Folge 25: „Du bist gut, so wie du bist“ – Über Zugehörigkeit, Rassismus und Familie als sicheren Ort für Kinder
Shownotes
In dieser Folge sprechen Bob und ich über eine Familie, in der unterschiedliche Hautfarben, Herkunftsgeschichten und Erfahrungen zusammenkommen. Und über die Frage, wie Eltern ihre Kinder stärken können, wenn sie mit Blicken, Fragen, Vorurteilen oder Ausgrenzung konfrontiert werden.
Wir sprechen darüber:
• warum Zugehörigkeit für Kinder so wichtig ist
• wie Familie zu einem sicheren Ort werden kann
• warum präzise Sprache einen Unterschied macht
• wie Kinder einfache Antwortsätze für schwierige Situationen finden können
Wir können Kinder nicht vor Verletzung bewahren. Wir dürfen ihnen jedoch immer wieder spürbar zeigen:
Wir gehören zusammen.
Du bist nicht falsch.
Du bist gut, so wie du bist.
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In dieser Folge erwähnte Angebote und Informationen:
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"Wie kommt mein Kind gut durch die Schule" und
"Lesen. Schreiben. Ein Plädoyer für ein besseres Miteinander"
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Transkript anzeigen
00:00:04: Sprecher 1 Herzlich willkommen bei der Familiensprechstunde mit Katja Saalfrank. In diesem Podcast geht es um Bindung und Beziehung. Um das Zusammenleben von Erwachsenen und Kindern und um das, was hinter dem Verhalten von Kindern wirkt. Ich bin Katja Saalfrank, Ich bin Diplompädagogin, Familientherapeutin und körperorientierte Eltern und Familienberaterin in eigener Praxis in Berlin. Ich bin Autorin, Podcasterin und Mutter von vier Söhnen.
00:00:30: Sprecher 1 Ich arbeite bindungs und beziehungsorientiert und begleite Menschen dabei, Kinder besser zu verstehen und sich selbst gleich mit. Ich freue mich sehr, dass du eingeschaltet hast. Schön, dass du da bist. Hallo und herzlich willkommen zu dem Podcast Familiensprechstunde mit Katja Saalfrank und heute auch wieder mit Bob. Hallo lieber Bob. Ich freue mich, dich zu sehen. Hey.
00:00:55: Sprecher 2 Dich zu sehen. Du siehst großartig aus. Ich möchte das gerne thematisieren.
00:01:01: Sprecher 1 Ich habe es gesehen. Auf Insta. Deine. Deine pinken Haare. Und jetzt haben wir heute beide gesprochen. Auch noch eine Quelle. Farbe. Eine kräftige Farbe dazu an? Sieht ganz toll aus. Also, mir gefällt es total gut.
00:01:13: Sprecher 3 Ja, vielen Dank. Es ist interessant, wie viele Reaktionen da sowieso schon gekommen sind. Viele haben natürlich gefragt oder was heißt natürlich, ob ich eine Wette verloren hätte oder manche auch so etwas fassungslos nach dem Grund, weil man kann die Farbe wirklich beschreiben, so zwischen rosa und Magenta. Und ich finde es erstaunlich, dass manche Menschen denken, es muss dafür immer so ein Auslöser geben.
00:01:39: Sprecher 3 Ja, genau. Midlifecrisis kam auch noch. Also ich meine, das kann ich natürlich grundsätzlich nicht ausschließen, dass da irgendwelche unbewussten Mechanismen eine Rolle spielen. Aber eigentlich ist es so Ich hatte einfach Lust.
00:01:51: Sprecher 1 Ja, schön.
00:01:53: Sprecher 3 Und ich habe da schon länger drüber nachgedacht. Und klar, das ist dann immer für Leute überraschend, wenn es dann auch tatsächlich kommt. Aber ich bin da so, dass ich so denke auch probieren wir das mal aus.
00:02:01: Sprecher 1 Ja, schön. Also ich habe jetzt gar nicht überlegt, gibt es irgendeinen Anlass? Sondern vielleicht bin ich da auch noch mal anders, weil ich mir auch die Fingernägel immer wieder mit anderen Farben versehe und da einfach Lust auf Farbe habe. Deswegen kann ich das gut verstehen. Lust auf Farbe, Lust auf was Buntes? Und natürlich ist der Kopf noch mal ganz anders.
00:02:20: Sprecher 3 Ja, ich meine, bei mir ist es auch ein bisschen so, ich halte mich nicht für den modisch sten aller Menschen, was auch daran liegt, dass ich meine, man ist ja irgendwie wahrscheinlich mit bestimmten Farben so auch sozialisiert. Bei mir hat sich so blau und dunkelblau, hellblau usw irgendwie so ein bisschen eingespielt und das einzige, was bei mir dann so ein bisschen aus dem Rahmen fällt, sind so meine Sneaker.
00:02:41: Sprecher 3 Und ich dachte, so ist das ja vielleicht auch nicht schlecht. Jetzt habe ich wenigstens ein kleines Gimmick und mir wurde jetzt zumindest gesagt, dass beim Presseclub, wo ich jetzt einen Tag nachdem wir diese Folge aufnehmen waren, das nicht gestört habe oder irgendwie jemand schrieb, dass jetzt ein bisschen Eigenlob aber ist natürlich nicht Kompetenz und rosa Farbe würden ja zusammengehen.
00:03:00: Sprecher 1 Ist doch gut. Ja, also gut, wenn man das so liest, ist es ja auch schön. Wobei ich ja immer finde, Farbe sollte nichts mit Kompetenz oder weniger Kompetenz zu tun haben. Absolut.
00:03:09: Sprecher 3 Du weißt ja, wie die Menschen manchmal sind.
00:03:11: Sprecher 1 Ja, ja, und das passt irgendwie auch gleich. Werden wir gleich sehen. Vielleicht auch ganz gut zu der Frage auch wieder unab gesprochen. Ich habe aber irgendwie gedacht, als als ich das gesehen habe und das ist ja immer was, auch wenn wir uns begegnen, weil wir uns ja viel auch hier jetzt begegnen, auch wenn wir zwischendurch mal Kontakt haben.
00:03:29: Sprecher 1 Was und welche Frage beschäftigt dich im Moment?
00:03:33: Sprecher 3 Welche Frage beschäftigt mich im Moment? Das ist aber eine große Frage.
00:03:37: Sprecher 1 Ja, ich dachte, vielleicht hat sie doch irgendwas mit den Haaren zu tun. Also, wie stehe ich in der Welt? Wie werde ich wahrgenommen? Wie ist das, wenn ich in meiner Lebendigkeit einfach Lust habe, mich zu zeigen? Keine Ahnung. Irgendwie war das so eine Assoziation. Und wie geht es dir? Finde ich manchmal ein bisschen platt, aber so was beschäftigt dich gerade.
00:03:52: Sprecher 1 Ja.
00:03:54: Sprecher 3 Ich glaube, welche Frage mich ständig beschäftigt und das ist ziemlich anstrengend. Ist die Frage mache ich genug? Und vielleicht schwingt da natürlich auch so ein bisschen mit Bin ich genug? Weil wenn ich genug mache, bin ich vielleicht mir auch genug. Aber anders als jetzt in einem Beruf, in dem man morgens hingeht und nachmittags wiederkommt. Ich bin ja gerade beurlaubt, ich promoviere, ich schreibe, ich nehme Videos auf, ich bin bei Sendungen und so ist das ja manchmal in so Wellen.
00:04:27: Sprecher 3 Und dann ist man manchmal im Tunnel, dann macht man ganz, ganz, ganz viel und dann macht man manchmal auch, also zumindest gefühlt weniger. Und dann denke ich Darf ich das jetzt? Darf ich jetzt gerade mal etwas weniger machen? Genau jetzt, Jetzt wird es wieder Psychotherapie. Wir müssen jetzt hier ganz schnell gegensteuern.
00:04:44: Sprecher 1 Ja, ja, ich habe gerade auch überlegt, während ich dir die Frage gestellt habe, ob es eine, also ob man es das kann man glaube ich, gar nicht so einfach beantworten, weil mein ich hätte jetzt beinahe gesagt mein Problem aber mein Thema ist, dass mich gar nicht nur eine Frage beschäftigt, sondern das nicht ganz viele beschäftigen und dann auch noch immer auf diesen mehrdimensionalen Ebenen.
00:05:02: Sprecher 1 Insofern laufen bei mir irgendwie gerade ganz viele Dinge mit. Aber ja, vielleicht lassen wir es einfach mal so stehen. Also vielleicht.
00:05:09: Sprecher 3 Vielleicht, um mal auf eine positive Note zu zu enden. Ich habe jetzt vor ein paar Tagen eine Kolumne dazu geschrieben, dass dieses virale Lied gut genug von Blumengarten und Shirin David, das ja irgendwie ein weltweiter Hit geworden ist, gerade sehr.
00:05:32: Sprecher 3 Ja, genau. Ich meine, das Schlimme ist, man hat es natürlich sofort im Kopf und es geht nicht wieder weg. Aber diese Einfachheit, Du bist gut genug. So drei Wörter, die geht so gegen alles, was uns die Gesellschaft sagt, dass das schon cool ist. Also das könnte ja auch die Grundlage für das Denken über einen selbst, über die Kinder und so, ich meine, das ist was habe ich mein Leben lang mit zu tun.
00:05:52: Sprecher 3 Aber es geht eben nicht darum, dass man nur genug ist, wenn man viel macht oder dies macht. Oder mehr Geld oder mehr Anerkennung oder wie auch immer.
00:06:01: Sprecher 1 Ja, das ist ja auch immer wieder ein Thema hier auch in unserem Zusammenhängen hier im Podcast, weil gerade bei Müttern auch oft aber auch bei Vätern. Also ich habe mich sehr gefreut. Ehrlich gesagt, über diesen kleinen Track und diese Auskopplung und auch die Reaktion darauf, weil mein erstes Buch ja so heißt Du bist okay, so wie du bist und ich ist schon ein bisschen älter.
00:06:21: Sprecher 1 Ja, also das sind Fragen, die mich schon lange beschäftigen. Woran merken wir, dass wir okay sind, so wie wir sind? Und darüber sprechen wir ja auch immer in der Spiegelung. Auch das könnte heute gut passen zu der Frage also heute. Ich gehe mal zur Frage über hat mir Anni geschrieben, die natürlich auch wieder anders heißt und sie hat geschrieben an Podcast, Familiensprechstunde, Katja Saalfrank de und ich übergebe hiermit an dich, lieber Bob ani schreibt.
00:06:48: Sprecher 3 Liebe Katja, lieber Bob. Vielen Dank für Deinen wundervollen Podcast und wie toll, dass Bob auch wieder mit dabei ist. Normalerweise bin ich eine stille Zuhörerin, doch heute habe ich selbst eine Frage. Mein Mann und ich leben seit vier Jahren in Südafrika. Vor zwei Jahren haben wir unseren Sohn, heute sieben Jahre alt und unsere Tochter, heute sechs Jahre alt, in unsere Familie aufgenommen.
00:07:11: Sprecher 3 Beide sind seit ihrer Geburt in einem Kinderheim aufgewachsen. Die letzten zwei Jahre, als wir als Familie zusammengewachsen sind, waren ein aufregender, herausfordernder, lehrreicher und wunderschöner Weg. Wir sind unglaublich glücklich miteinander und sehr dankbar, zwei so wunderbare Kinder zu haben. In unserem Alltag spielen unsere unterschiedlichen Hautfarben kaum eine Rolle. Natürlich erleben wir manchmal Verwunderung von außen darüber, dass sich als weiße Mama zwei schwarze Kinder habe.
00:07:37: Sprecher 3 Manchmal fragen andere Kinder unsere Kinder, warum ihre Mama und ihr Papa weiß sind. Und auch unsere Kinder selbst fragen hin und wieder, warum sie anders aussehen. Doch wir sprechen offen, ehrlich und respektvoll über interkulturelle Adoptionen, sodass es für uns als Familie selbstverständlich ist und keine negativen Gefühle auslöst. Bisher waren die Äußerungen, die wir erlebt haben, nie persönlich verletzend gegenüber unseren Kindern.
00:07:59: Sprecher 3 Dennoch habe ich großen Respekt davor, irgendwann nach Deutschland zurückzukehren. Ich sorge mich, dass unsere Kinder dort möglicherweise mit Vorurteilen oder rassistischen Kommentaren konfrontiert werden könnten und sie sich vielleicht nicht zugehörig fühlen. Bis jetzt waren wir als Familie aus juristischen Gründen noch nicht gemeinsam in Europa. Wie können wir unsere Kinder altersgerecht über Rassismus aufklären und sie gleichzeitig so stärken, dass sie niemals an ihrem eigenen Wert zweifeln?
00:08:24: Sprecher 3 Ich danke dir und euch sehr für eure Gedanken. Liebe Grüße, Annie.
00:08:29: Sprecher 1 Ja, Farbe, Lebendigkeit, Farbe. Bin ich okay, so wie ich bin? Das sind irgendwie jetzt, ohne dass wir es tatsächlich so vorbereitet haben, ja auch Fragen, die damit reinspielen. Und ich finde das wirklich eine sehr vielschichtig und sehr starke Frage, die da kommt. Und ich würde vielleicht auch nicht jetzt ausschließlich das Ganze unter dieser Frage Wie gehen wir mit Rassismus um oder mit rassistischen Vorurteilen einsortieren, sondern tatsächlich auch so ein bisschen das, was ähnlich schon beschrieben hat, nämlich die Zugehörigkeit, also das Thema Zugehörigkeit.
00:09:08: Sprecher 1 Wann und wie fühle ich mich zugehörig? Ich finde, hier ist auch noch mehr drin. Hier geht es ja auch um Identität. Es geht um die Frage ja, Adoption, wo komme ich her? Annahme und eben dann im Grunde eine Vorbereitung auf eine mögliche Ausgrenzung. Also es ist schon auf jeden Fall vielschichtig und mir ist erstmal wichtig auch da, dass wir versuchen.
00:09:35: Sprecher 1 Also das gelingt mir auch nicht immer, aber dass wir da, das haben wir auch schon öfter hier besprochen versuchen eine präzise Sprache auch zu finden, weil Sprache schafft ja Wirklichkeit. Und das ist ja eben auch oft etwas, was ja, was dann auch dazu zu Kränkungen schon führen kann. Also zum Beispiel ich werde jetzt gar nicht auf Rassismus beschränken, auch hier wieder.
00:09:56: Sprecher 1 Ich höre oft dann zum Beispiel Sätze wie Adoptiveltern oder Adoptivkind. Ja, und ich finde es wichtig, dass wir da nicht identitätsstiftende Begriffe finden, sondern dass wir, dass wir wirklich von von Kindern sprechen, die adoptiert sind, von Eltern, die Kinder angenommen haben. Ja, das finde ich, macht was ganz anderes. Das schafft noch mal Raum. Und es gibt eher auch die Identität in die Elternschaft und nicht in die Adoptiveltern schafft.
00:10:27: Sprecher 1 Auch wenn man sich dann Dynamiken noch mal angucken kann.
00:10:32: Sprecher 3 Vielleicht ein ganz kleiner Hinweis, bevor wir auch einsteigen. Ich habe da sehr viele eigene Erfahrungen mit mit allen Themen des Ausschlusses, des Mobbings und der Frage Wieso bist du eigentlich brauner als andere Kinder? Also ich kann sozusagen aus aus eigener Erfahrung auch drüber sprechen, muss aber nicht sein. Ich wollte nur mal so sagen, weil es bei mir ganz weird ist, Wenn ich heutzutage irgendwo stehe und Menschen kennenlerne, dann können da zwei Menschen stehen und einer sagt Wo bist du denn eigentlich?
00:11:06: Sprecher 3 Ja. Und der andere sagt Hey, ich verstehe die Frage überhaupt nicht. Also das ist bei mir ein bisschen weird. Das ist natürlich, wenn man schwarz ist, nicht so, dass das irgendwie nicht auffallen würde. Bei mir ist es eher so, dass es für die einen totaler sichtlich ist. Irgendwie ist da ja ein Hintergrund und und für andere wiederum nicht.
00:11:23: Sprecher 1 Für mich war es gar nicht sichtlich.
00:11:25: Sprecher 3 Ja, genau. Bevor wir einsteigen, ganz kurz hier ein Hinweis. Ich finde das total schön, dass die Grundlage erstmal so toll ist, dass gesagt wird das war ein wunderbarer Weg zusammen. Es ist sehr, sehr wertschätzend. Sie sind unglaublich glücklich miteinander und dankbar, solche Kinder zu haben. Da haben wir einfach schon mal eine ganz wunderbare Grundlage, aus der natürlich dann auch Ängste erwachsen können.
00:11:48: Sprecher 3 Was passiert, wenn wir irgendwie die Länder wechseln und so, aber es ist nicht so, dass das aus einer schon Verzweiflung heraus gefragt ist.
00:11:56: Sprecher 1 Ja, ja, absolut. Genau. Und da ist irgendwie etwas gelungen. Eine Familie mit unterschiedlichen Herkunftsgeschichten, Hautfarben und Erfahrungen kommen zusammen. Ja, das ist und das ist eigentlich gerade das, was du sagst, was so schön ist, weil es eine Zugehörigkeit gibt und es völlig unabhängig von diesen Hintergründen ist. Und das finde ich, ist einfach schon mal ja, wenn das so schreibt.
00:12:21: Sprecher 1 Also ich habe die Frage gelesen und hatte auch sofort sind ganz viele Räume in mir aufgegangen, wie schön das ist. Ja, ja, genau. Also die Sorge, vielleicht zeigen wir da mal ein. Die Sorge von Ani bezieht sich auf die Frage Wie ist das, wenn wir möglicherweise zurückkehren nach Deutschland? Und wie können wir unsere Kinder im Grunde auf Rassismus oder rassistische Vorurteile vorbereiten, ohne ihnen Angst zu machen oder das Selbstwertgefühl zu belasten?
00:12:53: Sprecher 1 Ja, das ist irgendwie die Frage. Und das finde ich gar nicht so so einfach zu beantworten. Und vielleicht tragen wir einfach mal Gedanken dazu bei. Ich habe natürlich ein paar Ideen, Gedanken, Wirkungszusammenhänge auch schon. Ich habe schon einen genannt, nämlich, dass ich wichtig finde, dass es ja auch um eine Form von Identitätsentwicklung geht. Ja, und dass so ein bisschen die Frage ist zu gucken nicht zu früh und auch nicht angstvoll Dinge zu erklären.
00:13:25: Sprecher 1 Dann kann die Welt eben auch schnell bedrohlich wirken, sondern wahrscheinlich altersgerecht, sozusagen Rassismus. Rassistische Vorurteile als ein Thema, ein Problem im Außen zu benennen und nicht in etwas, was aus uns oder was uns in Frage stellt. Das ist vielleicht so der der Einstieg. Und wenn du das jetzt noch mal so sagst, siehst du, das ist bei mir gar nicht mitgelaufen, weil ich das tatsächlich gar nicht.
00:13:51: Sprecher 1 Also mir ist das nicht aufgefallen. Du hast mir das irgendwann mal erzählt. Deine eigenen Erfahrungen. Was könntest du denn sozusagen als jemand, der selbst Erfahrungen damit hat? Was sind denn Dinge, die dir zuallererst einfallen? Wenn du jetzt über die Frage nachdenkst?
00:14:08: Sprecher 3 Also was mir einfällt, sind zwei Punkte, die sich nicht widersprechen, aber ich erst mal realistischerweise sagen würde. Ich glaube, dass dieses in der Frage niemals an ihrem eigenen Wert zweifeln. Das ist schwierig. Das ist aber auch unabhängig von von Hautfarbe usw schwierig. Aber ich glaube, man zweifelt ja auch so an sich. Aber die Familie ist und das ist ein ganz wichtiger Punkt.
00:14:40: Sprecher 3 Die Familie ist der Ort, wo diese Geborgenheit eine Rolle spielt. Also insofern, sich bewusst darüber zu sein, wie wichtig es ist, die eigenen Kinder anzunehmen. Also wir hatten es gerade Du bist gut genug ist erstmal schon eine ganz wichtige Haltung. In meinem Elternbuch spreche ich da und das ist auch nichts, was euch neu sein wird und was dir neu sein wird.
00:15:04: Sprecher 3 Katja von bedingungsloser Liebe also und bedingungslos heißt eben unabhängig davon, ob jemand was, was was Böses oder was nicht Böses oder wie auch immer sagt.
00:15:15: Sprecher 1 Ja nicht nur sagt Entschuldige. Lass mich da gerade noch mal einhaken, weil es eben auch um etwas Grundsätzliches geht. Bedingungslose Liebe ist gar nicht so einfach. Ich habe gerade ich komme gerade aus einer Beratung, wo es darum ging, dass das eigene Kind sich sehr klar durchsetzt. Mit vier oder fünf Jahre ist das Kind alt in der Kita und immer sagt das eine Kind ist doof, kommen wir spielen zusammen und damit sozusagen genauso was schafft, wie wir hier gerade besprechen eine Ausgrenzung und sofort Alarmglocken angehen.
00:15:45: Sprecher 1 Und die Mutter sagt Mir fällt es ganz schwer, da in der Liebe zu bleiben, in der bedingungslosen Liebe, weil ich so eine klare Vorstellung davon habe, dass mein Kind ein soziales Wesen sein soll, was irgendwie alle mit einbezieht usw und da dann eben eigene Erfahrungen raus zu sortieren und zu sagen Ich, ich liebe dich und ich bin interessiert daran.
00:16:06: Sprecher 1 Warum ist das so? Ja, das ist ja im Grunde auch auch eine Form von bedingungsloser Liebe. Und da sagt das Kind ja nicht etwas, sondern es tut ja auch etwas. Ja, aber wir sprechen nicht von erst mal nicht davon, dass Kinder ausgrenzen, sondern dass Kinder unter Umständen und Erwachsene ausgegrenzt werden von einer Gesellschaft, von einem System. So okay.
00:16:28: Sprecher 1 Entschuldigend muss ich gerade noch mal einhaken, weil bedingungslose Liebe klingt immer so groß und ist gar nicht so einfach.
00:16:34: Sprecher 3 Genau. Und ich meine, jetzt kommen wir dahin. Ich kann, ich ich kann ja von Gefühlen sprechen und und von Wahrnehmung bei mir selbst, weil ich keine Ahnung auch. Es kamen so Dinge wie ich weiß nicht ich Butterbrot mit Käse, was auch immer das sein soll. Ja, also so eine kindergartenkonforme Form von rassistischer Äußerungen eigentlich. Also du siehst halt komisch aus, aber ich habe das viel später überhaupt erst als das wahrgenommen, was es war, sondern also mit anderen Worten, das hört sich jetzt vielleicht ein bisschen merkwürdig an, du kannst es auch gerne einordnen, aber aus welchem Grund die Ausgrenzung kam, die hat für mich erstmal überhaupt keine Rolle gespielt, sondern das tat weh.
00:17:19: Sprecher 3 Und das ist immer so, dass Ausgrenzung wehtut, weil man das Gefühl hat, in dem Fall oder in dem jeweiligen Kontext falsch zu sein und dieses Gefühl des falsch seins. Demgegenüber steht dann natürlich das Gefühl, nicht falsch zu sein. Und deshalb ist soziale Einbindung so wichtig in der Familie, aber natürlich auch, was Freundschaften angeht, weil das sozusagen ein Gegengewicht, ein Gegengewicht ist gegenüber etwas, für das man.
00:17:47: Sprecher 3 Und das ist jetzt meine Behauptung, Katja, für das man sensibilisieren kann, altersgerecht, Aber dass man nicht verhindern kann zu sagen, man könnte das verhindern, dass das. Das wäre, glaube ich, falsch.
00:17:59: Sprecher 1 Ja, ich denke auch, dass es wichtig ist, den Raum zu schaffen für die Möglichkeit, dann damit umzugehen und dann eben auch Kinder zu stärken. Und ich will überhaupt nicht sozusagen die Ausgrenzung, die wir in einer privilegierten Gesellschaft erleben, gleichsetzen mit dem, was schwarze Menschen erleben. Und trotzdem ist mir noch mal wichtig zu sagen Dieser Mechanismus Ausgrenzung, der ist ja untersucht worden auch.
00:18:29: Sprecher 1 Und wir haben festgestellt, das erzähle ich oft beim Thema Strafen, dass sozusagen Ausgrenzung und dann eben auch eine Stigmatisierung und damit einhergehende Abwertung so was wie eine Demütigung dazu führt, dass wir einen Schmerz haben und dass dieser Schmerz in den gleichen Arealen stattfindet, im Gehirn wie körperlicher Schmerz ist und dass das Gefährliche sozusagen oder dass das die Tragweite so groß ist bei Strafen, hat dann damit zu tun, dass dieser Druck, der dann entsteht, nicht entweichen kann, also dass der keine Entlastung findet.
00:19:04: Sprecher 1 Und da finde ich es genau der Unterschied zu dem, was wir jetzt auch eben tun können, wenn wir in einer offenen Gesellschaft leben wollen, dass wir diesen Schmerz, also auch diese, diese Kinder, um die es dann geht, wenn Annie das fragt, dass dieser Schmerz, das ist ja das, was du sagst, unter Umständen nicht zu vermeiden ist, diese Erfahrung und gleichzeitig trotzdem eben eine Entlastung stattfinden kann, ja und eben nicht ein Dauerschmerz, eine Dauerdemütigung stattfinden muss, sondern sozusagen dieser Selbstwert, um den es dann geht, eben nicht in Frage gestellt werden.
00:19:38: Sprecher 1 Und ich finde das eben bei dieser Konstellation auch noch mal wichtig zu sagen, dass es ja nicht nur um die Hautfarbe geht, sondern es geht ja auch um die Frage Wo gehöre ich hin? Ja, die Kinder sind adoptierte Kinder, angenommene Kinder. Sie haben eine frühe Heimbiografie und so, da sind noch ganz viele Dynamiken mit dabei und es wird viel um die Zugehörigkeitsfrage gehen Wo gehöre ich hin?
00:20:02: Sprecher 1 Wer ist meine Familie? Warum sehe ich so aus, wie ich aussehe oder anders aus? Ja, und ich glaube, was als allererstes, was ganz wichtig ist, ist diese Zugehörigkeit im Gegensatz zu dem Ausschluss. Und dass da an ihr immer wieder auf unterschiedlichen Ebenen, mit ganz vielen verschiedenen Botschaften, körperlich, sprachlich und auch ganz selbstverständlich gestaltet. Das ist Zugehörigkeit. Und das ist ja auch das, was du schon festgestellt hast, dass da schon ein großes Zugehörigkeitsgefühl entstanden ist.
00:20:33: Sprecher 1 Obwohl die Kinder ja in Anführungsstrichen erst zwei Jahre bei ihren Eltern sind. Also da ist schon ganz, ganz viel gelungen.
00:20:45: Sprecher 3 Das Thema Rassismus oder grundsätzlich Ausgrenzung ist eins, das nicht ganz einfach ist. In meinem Buch Wie kommt mein Kind gut durch die Schule gibt es deshalb auch ein ganzes Kapitel, in dem es viel um die Themen Mobbing übrigens auch gerade in Bezug auf Rassismus geht. Auch Cybermobbing spielt eine Rolle und eben die Frage, wie man als Eltern sein Kind im besten Fall so begleiten kann, dass es damit zurechtkommt, wenn es in der Schule ist.
00:21:12: Sprecher 3 Und das erst mal unabhängig davon, ob es in der Grundschule oder in der weiterführenden Schule ist. Wie kommt man Kind gut durch? Die Schule ist ein Buch, das ihr überall bestellen könnt, zum Beispiel auf Amazon, aber auch in anderen Portalen. Einen Link gibt es in den Shownotes. Und wenn ihr sagt Hey, ich habe auch ein Angebot, was Eltern dieses Podcasts interessieren könnte, dann könnt ihr uns natürlich auch einfach schreiben und zwar über Podcast Familiensprechstunde.
00:21:40: Sprecher 3 Katja Saalfrank.
00:21:48: Sprecher 3 Ich habe vor einiger Zeit ein Video geschaut, das ist auch in meinem Buch gelandet von eigentlich einem Unternehmertyp. Bei dem geht es immer darum, der, der hat, der war früher weinbauer und hat dann irgendwann angefangen, Tiktoks zu machen und so und dann gibt es ja so bestimmte Leute, die nehmen sich dann auch dabei auf, wie sie Gespräche führen.
00:22:07: Sprecher 3 Und das kann man jetzt alles merkwürdig halten, aber ich fand das so interessant, was er gesagt hat. Und zwar hat er eine Mutter zu ihm gesagt, wie sie ihr Kind auf die Social Media Welt vorbereiten soll oder so ähnlich. Ich muss das aus der Erinnerung machen. Und was man ja oft erwarten kann, das ist irgendwie eine Technik oder so oder wie bediene ich das oder wie oft bediene ich das und so?
00:22:29: Sprecher 3 Und er sagte Und ich glaube, so würdest du das nicht formulieren, so würde ich es auch nicht formulieren. Aber ich finde, es hat trotzdem eine Wahrheit, indem du dem Kind Selbstbewusstsein mit gibst. Und das fand ich aber deshalb interessant, weil eigentlich war die Frage Social Media und Social Media hat ja zum Beispiel ganz viele Mechanismen, die auch mit Einbezug und Ausgrenzung zu tun haben.
00:22:51: Sprecher 3 Also man denkt, man ist zum Beispiel Mädchen und findet sich nicht nicht dünn genug oder ein Junge oder bei den Jungen jetzt dieses Luchsing. Man findet was weiß ich seinen Kiefer nicht hart genug oder was auch immer und egal ob in der digitalen Welt oder im real life sozusagen ist es glaube ich, wichtig, dass man aufpassen muss, dass man nicht das Außen als Maßstab nimmt.
00:23:16: Sprecher 3 Ich hoffe, das ist nachvollziehbar. Also weil man könnte ja jetzt auch sagen, okay, also wir setzen uns jetzt hin und wir reden jetzt immer darüber, was passieren könnte in Deutschland und so, also eine Sensibilisierung ist gut, aber ich glaube, das Haupting ist eben dieses Ich bin gut, wer ich, wer ich bin und ich bin gut mit euch zusammen als sozusagen wichtigste Haltung, die es überhaupt gibt.
00:23:38: Sprecher 3 Und letzter Satz noch dazu auch noch mal ein Video. Es gibt so einen Typen, der hat das gemacht, der hat gesagt zu einer Frau im Publikum, ich weiß nicht, so ein Coach oder so, wenn ich dir jetzt sagen würde, ich hasse deine grünen Haare, was würdest du sagen? Hat die Frau gesagt Naja, ich habe ja gar keine grünen Haare, hat er gesagt.
00:23:56: Sprecher 3 Genau, Du hast gar keine Grünen. Aber du musst das gar nicht annehmen. Und wenn ich jetzt sage, du bist dumm, dann weißt du doch auch, dass das nicht stimmt. Genau wie wenn ich sage, du hast grüne Haare. Und das fand ich irgendwie schön, weil das so ein bisschen dieses überträgt, dass man auch mitgibt, dass man Dinge versucht, nicht anzunehmen, die andere Leute irgendwie vermuten oder oder bösartig irgendwie einem zuschanzen.
00:24:21: Sprecher 1 Ja, absolut. Und das ist natürlich aber auch was sehr Erwachsenes. Also da müssen wir uns selbst ja schon sehr bewusst sein, sozusagen. Und die Frage ist ja so ein bisschen, wie kann das gelingen? Und ich denke, dass es eben ein Zusammenspiel auch sein kann. Auch das, was Anja eigentlich jetzt auch schon macht, nämlich dass sie ganz viel auf Zugehörigkeit setzt und das auch formuliert.
00:24:44: Sprecher 1 Und ich will vielleicht noch einen Impuls dazugeben, dass es vielleicht auch wichtig ist, auch nicht jetzt schon sozusagen das, was besonders ist, eben auch zu verschweigen, also darüber auch zu sprechen. Unsere Familie sieht unterschiedlich aus und wir gehören zusammen. Also dass nicht Unterschiedlichkeit sozusagen etwas sein muss im Außen, im Aussehen, was dann dazu führt, dass man sich nicht zusammengehörig gefühlt, ja, sondern zu sagen Ja, du hast vielleicht braune Haut, ich habe helle Haut und beides ist schön und richtig und beides gehört zu uns und wir gehören zusammen.
00:25:20: Sprecher 1 Im Übrigen ist auch das wieder. Das finde ich zum Beispiel gar nicht so einfach, Wenn wir jetzt darüber sprechen, welche Worte finden wir dafür? Also Andi hat jetzt gerade von Schwarz und weiß gesprochen. Ich habe jetzt mal so einen Begriff von hell und und braun reingebracht. Das finde ich zum Beispiel, da bin ich oft unentschlossen so und bin ich immer so in der in dem respektvollen Abwarten.
00:25:43: Sprecher 1 Wie nennt der Mensch das? Benennt das für sich selbst, weil das ja eine Identität ist. Und auch da ist es vielleicht für Andi wichtig, einen Raum zu lassen, dass dann auch die Kinder die Möglichkeit haben, selbst darüber zu sprechen oder auch unterschiedliche Worte mal zu finden, dass sie da die Möglichkeit haben, auch zu gucken, was passt zu mir, wie, wie nehme ich mich war.
00:26:01: Sprecher 3 Ja, bei mir ist das so Genau, ich bin da, bin auch vorsichtig mit. Ich glaube, es gibt da auch verschiedene Perspektiven. Insofern weiß ich gar nicht, ob man es allen recht machen kann. Aber wenn ich mit schwarzen Menschen gesprochen habe, haben gesagt, es ist okay, dass man schwarz sagt und es gibt ja auch sie, also Person of Colour.
00:26:17: Sprecher 3 Nur das sind dann manchmal so Begriffe, wo ich denke, dass sie viel voraussetzen. So also weiß ich nicht. In Berlin Mitte können wahrscheinlich immer sagen Ah ja, hier weiß ich nicht genau, da war eine XY dabei und die ist das aber irgendwie in der Provinz würde ich sagen, was für PI wird für PoC so ne. Und dann ist es aber finde ich, auch gut zu wissen.
00:26:37: Sprecher 3 Man kann einfach sagen, da ist jemand schwarz. Anstatt dass man so in so komische Paraphrase pigmentiert. Diese ganze Quatsch, der dann wiederum ja auch eher stigmatisierend wirken kann.
00:26:48: Sprecher 1 Ja, und ich finde eben wichtig und da kennst du dich ja wahrscheinlich auch wieder besser aus, dass man dann auch in einem persönlichen Kontakt auch sich korrigieren lässt.
00:26:56: Sprecher 3 Total. Ich glaube, das ist das Wichtigste.
00:26:58: Sprecher 1 Ja, finde ich auch. Und das meine ich so das ist dieser Raum, der für Anni wahrscheinlich wichtig ist, dass sie auch ein bisschen Raum lässt, Worte gibt, die Umgebung auch bespricht. Auch in Südafrika ist ja Hautfarbe ein Thema. Also es ist ja nicht so, dass es da gar kein Thema gibt. Ja, das wird auf jeden Fall ein Prozess sein.
00:27:17: Sprecher 1 Und ich finde noch den zweiten Gedanken auch wichtig, den du noch mal gesagt hast mit den grünen Haaren und nehme ich das ja. Also immer wieder zu signalisieren, Rassismus liegt im Außen und es hat nichts mit dir zu tun. Die Menschen, die rassistisch sich äußern. Die haben ein Thema mit sich und ihrer Weltanschauung und es hat nichts mit dir persönlich zu tun.
00:27:38: Sprecher 1 Es hat nichts mit deinem deinem Wert zu tun. Ist natürlich jetzt auch wieder kognitiv. Da kann man dann viel auch emotional anstoßen, indem man darüber spricht. Und ich finde auch tatsächlich wichtig zu sagen, das nennt man Rassismus und Rassismus ist falsch.
00:27:54: Sprecher 3 Ja, und den gibt es auch.
00:27:57: Sprecher 1 Den gibt.
00:27:57: Sprecher 3 Es in Deutschland. Also ich, ich würde das gerne noch mal sagen, das ist die Realität, das kann passieren. Man kann niemanden davor schützen, dass es solche Dinge gibt. Das muss man anerkennen, aber nicht aus Angst heraus handeln, finde ich. Und das ist ja gar nicht so einfach. Also es ist ja gar nicht so eine einfache Haltung, nicht panisch, oder?
00:28:23: Sprecher 3 Wir müssen jetzt dauernd darüber sprechen, wie rassistisch Deutschland ist, weil das Deutschland gibt es sowieso nicht. Ja, für mich persönlich, jetzt gerade vielleicht auch mit Rosa Hahn, gibt es Regionen, wo ich gerade kein Zelt Urlaub machen würde in Deutschland. Darüber muss man sich gewahr sein. Aber gleichzeitig und deshalb finde ich das eigentlich in dieser Folge das Wichtige ist die Perspektive auf die Gemeinschaft, die Identität und den Inner Circle, wenn man so möchte.
00:28:54: Sprecher 3 Weil wenn der Inner Völkel stark genug ist, dann hat man zumindest Schutzmechanismen fürs Außen. Und wenn man sich aber nur auf das Außen konzentriert, dann. Dann würde ich so denken, Ja, das ist zu viel Orientierung, zu etwas, von dem man ja gar nicht weiß. Kann ja auch sein, dass man irgendwo hinkommt. Und da ist eine Region, da sind tolle Leute, es gibt ganz viele tolle Leute in Deutschland, die hier wohnen, die offen sind, die Vielfalt leben und und lieben usw und es passiert gar nichts.
00:29:23: Sprecher 1 Ja, ich hoffe das ist so! Also Rassismus findet ja nicht nur in Dingen statt, die gemeldet werden oder so, sondern ja auch ganz viel subtil im Alltag und können da ausgrenzen. Also ich finde tatsächlich noch mal wichtig, weil du weißt, ich rede oft nicht von richtig und falsch. Und das bezieht sich aber vor allen Dingen auf Beziehungsdynamiken, weil die kann man ja auch erläutern usw.
00:29:45: Sprecher 1 Aber hier finde ich wirklich noch mal wichtig zu sagen, auch die Kinder dürfen das hören. Rassismus ist falsch. Es ist halt Menschen in bessere und in schlechtere ein und das ist eine verkehrte falsche Ansicht. Das ist keine Meinung aus meiner Sicht. Ja und wir helfen dir immer damit. Wir helfen euch immer damit. Ihr seid nicht alleine. Ja, weil das könnte sozusagen dann diesen Selbstwert Kern wieder auch ein Stück schützen und die Kinder auch aus dieser Abwertung wieder rausholen.
00:30:14: Sprecher 1 Ja, ich finde noch wichtig, dass die Kinder tatsächlich auch konkrete, sichere Antwort Sätze unter Umständen bekommen. Also ich weiß nicht, inwieweit das jetzt direkt als Handlungsanweisung verstanden wird, aber ich versuche mal so Beispiele zu machen, Also zu sagen, dieser Satz ist wie fühlt er sich an? Also Sie brauchen nicht nur Aufklärung, da will ich damit sagen, sondern Sie brauchen auch Antworten.
00:30:40: Sprecher 1 Ja, und Sie könnten zum Beispiel sagen Das ist meine Mama. Das ist zum Beispiel auch bei adoptierten Kindern oft ein Thema, weil dann fragen die Leute Ja, wir sind denn deine richtigen Eltern? Und das fühlt sich so schräg an? Ja, was? Was meinst du mit richtige Eltern? Ja, wir wissen heute, dass Eltern diejenigen sind oder wir diese Menschen als Eltern empfinden, wenn sie emotional mit uns verbunden sind.
00:31:04: Sprecher 1 Und zwar unabhängig davon, ob sie uns geboren haben, welche Hautfarbe sie haben, sondern es hat was mit Zugewandtheit, mit Verbindung, mit Bindung zu tun. Ja, und das ist meine Mama. Das ist, glaube ich, ein wichtiger Satz. Ja, und unsere Familie sieht eben so aus, dass man nicht in Frage stellen oder auch zu sagen Das war nicht nett. Ja, das möchte ich nicht.
00:31:25: Sprecher 1 Ja und wichtig sind eben das die nicht rechtfertigen und nicht beweisen müssen. Ja, wir müssen nichts beweisen. Wir müssen uns nicht rechtfertigen, nichts erklären, sondern das darf mit einer Selbstverständlichkeit und mit einer Ruhe eine Grenze sein. Bis hierhin und nicht weiter. Das möchte ich nicht.
00:31:42: Sprecher 3 An dieser Stelle vielleicht auch noch mal der Hinweis Ich habe es gerade gesagt Ich habe zwar Erfahrungen gemacht mit Rassismus und da könnte ich auch lange drüber reden, aber das ist jetzt nur angeteasert. Aber trotzdem bin ich nicht in denselben Schuhen wie andere Menschen und wir sind nicht in denselben Schuhen. Wir können da aus unserer Perspektive nur darüber sprechen.
00:31:59: Sprecher 3 Das heißt, wenn ihr in diesem Themengebiet Erfahrungen habt, was Adoption angeht, was Gemeinschaftlichkeit angeht und was es vielleicht auch heißt, als Schwarzer, als Schwarze in Deutschland zu leben. Teilt das doch gerne mit uns. Schreibt es in die Kommentare, wenn es irgendwie möglich ist und lasst uns das noch mal mit aufnehmen. Das wird uns sehr freuen.
00:32:20: Sprecher 1 Ja, ja, vielen Dank, dass du das noch mal so ansprichst. Und ich will vielleicht noch zwei Sachen sagen, bevor wir zum Ende kommen. Also ich habe eben schon gesagt, es geht nicht nur um Aufklärung, es geht auch um Sätze. Es geht auch darum, dass wir nicht erst abwarten, bis es so ist, sondern dass wir etwas, was jetzt schon ja da ist, vielleicht noch nicht so präsent, aber doch ja vorhanden ist, auch schon ein Stück besprechen.
00:32:44: Sprecher 1 Das ist ja ein Fakt und es werden die Kinder ja auch merken. Und das ist auch nach irritierenden Situationen zum Beispiel, dass da etwas auch noch mal aufgegriffen werden darf, ja, also das nicht wegzumachen, wenn Erwachsene schon, wenn Erwachsene nur komisch gucken oder irgendeine seltsame Bemerkung machen, ja, dass man nicht einfach darüber hinweg geht und dann überlegt War das jetzt schon Rassismus?
00:33:07: Sprecher 1 Ist das was, was ich nach besprechen muss, Alles das, was gespürt wird. Alles das, was sensitiv in unserem System vielleicht auf den Widerstand trifft oder uns selbst in einen, in einen Gedanken reinbringt, darf besprochen werden. Und jetzt nicht irgendwie lange mit irgendeinem Konflikt Gespräch, sondern wie war das gerade für dich, als das Kind gefragt hat, warum ich deine Mama bin?
00:33:29: Sprecher 1 Und dann darf eben das Kind auch oder die Kinder dadurch die Erfahrung machen. Meine Wahrnehmung zählt. Ich darf darüber sprechen und ich muss mit solchen Momenten, mit solchen Situationen, die vielleicht auch Gefühle mit sich bringen, nicht alleine sein und das alleine sortieren, sondern hier sind meine Eltern an meiner Seite und die sprechen mit mir darüber, die nehmen das auch war.
00:33:48: Sprecher 1 Ja, also das finde ich auch einen ganz wichtigen Punkt. Und das letzte ist, dass es noch mal auch sein darf, das ja diese Unterschiedlichkeit oder Vielfältigkeit will ich eher eher sagen. Ja, also dieses vielfältige helle Haut, braune, dunklere Haut, schwarz weiß, so dass das ja eine facettenreiche Geschichte auch mit sich bringt. Also das heißt auch da noch mal zu gucken Gibt es Vorbilder, die zum Beispiel schwarz sind, die bestimmte Bücher, Freundschaften, Erwachsene?
00:34:23: Sprecher 1 Es wird sicher wahrscheinlich in Südafrika gar nicht vermeiden lassen. Aber ich will das noch mal bewusst machen, dass da eben auch noch mal Vorbilder und ich sag mal so Spiegel Räume auch geschaffen werden dürfen, dass das nicht ausschließlich dann Menschen mit heller Haut sind, sondern dass das eben auch Menschen sein dürfen, die eine schwarze Haut haben. Ja, genau.
00:34:44: Sprecher 1 Also weil, weil eben die Liebe in der Familie, die Verbindung natürlich unersetzlich ist und zentral ist. Und trotzdem gibt es ja ein Bedürfnis auch nach Wiedererkennung. Ja, das heißt, Sie brauchen nicht nur eine Zugehörigkeit, eine emotionale Zugehörigkeit zu Ihren Eltern, sondern unter Umständen eben auch ein Stück Spiegel für ihre eigene Identität. Und das ist ja eine Identität, die die Eltern auch schon ein Stück mit in ihre Identität unter Umständen reingenommen haben, weil sie in Südafrika schon seit vielen Jahren leben und sich damit noch mal zu beschäftigen und diesen Raum, diesen Spielraum vielfältig zu gestalten im Sinne ihrer wunderbaren Kinder, die sie jetzt haben und mit denen sie dieses Leben gemeinsam gestalten.
00:35:29: Sprecher 1 Toll!
00:35:30: Sprecher 3 Ja, sehr. Dafür viel Erfolg. Hat sich merkwürdig an, aber jedenfalls wünsche ich euch, dass es auch so weitergeht. So schön, so herausfordernd, so wertschätzend und als Gemeinschaft.
00:35:42: Sprecher 1 Ja, du. Und weißt du, was ich jetzt noch mal dachte? Ich freue mich einfach wahnsinnig. Also mal unabhängig davon, dass ich vor zwei Jahren auch in Südafrika war und extrem beeindruckt war von diesem Land und es eben auch so facettenreich und so vielfältig und wunderbar erlebt habe. Aber ich bin, ich bin klein, ich komme aus Deutschland. Ich war noch nicht viel in der Welt und war dann wirklich.
00:36:03: Sprecher 1 Also total innere Räume sind aufgegangen. Wahnsinn. Und jetzt dachte ich aber noch mal krass, dass uns auch Menschen in Südafrika hören. Also das freut mich einfach auch noch mal so sehr.
00:36:13: Sprecher 3 Stimmt ja, ich daran gedacht.
00:36:15: Sprecher 1 Ja doch das kommen wir jetzt noch mal an vielen, vielen Dank, dass ihr einschaltet, dass ihr mit dabei seid. Und erzählt gerne allen den Podcast weiter. Und ja, das war es erstmal heute von der Familiensprechstunde und ihr habt eben schon gehört. Wir haben Fragen in Spotify noch mal gestellt Wie geht es euch eigentlich mit den Themen? Ihr dürft gerne weiterschreiben an Podcast, Familiensprechstunde.
00:36:38: Sprecher 1 Katja Saalfrank Und für heute sage ich Auf Wiedersehen. Ich danke euch! Wir danken euch sehr für euer Zuhören, für euer offenes Herz, für euer offenes Ohr. Bleibt weich und liebevoll mit euch selbst und euren Kindern, wo auch immer auf der Welt ihr seid. Also bis nächste Woche. Tschüss, Bob.
00:37:01: Sprecher 1 Das war die Familiensprechstunde mit Katja Saalfrank. Eine neue Folge gibt es jeden Montag überall dort, wo es Podcasts gibt. Und wenn du magst, nimm dir jetzt noch einen Moment Zeit für dich. Zeit, das Gehörte nachwirken zu lassen. In Kopf, Herz und in deinem Körper. Vielleicht hat sich etwas gezeigt. Eine neue Perspektive oder eine leise Bewegung nach innen. Spüre gerne nach und entschleunige noch mal!
00:37:27: Sprecher 1 Wenn du selbst eine Frage hast, die du hier in der Familiensprechstunde teilen möchtest, schreib mir gerne an! Podcast, Familiensprechstunde etc. hat ja Saalfrank de. Alle Zuschriften werden natürlich anonymisiert. Hinweise zur aktuellen Folge sowie Informationen zu meinen Kursen und Ausbildungen und allen Angeboten findest du in den Shownotes. Schau dich dort gerne um. Ich danke dir von Herzen, dass du dir Zeit genommen hast und ich wünsche dir viele gute Beziehung serfahrungen und Verbindungsmomente.
00:37:58: Sprecher 1 Und nicht vergessen es gibt keine schwierigen Kinder, sondern nur schwierige Situationen. Bleibt nicht damit. Alleine Schon ein Gespräch kann Veränderung bringen, ein Austausch Entlasten, um Fragen zu stellen, kann neue Wege öffnen. Deine Katja.
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