Folge 27: „Ich tue nichts gegen dich. Ich tue etwas für mich.“ – Wenn Eltern Nähe suchen und Kinder Abstand brauchen
Shownotes
In dieser Folge sprechen Bob und ich über die Dynamiken, wenn Kinder Abstand suchen und Eltern gerade dann Nähe herstellen möchten.
Wir sprechen darüber:
• warum Rückzug nicht immer Beziehungsabbruch bedeutet
• weshalb Kinder manchmal erst wieder zu sich finden dürfen
• was bei Eltern berührt werden kann, wenn ein Kind sich zurückzieht
• wie Verbindung bleiben kann, auch wenn ein Kind Abstand braucht
Es geht nicht darum, ein Kind allein zu lassen. Sondern darum, einen Raum zu halten, in dem beides möglich wird: Du darfst Abstand brauchen. Und ich bleibe für dich da.
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In dieser Folge erwähnte Angebote und Informationen:
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"Wie kommt mein Kind gut durch die Schule" und
"Lesen. Schreiben. Ein Plädoyer für ein besseres Miteinander"
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Transkript anzeigen
00:00:04: Sprecher 1 Herzlich willkommen bei der Familiensprechstunde mit Katia Saalfrank. In diesem Podcast geht es um Bindung und Beziehung. Um das Zusammenleben von Erwachsenen und Kindern und um das, was hinter dem Verhalten von Kindern wirkt. Ich bin Katia Saalfrank, Ich bin Diplompädagogin, Familientherapeutin und körperorientierte Eltern und Familienberaterin in eigener Praxis in Berlin. Ich bin Autorin, Podcasterin und Mutter von vier Söhnen.
00:00:30: Sprecher 1 Ich arbeite bindungs und beziehungsorientiert und begleite Menschen dabei, Kinder besser zu verstehen und sich selbst gleich mit. Ich freue mich sehr, dass du eingeschaltet hast. Schön, dass du da bist. Herzlich willkommen zur Familiensprechstunde mit Katia Saalfrank. Und Bob ist auch wieder da. Wie schön. Guten Morgen. Guten Tag, lieber Bob. Hallo. Hallöchen. Ja, Ich wollte gerade wieder fragen, wie es dir geht und habe so im Vorfeld überlegt, wie es dir gehen könnte, weil ich dich diese Woche sehr präsent in den sozialen Netzwerken gesehen habe.
00:01:07: Sprecher 1 Du hast dich für Demokratie eingesetzt und ich habe mich gefragt, wie es dir damit geht, mit dieser Sichtbarkeit und was für Feedback Du kriegst.
00:01:15: Sprecher 2 Ja, mir geht es gut. Ich war ja tatsächlich in Erfurt auf der großen Demonstration. Luisa Neubauer hatte eingeladen und ich war ziemlich angespannt. Muss man schon auch sagen. Auch was den Nachgang angeht, weil ja auch medial manchmal etwas verkürzt berichtet wird. Das fand ich alles völlig in Ordnung und ich fand es auch gut, dass ich hingefahren bin, weil ich glaube, dass die Zeit, alles nur von der Couch aus zu beobachten, irgendwo vorbei ist.
00:01:46: Sprecher 2 Wir müssen uns aktiv für die Demokratie einsetzen. Das bedeutet nicht, dass wir alle die gleiche Meinung haben müssen. Das bedeutet auch nicht, dass ich großer Fan von parteipolitischen. Entwicklungen bin, die gerade laufen. Aber erstmal finde ich es ganz gut, wenn wir auch weiterhin in dieser Form zusammenleben können. Und das war mir halt wichtig. Was Feedback angeht, habe ich diesmal nicht reingeguckt.
00:02:12: Sprecher 2 Gut, aus guten Gründen, Weil es ist so, wenn ich sehe, dass unter einem Video von mir zweieinhalbtausend Kommentare sind. Das bedeutet meistens nicht zwangsläufig, dass nur Feierei ist. Jetzt will ich auch nicht nur positive Rückmeldungen haben, Das ist nicht so, aber ich will mir auch nicht jeden Schuh anziehen und deshalb habe ich mich da eher geschützt.
00:02:36: Sprecher 1 Ja, das verstehe ich. Na ja, ich fragt das auch deshalb, weil ich natürlich auch. Und du hast natürlich völlig recht. Es ist nicht die Zeit, zu Hause auf dem Sofa zu sitzen und das Ganze aus der Distanz zu betrachten, sondern was zu tun. Und gleichzeitig ist es auch gut, wenn viele Gesichter dort sind. Und es gibt ja sehr viele Stellen, an denen wir sozusagen auch an unserer Gesellschaft mitarbeiten und mit bauen können.
00:03:00: Sprecher 1 Und ich komme jetzt diese Woche aus dem letzten Praxiswochenende der Eltern und Familien Berater Ausbildung und habe da auch noch mal ganz verstärkt das Gefühl gehabt, dass da sehr an der Keimzelle gearbeitet wird von Demokratie, von Miteinander, von wie wollen wir miteinander leben, Was brauchen wir auch jedes einzelne System, also jetzt gar nicht politische System, sondern das sind ja Menschen, die dort an der Macht sind.
00:03:25: Sprecher 1 Und Macht und Kontrolle sind ja auch immer wieder Mechanismen, die in unseren Beziehungen wirken. Und da habe ich so gedacht. Jeder kann auch an seiner Stelle, das kann man ja auch zusätzlich machen, noch auch wirken und habe noch mal auch gedacht, wie gut es ist, dass wir hier zusammen sprechen. Und ich bin einfach sehr froh und dankbar, dass du auch deine Expertise hier mit rein gibst, weil es nicht weniger sozusagen wert ist, nur weil wir vielleicht nicht so sichtbar sind jetzt mit dem, was wir tun.
00:03:52: Sprecher 1 Aber die Kinder von heute sind ja die Menschen, die die Gestalten von morgen. Und insofern finde ich das auch ganz wichtig, was wir hier machen.
00:04:02: Sprecher 2 Genau. Und ich glaube, wenn ich das noch anfügen kann, es geht auch nicht immer um die große Sichtbarkeit, egal ob auf der Straße oder im Podcast oder so, sondern in gewisser Weise ist das ja der Kern von diesem, was man so sagt, dass etwas viral geht. Ja, eigentlich ja aus der Medizin. Also ein Virus verbreitet sich ganz schnell.
00:04:28: Sprecher 2 Aber ein bisschen naiv vielleicht. Aber so zu denken, wenn das Gute auch in den Köpfen ist, sei es, so der Gedanke. Okay, ich sehe jetzt gerade nur das Verhalten meines Kindes, aber da liegt was hinter. Ich habe hier vielleicht gerade eine andere Meinung, aber man kann auch eine andere Perspektive. Das ist so wichtig und das möchte ich kurz noch mal ganz kurz politisch dazu fügen.
00:04:51: Sprecher 2 Ich würde keinen verurteilen, der eine andere politische Meinung vertritt. Also wirklich, egal in welchem Parteienspektrum. Ich finde, mit Menschen muss man immer sprechen innerhalb des Privaten. Und zwar mit der Frage Warum ist das eigentlich so? Wieso glaubst du das? Und mit Fakten? Ich glaube, im persönlichen Kreis kann man viel mehr bewirken, als man vielleicht manchmal denkt.
00:05:14: Sprecher 1 Ja, das kann gut sein. Ja, Okay, dann starten wir rein. Und wir haben heute eine Frage, wo es auch um Mikrokosmos geht. Also vielleicht auch um um diese Mechanismen, die wir gerade besprochen haben, aber eben in Wirkungszusammenhänge, die eben in Beziehungen stattfinden zwischen Eltern und Kindern. Heute haben wir eine Frage von Corinna und Corinna hat mir geschrieben an Podcast Familiensprechstunde, Katia Saalfrank und heißt natürlich anders und ich übergebe jetzt an Bob.
00:05:49: Sprecher 2 Liebe Katia, vielen Dank für deinen Podcast. Ich habe alle Folgen auch mit Matze und Bob sehr gerne gehört und es ist sehr wertvoll für mich, die verschiedenen Perspektiven der unterschiedlichen Anliegen zu hören. Wie schön, dass Bob jetzt auch in der Familiensprechstunde mit dabei ist. Hallo Bob, Aha. Corinna, die natürlich eigentlich anders heißt. Ich habe zwei Töchter, zwei und vier, bald fünf Jahre alt.
00:06:11: Sprecher 2 Es geht um die ältere der beiden, Anne. Kurz zu ihrem Charakter. Sie ist sehr sensibel, klug und inzwischen auch selbstbewusst. Man würde sie als Außenstehende als lieb betiteln. Sie ist im Allgemeinen sehr angepasst und redet auch nicht gerne über Dinge, die sie zum Beispiel im Kindergarten beschäftigen. Ich habe manchmal das Gefühl, sie muss sich selbst sortieren und macht das mit sich aus.
00:06:32: Sprecher 2 Das wird allerdings langsam besser. Nun zu unserer Problematik. Wenn sie zu Hause müde ist oder viel erlebt, wird sie oft sehr wütend. So wütend, dass sie weg will. Es reicht in solchen Momenten eine kleine Unstimmigkeit. Sie möchte dann in ihr Zimmer oder läuft, wenn wir im Garten sind, ins Haus und weint. Ich kann mit der Situation nicht umgehen.
00:06:52: Sprecher 2 Ich will dann, dass sie bei mir bleibt, will sie trösten, mich erklären, normal mit ihr sprechen. Ich werde oft laut und unfair, wenn sie wegrennt und kann mich einfach nicht beherrschen. Ich sage dann Dinge wie Dann darfst du nicht das und nicht das. Um sie zu mir zu bekommen, obwohl ich weiß, dass das falsch ist. Wenn sie wieder bei mir ist, geht es.
00:07:12: Sprecher 2 Da will ich sie trösten, ihr die Situation erklären. Aber sie bricht immer wieder aus und will weg. Ich weiß einfach nicht, wie ich mich richtig verhalte. Sie lassen warten, bis sie wiederkommt oder ihr nach etwas Zeit hinterher gehen. Ich kenne das Verhalten aus meiner Kindheit. Meine Eltern waren öfter laut und auch nachtragend. Es wurde beschämt und es gab Vorwürfe.
00:07:32: Sprecher 2 Jetzt kommt es mir bei mir vor wie bei einem Deja vu, nur in einer anderen Rolle. Was kann ich besser machen, dass sie sich in diesen Momenten von mir entfernt? Tut so weh. Ich würde mich auf ein paar Impulse von dir und euch freuen. Und macht bitte weiter so! Du und ihr helft mir und bestimmt auch vielen anderen sehr im Alltag.
00:07:47: Sprecher 2 Ganz liebe Grüße, Corinna.
00:07:50: Sprecher 1 Ja, vielen Dank erst mal für die Frage und auch, dass du das vorgelesen hast, Bob. Also mir gehen verschiedene Sachen durch den Kopf und ich würde gerne ein bisschen drüber fliegen. Gerne auch mit dir. Also das erste, was mir einfällt, ist also das erste, wir können ja mal sagen, worum es geht. Es geht eigentlich um das Weglaufen, also das Weglaufen in einer Situation.
00:08:17: Sprecher 1 Sie schreibt, sie kann mit der Situation nicht umgehen. Ich will dann, dass sie bei mir bleibt. Ich will sie trösten. Ich will mich erklären. Ich will normal mit ihr sprechen. Und dann wird sie laut und unfair und versucht sie mit Druck wieder zu sich zu holen. Und da habe ich jetzt. Also wenn jetzt Corinna ich weiß, sie sitzt jetzt nicht hier, aber wenn sie jetzt hier sitzen würde und mit mir sprechen könnte, würde ich ein paar Fragen an sie stellen.
00:08:40: Sprecher 1 Und vielleicht gebe ich diese Fragen einfach mal rein, so dass Corinna für sich schon mal überlegen kann. Oder auch andere Hörer und Hörerinnen, die das so kennen, dass sie eigentlich gerne ihre Kinder coregulieren wollen, trösten wollen, erklären wollen, aber die Kinder nicht zuhören oder weglaufen. Und zwar Wir können uns mal fragen Warum willst du das unbedingt? Also warum will ich unbedingt, dass mein Kind bei mir bleibt?
00:09:03: Sprecher 1 Warum will ich trösten? Warum will ich mich erklären? Warum will ich normal mit ihr sprechen? Ja, und vielleicht auch noch mal so ein bisschen, um die Perspektive zu öffnen. Was wäre, wenn das nicht geht? So, weil jetzt im Augenblick geht es ja immer zu darum, Wie kann ich sie wieder zu mir kriegen? Ja, aber was wäre, wenn das respektiert würde?
00:09:24: Sprecher 1 Wenn das akzeptiert würde, dass das ein Raum ist, den sie sich gerade nimmt und dass das eben ihr Umgang ist damit. Und erst mal sie, also die Tochter, mehr Verbindung zu sich selbst sucht und braucht und in Distanz geht. Ja, und.
00:09:42: Sprecher 2 Auch Katia, es ist einfach so schön. Ich habe eigentlich gedacht, dass du mit was anderen anfängst und dann kommst du mit sowas rein und ich denke schon wieder ja. Thats it. Das ist so ein wichtiger Punkt. Kann ich. Kann ich ganz kurz was anfügen, was da in diese Richtung geht?
00:09:59: Sprecher 1 Bitte, bitte.
00:10:00: Sprecher 2 Weil das hatten wir ja schon häufiger. Und diejenigen, die uns schon länger hören, die wissen auch, dass manchmal ein Problem beschrieben wird, dass nur an der Oberfläche ein Problem des Kindes ist, eigentlich aber ein Problem der Eltern. Und dann muss man halt schauen, was genau ist davon eigentlich das Problem und wie kann man das lösen? Aber jetzt nicht zwangsläufig in Bezug auf das Kind, sondern vielleicht auf die eigene Selbstreflexion.
00:10:26: Sprecher 2 Und da dachte ich, es ist spannend. Sie schreibt ja kurz zu ihrem Charakter. Sie ist selbstbewusst. Außenstehende sagt man lieb. Sie redet nicht gerne über Dinge, die sie beschäftigen. Ich habe manchmal das Gefühl, sie muss sich das selber sortieren und dann kommt das wird allerdings langsam besser. Und ich habe mich gefragt Warum wird das eigentlich überhaupt bewertet? Oder Was spielt das insgesamt für eine Rolle?
00:10:54: Sprecher 2 Ich meine, vielleicht hat sie es auch einfach unbewusst reingeschrieben und da dachte ich, in gewisser Weise schimmert da schon, bevor überhaupt die Problembeschreibung kommt, der Wunsch nach Kontrolle raus. Und zwar nicht böse. Also Corinna, ich sage nicht, das ist schlecht oder böse oder so, dass du das machst. Es ist total nachvollziehbar. Man möchte auch wissen, was das Kind gerade beschäftigt.
00:11:14: Sprecher 2 Aber da kommt schon raus Eigentlich möchte ich diejenige sein, die das auch lenken kann, die mit dem Kind dann darüber spricht. Und ich möchte die Kontrolle über das Kind haben und was passiert ist in gewisser Weise, wenn sich die Situation so überspitzt, es kommt eben zum Kontrollverlust.
00:11:30: Sprecher 1 Genau.
00:11:31: Sprecher 2 Und darauf reagiert die Mutter.
00:11:32: Sprecher 1 Und Kontrollverlust. Also ich finde, du sprichst was ganz wichtiges an und das ist mir natürlich auch aufgefallen, diese Beschreibung nämlich Wenn wir den Eisberg haben, sind wir wieder auf der Eisbergspitze, bei dem, was du beschreibst. Da ist Kontrolle. Warum Kontrolle? Weil Angst Sorge da ist und unten drunter liegt das Bedürfnis nach Sicherheit. Also das heißt, Kontrolle ist eigentlich ein ein Mechanismus, der greift, wenn wir unsicher sind.
00:11:57: Sprecher 1 Und deswegen schreibt Corinna ja auch. Und wenn du gerade diese Situation ansprichst, das finde ich auch noch mal einen spannenden Einschub, dann könnte Corinna auch da noch mal sich selbst ein paar Fragen stellen. Also die Frage, die du dir gerade gestellt hast zum Beispiel. Oder reingegeben hast Warum ist ihr das so wichtig, dass oder warum bewertet sie das als besser?
00:12:18: Sprecher 1 Was genau wird aber besser? Das finde ich auch noch mal spannend. Was genau wird denn besser? Was verändert sich denn konkret? Ja, wie verändert sich das? Also welche Zeitpunkte oder welche Atmosphäre nimmt sie Da war ja und was tut sie als Mutter dafür? Also ist da wieder Druck bei ihr mit dabei? Und wird es deswegen in ihrem Gefühl besser?
00:12:40: Sprecher 1 Wird ihre Sicherheit besser? Oder ist es tatsächlich so, dass ihre Tochter sich mehr öffnet? Was macht Sie konkret anders? Ja, und das mal zu sortieren, um das erst mal besser zu verstehen und wahrzunehmen. Und du hast völlig recht, das ist eben sie. Sie ist unsicher und ich glaube, aus dieser Unsicherheit passiert es dann auch, dass sie unfair wird.
00:13:04: Sprecher 1 Sagt sie ja selbst auch. Und das finde ich auch an der Mail und an der Frage besonders, dass Corinna hier an der Stelle sich selbst gar nicht rausnimmt, sondern dass sie eigentlich umgehend ja auch in der Mail schreibt. Ich kenne das aus meiner Kindheit. Ich werde unfair. Ich sage Dinge, die zwar zum manchmal zum Erfolg führen, zu dem Gewünschten, zu der gewünschten Kontrolle, dass sie dann bleibt.
00:13:27: Sprecher 1 Aber dann will sie doch wieder weg. Ja, und womit könnte das denn zusammenhängen, dass sie dann so laut und unfair wird? Ja, und dass sie so unter Druck gerät, weil das ist ja auch etwas, was sie eigentlich nicht möchte. Also da scheinen ja Wirkungsmechanismen bei ihr in Gang zu kommen, die Unregulierten sind, die aus einer früheren Zeit herkommen?
00:13:51: Sprecher 1 Ja.
00:13:52: Sprecher 2 Darf ich dich da als. Also du hast ja psychologische Expertise auch. Ja, da würde ich gerne was fragen. Also, ich. Ich frage das nicht nur, sondern ich. Ich stelle eine These in den Raum und du kannst mir dann sagen, ob das ein bisschen weit hergeholt ist. Also Sie. Sie spricht ja über ein bestimmtes Muster, Also das ist nicht immer so, aber häufig.
00:14:14: Sprecher 2 Und sie sagt zwei verschiedene Dinge. Erstens sie will, dass sie bei sich bleibt, dass sozusagen die Grundlage. Und wenn das nicht so ist, dann wird sie laut. Und dieses laut werden würde ich jetzt mal, würde ich jetzt mal die These formulieren ist nicht rational, sondern das ist so, wie man das so von Menschen kennt, die so road rage haben, also die im Auto sitzen und und und schreien oder so, also das ist nicht mehr so richtig gesteuert.
00:14:44: Sprecher 2 Sie sagt zwar was sie will, aber wenn dann nicht das kommt, was sie will. Corinna also dass das Kind bleibt, dann wird sie halt laut. Und da habe ich gedacht, wir sprechen immer über den Eisberg und gut, die Hörerinnen werden das wissen. Aber. Also wir haben sozusagen auf der obersten Seite das Verhalten, Wir haben da drunter die Emotionen bei den Kindern eigentlich normalerweise und darunter eben die Bedürfnisse.
00:15:08: Sprecher 2 Und wenn wir diesen Eisberg uns anschauen, hätte ich jetzt gerade eben gesagt, na ja, das Kind, das will in dieser Situation autonom sein. Die Mutter will das Gegenteil.
00:15:20: Sprecher 1 Also die Mutter will in Verbindung und das Kind will in die Selbstwirksamkeit. Richtig?
00:15:25: Sprecher 2 Richtig. Genau. Und interessanterweise sprechen wir also über zwei Dinge Wir sprechen über in Anführungsstrichen das Verhalten des Kindes und die Bewertung der Mutter. Wir sprechen aber auch darüber, dass das Verhalten der Mutter im Grunde genommen auch auf dieser, ja dieser, dieser Wut dann vielleicht basiert und und auf ihrem nicht eingelösten verbindungs Bedürfnis, wenn man so möchte. Also das wäre jetzt erst mal die These, weil das ja dann spannend ist, weil sie vielleicht möglicherweise auch noch mal so ein Reflexionsimpuls dafür hat, wo sie in der Problemlösung selber auf sich schauen könnte.
00:16:05: Sprecher 1 Genau. Und das, was sie jetzt gerade macht, ist ja, dass sie ihre Tochter unter Druck setzt, indem sie laut wird und die Verbindung einfordert. Und dann beschreibt sie Wenn sie dann wieder bei mir ist, will ich sie trösten und will ihr die Situation erklären. Aber sie bricht immer wieder aus und will weg. Ja, das spricht für mich so ein bisschen dazu.
00:16:25: Sprecher 1 Oder ich ich sehe oder höre daraus, dass eigentlich die Tochter das ihr zuliebe tut. Also sie tut es nicht, weil sie denkt Mama will mich trösten und ich brauche jetzt eine Erklärung, sondern sie geht zur Mama zurück, weil da ein Druck entsteht, weil Mama in Not gerät und weil sie sich eigentlich um ihre Mutter kümmert und das ihr zuliebe tut.
00:16:45: Sprecher 1 Geht eigentlich über ihre Grenze, über ihr Bedürfnis hinweg. Und das finde ich einfach für uns Eltern noch mal wichtig, weil manchmal, wenn wir diesen, ja wenn wir diesen Perspektivwechsel noch mal haben, dann können wir uns noch mal klarer in der in der Haltung halten und bewahren, dass wir ja eigentlich nicht wollen, dass unsere Kinder über ein Bedürfnis weggehen, sondern dass sie dieses Bedürfnis vielleicht, dass wir es auch benennen und dass wir dann auch dieses Bedürfnis für dieses Bedürfnis Raum ein können.
00:17:20: Sprecher 1 Ja, und wenn Sie, wenn Corinna sich da noch mal fragt Möchte ich das wirklich, dass meine Tochter über ihr Bedürfnis hinweg geht? Und wenn sie dann sagt Nein, das will ich eigentlich nicht. Dann würde ich gerne noch mal tiefer gehen in die Dimension rein, die du gerade angesprochen hast, nämlich deine These. Da steht Verbindungs Wunsch der Mutter versus Autonomie der Tochter.
00:17:43: Sprecher 1 Und da bin ich mir nicht so sicher. Man könnte also man kann ja nie sagen, das ist das und das ist das aber ich ich spüre eher, dass es unter Umständen auch um eine Verbindung geht, die die Tochter sucht, aber zu sich selbst und nicht zur Mutter. Und für diese Verbindung zu sich selbst. Also ich spüre mich mit meinem Ärger, mit meiner Überforderung.
00:18:06: Sprecher 1 Und ich gehe in die Distanz. Das heißt ja nicht, dass sie weggeht. Das ist auch eine interessante Interpretation, dass die Mutter eben das Gefühl hat, das Verlassenwerdens oder dass sie sie kann nichts tun. Ich glaube, sie kommt in eine Hilflosigkeit und sie rutscht sozusagen in ein, in einen Anteil rein, der mit dieser Situation relativ wenig zu tun hat, sondern mit ihrer Erfahrung als Kind.
00:18:31: Sprecher 1 Und das beschreibt sie ja auch. Und das finde ich erst mal einen sehr, sehr guten Spiegel und einen sehr guten Link sozusagen in ihre eigene Kindheit. Ich finde, das können wir auch hier noch mal an der Stelle sagen Alle Eltern, die Fragen zu Situationen mit ihren Kindern haben können. Mal überlegen, gibt es einen Link zu meiner eigenen Biografie, wo ich das Gefühl, was ich gerade habe, kenne?
00:18:55: Sprecher 1 Ja, wo mir das schon mal begegnet ist, weil das macht Corinna hier wunderbar vor. Ja, und dann wissen wir auch, dass die Antwort im Grunde schon in uns drin liegt. Und das, was jetzt passiert ist, dass ich im Augenblick gerade die Tochter um den verletzten, kindlichen Anteil kümmern muss und und irgendwie aus dieser, aus dieser Dynamik entsteht, dass eigentlich da so was wie eine, wie ein Pflaster drauf kommt.
00:19:21: Sprecher 1 Es wird ja nicht geheilt, aber es kommt so was wie ein Pflaster drauf. Ja, und das ist aber etwas, was ihr als Kind passiert ist und dieser Anteil scheint ihr dann in dieser Situation rein zu rutschen und da zu versuchen, mehr in den erwachsenen Anteil zu kommen, der klingen könnte, wie zum Beispiel Ich darf es heute anders machen, der aber jetzt vielleicht im Augenblick noch so mit dem kindlichen Anteil so verbunden ist, dass er irgendwie so klingt wie ich muss es heute anders machen.
00:19:53: Sprecher 1 Da entsteht der Druck. Ich muss es heute anders machen, Das darf nie wieder passieren, dass da ein Kind alleine ist mit seinen starken Gefühlen. Ja, und was sie tun kann, ist, dass sie ein bisschen mehr. Also Corinna, dass du dich noch mal mehr selbst dabei beobachtest, was da eigentlich passiert. Was passiert in deinem Körper? Welche Gedanken hast du?
00:20:13: Sprecher 1 Und kannst du spüren, dass deine Tochter, gerade wenn du dich noch mal mehr in deinen in deinen Mutteranteil, in deinen erwachsenen Anteil rein fühlst? Dass deine Tochter nichts gegen dich tut, sondern für sich. Dass sie für sich Verbindung sucht. Ja, und dann noch mal spüren, dass in den Momenten, wo das wo sie sich das schreibst du ja dass sie sich in den Momenten von denen sie sich so entfernt das tut so weh.
00:20:41: Sprecher 1 Was ist das für ein Schmerz? Weil der hat nichts mit unseren Kindern zu tun heute. Das ist, als scheint eine Erinnerung eine tiefe Erinnerung zu sein von Verlassenwerden, von sich allein zu fühlen und da noch mal hinzugucken Wo kommt denn dieser Schmerz her, Was beinhaltet der, vielleicht in Verbindung? Abgewertet zu sein, Vorwürfe gemacht zu bekommen, beschämt worden zu sein, Dass ich Verbindung nicht gut angefühlt hat und sie jetzt heute Verbindung eigentlich ja gut gestalten möchte und dann auch fragt Aber wie kann ich es dann machen, wenn sie gar nicht da ist?
00:21:24: Sprecher 2 Wenn das Kind fünf Jahre alt ist oder vielleicht sogar schon sechs, Dann steht ja bald die Schule vor der Tür. Und anders als manche sagen Jetzt beginnt der Ernst des Lebens, ist das eine ganz wunderbare Sache. Denn Schule kann richtig Spaß machen. Aber vor allen Dingen natürlich nur dann, wenn man weiß, wie man das Kind am besten begleitet.
00:21:43: Sprecher 2 Ich habe das Eltern Buch geschrieben. Wie kommt man Kind gut durch die Schule? Notendruck, Hausaufgaben, Stress und Lernfrust gemeinsam bewältigen. Ein Wegweiser für Eltern. Jetzt ist es aber so, dass ja vielleicht die Hausaufgaben noch gar nicht so viel sind. Am Anfang geht es erst mal darum Welche Schule können wir eigentlich auswählen und woher wissen wir, was eine gute Schule ist?
00:22:01: Sprecher 2 Und wenn die Schule dann beginnt, Wie kann ich das Kind am besten begleiten? All das habt ihr in diesem Buch, das wirklich Nachschlagewerk ist für die gesamte Schulzeit. Und wenn euch das interessiert, dann könnt ihr gerne in den Shownotes gucken. Da gibt es nämlich dieses Buch Wie kommt mein Kind gut durch die Schule? Und wenn ihr von anderer Seite mal ein Angebot habt, was Eltern interessieren könnte, dann könnt ihr gerne eine Mail schreiben an Podcast, Familiensprechstunde, Katia Saalfrank de.
00:22:28: Sprecher 2 Und dann können wir mit euch darüber sprechen, ob vielleicht euer Angebot auch hier im Podcast eine Rolle spielen könnte. Also macht's gut und viel Spaß weiterhin bei der Folge.
00:22:43: Sprecher 2 Ich würde gerne noch noch eine Sache dazu sagen. Im Grunde genommen ist das nur eine Ergänzung und die Zuhörenden werden das auch schon wissen. Aber genau deshalb ist so dieses Ich will ist übrigens spannend, wenn ich das jetzt noch mal sehe. Das wird sogar zweimal wiederholt der Deutschlehrer in mir. Ich will dann, dass sie bei mir bleibt, will sie trösten, mich erklären, normal mit ihr sprechen, das ist total nachvollziehbar.
00:23:09: Sprecher 2 Aber das ist ja in gewisser Weise so ein Versuch, etwas zu rationalisieren, also sehr kopflastig zu machen, was in dem Moment aber gar nicht funktioniert und auch nicht geht. Und dann wird sie ja irgendwie wütend daraus und das kennen wir ja auch alle. Also in einer Situation, wo wir gerade emotional angespannt sind oder sogar.
00:23:32: Sprecher 2 Ja, in so einer, in so einer, in so einer Wut sind jetzt unabhängig auf wen wir den richten, können wir dann nicht sagen Ja gut, dann lass uns das doch jetzt durchsprechen. Das geht eigentlich erst, wenn die Wut irgendwie verzogen ist. Ja, und das ist vielleicht ganz kurz.
00:23:46: Sprecher 1 Ich warte mal gesagt ja nicht, dass sie was durchsprechen möchte, sondern sie möchte ja sich erklären. Das finde ich eben auch noch mal so interessant.
00:23:55: Sprecher 2 Aber dieses Jahr fünf also. Also natürlich wird die 5-jährige das verstehen, wenn man das in entsprechende Worte kleidet, aber ja nicht in genau der Situation, doch nicht in der Situation, wo sie gerade abrutscht.
00:24:06: Sprecher 1 Erstens das und zweitens finde ich auch noch so ein Gab zwischen dem, was eigentlich ist und dem, was Corinna unter Umständen wahrnimmt. Weil vielleicht gibt es ja gar nichts zu erklären von ihrer Seite, weil sie beschreibt ja, dass ihre Tochter sozusagen müde ist und ihr etwas zu viel wird. Und dann ist sie ja überflutet und sie ist überfordert.
00:24:27: Sprecher 1 Und die Strategie, die ihre Tochter wählt, ist erst mal sozusagen mit dieser Wut, die sie überflutet, warum auch immer. Weil sie eben auch in dem Alter ist, wo viele Gefühle sind. Wir haben jetzt auch keine konkrete Situation, aber sie beschreibt die Dynamik, dass ihre Tochter dann weggeht. Und wenn sie im Garten sind, geht sie in ihr, geht sie ins Haus oder in die Wohnung.
00:24:46: Sprecher 1 Und das ist doch erst mal okay. Und da gibt es vielleicht gar nichts zu erklären, sondern da gäbe es vielleicht zu fragen. Da gibt es vielleicht Sachen zu fragen. Hey, was ist passiert? Wie geht es dir? Brauchst du was? Ja, Also, sie muss sich nicht erklären. Das finde ich so spannend, weil vielleicht dieses Ich muss mich erklären eben auch noch etwas ist, was zu diesem unregulierten, frühen Anteil gehört, der sich damals so wahnsinnig missverstanden gefühlt hat.
00:25:14: Sprecher 1 Ja, jetzt habe ich dich unterbrochen. Entschuldige.
00:25:17: Sprecher 2 Nein, nein, nein, überhaupt nicht. Ich finde das gut. Ich. Ich habe mich. Ich habe gerade nur sozusagen nachgedacht über. Also wann der Moment der Frage ist, weil die konkrete Frage war ja auch, was kann ich stattdessen machen? Ich meine, Corinna weiß ja, dass dieses laut werden und so nicht das richtig ist. Aber soll ich eigentlich hinterher oder warten, bis sie wiederkommt und so und da kannst du was zu sagen?
00:25:40: Sprecher 2 Ich würde das schwierig finden, so da eine Musterlösung für zu finden, weil das ja eine Annäherung ist, die dann eben auch vor allen Dingen von der Seite der Tochter kommt. Aber das Angebot zu machen, also Angebot im Sinne einer Präsenz fände ich jetzt erst mal nachvollziehbar. Also zum Beispiel ich weiß nicht. Wir gehen jetzt mal davon aus, okay, sie ist im Garten, die Tochter in ihr Zimmer sichtbar zu sein, sodass sozusagen die Annäherung einfacher ist, als den ganzen Weg wieder zurückzukommen.
00:26:09: Sprecher 2 Und zwar nicht sofort, sondern nach einer Zeit, die verstrichen ist. Weißt du, weil es noch so ein bisschen ein Gab gibt zwischen Sie geht weg. Ich bin diesmal nicht laut. Ich frage sie, aber ich frage sie erst, wenn, wie gesagt, wieder ein bisschen Ruhe angeht.
00:26:24: Sprecher 1 Ist so ein bisschen so ein so ein entweder oder und eine Schwarz Weiß Lösung so also nicht das eine oder das andere, sondern vielleicht unter Umständen beides. Ja, also ich finde als allererstes, wenn wir uns mit der Frage beschäftigen was kann sie anders machen? Finde ich als allererstes wichtig, noch mal zu sagen. Es ist wesentlich aus meiner Sicht, dass Corinna nicht in Not gerät.
00:26:47: Sprecher 1 Also weil sie ist in Not, Ja, ihre Tochter geht weg und eigentlich ist ihre Tochter gerade in Not, hat aber eine ganz gute Strategie, nämlich mit sich in Verbindung zu gehen. Erstmal. Und Corinna gerät aber ihrerseits in Not aus den Dingen, die wir gerade aus den Dynamiken, die wir gerade besprochen haben. Und dann kümmert sich eigentlich die Kleine um die Mutter.
00:27:08: Sprecher 1 Ja, indem sie dann wieder kommt, weil sie unter Druck gesetzt wird. Und das ist erstmal die Dynamik. Und die aufzulösen heißt erstmal, sich um sich selbst zu kümmern. Und Corinna, wenn du dann mehr spürst, noch mal das vielleicht von deiner Seite aus eine konkrete Erlaubnis innerlich in deiner Haltung ist, dass es okay ist, wenn deine Tochter geht. Also sie geht nicht weg, sondern sie geht erstmal zu sich selbst und dass sie das erst mal darf.
00:27:39: Sprecher 1 Und dann denke ich, wäre es schön, wenn man ein bisschen experimentiert im Sinne so wie du es gerade gesagt hast, Bob In einer bestimmten Präsenz und in einer Verbindung zu bleiben, also wegzugehen oder wenn der eine weggeht, heißt es ja nicht, dass die Verbindung weg ist. Das ist vielleicht die Erfahrung, die Corinna gemacht hat, dass Verbindung dann weggeht, obwohl sie ja da bleiben musste bei ihren Eltern und sich das alles anhören musste.
00:28:06: Sprecher 1 Ja, und jetzt kann sie eine neue Erfahrung schaffen, nämlich die Verbindung erhalten und gleichzeitig der Tochter den Raum geben, Also zu signalisieren also gehen lassen und oder und hinterher gehen. Das eine schließt das andere nicht aus und die Signale oder die Botschaften wären Ich habe dich gesehen in deinem Zustand, in deinem Gefühl. Du bist wichtig und wertvoll, gehört und gesehen und verstanden mit deinem Gefühl.
00:28:35: Sprecher 1 Und es ist okay, wenn du dich jetzt zurückziehst, zurückziehen musst oder möchtest und gleichzeitig zu signalisieren. Ich bin hier. Ich bin da. Ich warte auf dich, ohne dass du kommen musst. Du darfst kommen, wenn du mich brauchst. Ich bin offen für dich. Du darfst. Du musst aber nicht. Ja, Und ich glaube, wichtig ist dann auch nicht so sehr, was sie tut, sondern wie sie das tut, was sie tut.
00:29:05: Sprecher 1 Das ist wirklich eine Haltung ist, die diese Handlung auch begleitet. Raum geben und das Angebot zu machen, ohne ständig sozusagen an die Tür zu hämmern. Ja, also dieses, dieses drängende Du musst jetzt und ich brauch was von dir, Ich will das klären, ich will mich erklären, ich will trösten. Das ist ja ganz komisch, wenn, also wenn, wenn da jemand ständig sozusagen an dem Raum so hämmert.
00:29:29: Sprecher 1 Aber so ein leises Anklopfen, so eine Diele, die vor der Tür knarrt und die irgendwie deutlich macht Hey, da ist jemand, da wartet jemand auf dich und ein leises Anklopfen und an der Tür mal fragen Hey, brauchst du was? Also jetzt in dem symbolischen Bild, aber auch tatsächlich vielleicht gesprochen? Ja, also zu signalisieren, die Verbindung ist da und ich bin für dich da, wenn du mich brauchst, weil ich sehe deine Überforderung, ich sehe deine Überflutung.
00:29:55: Sprecher 1 Ich sehe auch jetzt gerade dein Bedürfnis nach Rückzug und und die Verbindung zu dir selbst. Und gleichzeitig darfst du auch spüren, dass die Verbindung zwischen uns noch weiterhin besteht.
00:30:07: Sprecher 2 Ja. Mich würde interessieren bei den Hörenden. Wie sieht das bei euch aus mit dem Loslassen? Oder wie schafft ihr es dann auch mal zurück zu stehen und erst mal ein bisschen Zeit ins Land gehen zu lassen? Schreibt es doch gerne in die Kommentare. Denn ich würde denken, dass der eine oder andere das kennt, dass man die Situation auflösen will und das nicht so leicht schafft.
00:30:33: Sprecher 2 Und übrigens, wenn ihr es wirklich kennt und den Podcast gut findet, dann empfiehlt ihn gerne weiter. Wir sind auf dem Weg, wieder zu unserer Stamm hörerschaft zu kommen, aber der eine oder andere hat es vielleicht noch nicht mitgekriegt. Und da helft ihr uns natürlich sehr, wenn ihr das verteilt.
00:30:49: Sprecher 1 Absolut. Und weißt du, während du jetzt gerade geredet hast und gefragt hast wer kennt das? Und so ist mir noch ein Aspekt eingefallen Du kennst mich ja, ich setze ja immer gerne noch was nach. Und zwar habe ich das Gefühl, dass es auch bei Corinna darum gehen könnte, dass unter Umständen ihr Gefühl, als Mutter wertvoll zu sein, weggehen könnte, wenn ihre Tochter weggeht.
00:31:12: Sprecher 1 Also weil sie will ja trösten, Das sind ja sehr mütterliche Anteile, ja, die sie machen möchte. Also möchte korrigieren. Sie möchte trösten, sie möchte wertvoll sein für ihre Tochter. In einer Situation, in der es ihrer Tochter offensichtlich nicht gut geht, sie aber Verbindung zu sich selbst wählt. Und das würde ich Corinna gerne zum Schluss noch mitgeben, dass sie nicht weniger wertvoll ist, wenn sie Verbindung hält auf eine bestimmte andere Art und Weise, als in der Nähe ihrer Tochter zu sein.
00:31:40: Sprecher 1 Man kann auch Trost spenden zwischen geschlossenen Türen und sie ist genauso und in dieser Situation offensichtlich maximal wertvoll, wenn sie Verbindung anders gestaltet. Ja, ja, ja, sehr schön. Vielen Dank, Bob. Ihr Lieben. Das war die Familiensprechstunde für heute. Wir sagen für heute Auf Wiedersehen. Wir danken euch fürs Zuhören, für euer offenes Herz, für euer offenes Ohr. Bleibt weich und liebevoll mit euch selbst und euren Kindern und schreibt uns gerne an Podcast Familiensprechstunde Katia Saalfrank und bis nächste Woche liebe Grüße.
00:32:18: Sprecher 1 Tschüss Bob. Ciao.
00:32:23: Sprecher 1 Das war die Familiensprechstunde mit Katia Saalfrank. Eine neue Folge gibt es jeden Montag überall dort, wo es Podcasts gibt. Und wenn du magst, nimm dir jetzt noch einen Moment Zeit für dich. Zeit, das Gehörte nachwirken zu lassen. In Kopf, Herz und in deinem Körper. Vielleicht hat sich etwas gezeigt. Eine neue Perspektive oder eine leise Bewegung nach innen. Spüre gerne nach und entschleunige noch mal!
00:32:49: Sprecher 1 Wenn du selbst eine Frage hast, die du hier in der Familiensprechstunde teilen möchtest, schreib mir gerne an Podcast, Familiensprechstunde etc.. Katia Saalfrank de. Alle Zuschriften werden natürlich anonymisiert. Hinweise zur aktuellen Folge sowie Informationen zu meinen Kursen und Ausbildungen und allen Angeboten findest du in den Shownotes. Schau dich dort gerne um. Ich danke dir von Herzen, dass du dir Zeit genommen hast und ich wünsche dir viele gute Beziehung serfahrungen und Verbindungsmomente.
00:33:20: Sprecher 1 Und nicht vergessen Es gibt keine schwierigen Kinder, sondern nur schwierige Situationen. Bleib nicht damit alleine. Schon ein Gespräch kann Veränderungen bringen. Ein Austausch entlasten und Fragen zu stellen, kann neue Wege öffnen. Deine Katia.
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