprechstundenetkatjasaalfrank.de.

00:38:46: Alle Zuschriften werden natürlich anonymisiert.

00:38:50: Hinweise zur aktuellen Folge sowie Informationen zu meinen Kursen und Ausbildungen und allen Angeboten findest du in den Show Notes.

00:38:57: Schau dich dort gerne um!

00:39:00: Ich danke dir von Herzen, dass du dir Zeit genommen hast und ich wünsche dir viele gute Beziehungserfahrungen- und Verbindungsmomente.

00:39:07: Und nicht vergessen es gibt keine schwierigen Kinder sondern nur schwierige Situationen.

00:39:14: Bleibt nicht damit.

00:39:14: alleine schon ein Gespräch kann Veränderung bringen Ein Austausch entlasten und Fragen zu stellen, kann neue Wege öffnen.

00:39:24: Deine Katja

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