Folge 20: Jugendsprache - Hört doch mal auf so zu reden!
Shownotes
In dieser Folge geht es um Jugendsprache, Schulhofwörter und die Frage, was hinter dem Nachsprechen und Nachmachen stehen kann.
Wir beschäftigen uns mit den Fragen:
• warum Kinder Wörter oft wiederholen,
• welche emotionalen Bedürfnisse Jugendsprache ausdrückt
• warum Verbote und Konsequenzen nicht hilfreich erscheinen
• wie Eltern dazu mehr in Gelassenheit kommen
• und wann und wie Eltern dem Phänomen konstruktiv begegnen können
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In dieser Folge erwähnte Angebote und Informationen:
Bobs neue Bücher findet ihr u.a. hier:
"Wie kommt mein Kind gut durch die Schule" und
"Lesen. Schreiben. Ein Plädoyer für ein besseres Miteinander"
Mehr zu Bob findet ihr auf seiner Webseite bobblume.de
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Transkript anzeigen
00:00:04: Sprecher 1 Herzlich willkommen bei der Familiensprechstunde mit Katja Saalfrank. In diesem Podcast geht es um Bindung und Beziehung. Um das Zusammenleben von Erwachsenen und Kindern und um das, was hinter dem Verhalten von Kindern wirkt. Ich bin Katja Saalfrank, Ich bin Diplompädagogin, Familientherapeutin und körperorientierte Eltern und Familienberaterin in eigener Praxis in Berlin. Ich bin Autorin, Podcasterin und Mutter von vier Söhnen.
00:00:30: Sprecher 1 Ich arbeite bindungs und beziehungsorientiert und begleite Menschen dabei, Kinder besser zu verstehen und sich selbst gleich mit. Ich freue mich sehr, dass du eingeschaltet hast. Schön, dass du da bist. Hallo und herzlich willkommen zum Podcast Familiensprechstunde mit Katja Saalfrank und heute wieder mit Bob Blume. Hallo Bob. Ich freue mich sehr.
00:00:54: Sprecher 2 Na los, zusammen. Ihr habt mich bestimmt vermisst.
00:00:58: Sprecher 1 Ja. Wir haben dich vermisst. Tatsächlich?
00:01:00: Sprecher 2 Also, man muss wirklich sagen, ich habe ja so ein bisschen auf Spotify herum geguckt und das hat mich total gefreut, dass so viele Leute sich gefreut haben, dass ich wieder da war oder auch bin. Wir müssen das gerade, liebe Hörerinnen und Hörer, so ein bisschen für uns ausbaldowern und. Und ich sage euch ganz offen, dass wenn ihr sagt, diese Familien Sprechstunde in dieser Kombination ist toll und muss so bleiben, dann bedeutet das für euch, dass ihr an alle möglichen Leute diese Folgen auch weiterleitet und darüber sprecht und die empfehlt usw und so fort.
00:01:40: Sprecher 2 Denn wir müssen ja so ein bisschen aufholen.
00:01:42: Sprecher 1 Ja, ein ganz bisschen müssen wir aufholen. Ich finde, schon, dadurch, dass wir den Kanal wechseln mussten, sind glaube ich nicht alle Hörer und Hörerinnen mitgekommen und müssen wir so ein bisschen wieder publik machen, dass es uns gibt? Genau. Und wir müssen einfach so ein bisschen ausbaldowern wie Wie machen wir es miteinander? Also bist du jedes Mal mit dabei?
00:02:03: Sprecher 1 Bist du ab und zu mit dabei? Bist du bei den Fragen mit dabei, wo Schule ist? Ich habe auch schon ein paar interessante Fragen bekommen, die jetzt nicht auch speziell für Schule sind. Und das war ja beim Familienrat auch so und da finde ich es zum Beispiel auch spannend, dich dabei zu haben. Und ich finde ja immer, es ist.
00:02:19: Sprecher 1 Ich finde es schön, wenn es nicht ein entweder oder gibt, sondern wenn wir eine Erweiterung machen können. Also wenn wir wirklich überlegen können, wann und wie machen wir das und das vielleicht auch nicht so fest und so starr ist, sondern wir so alles das also diese Draufsicht, die ja vielleicht, wenn ich alleine bin, noch mal auch aus einer anderen Perspektive oder noch mal tiefergehend ist, dass wir die eben nicht jedes Mal haben, sondern dass wir dann eben auch zusammen drüber fliegen.
00:02:43: Sprecher 1 Und das finde ich eigentlich eine große Bereicherung.
00:02:45: Sprecher 2 Absolut.
00:02:45: Sprecher 1 Also ich sage mal so tatsächlich ist es für mich sehr schön natürlich, wenn ihr alle hört. Und gleichzeitig ist es für mich vor allen Dingen ein wichtiger Kanal. Einfach weil ich finde, die Perspektiven, die wir hier haben, einfach wesentlich. Und ich finde es schön, eine Möglichkeit zu haben, wo das sich multipliziert und wo sich das auch so ein bisschen in die Welt rauspult.
00:03:09: Sprecher 1 Und so nutze ich eben immer alles, dass ich glaube, ich habe es schon an anderer Stelle gesagt, ob das Radio ist, ob das Podcast ist, ob das Bücher sind, ob das meine Beratungen sind, die Kurse sind, Vorträge sind so, wie du es ja letztlich auch machst. Ja, erlebe ich einfach Podcast als ein Medium, wo wir das vervielfachen können und insofern.
00:03:27: Sprecher 1 Insofern wäre eben meine Bitte, es weiter zu sagen, auch für Leute, die eben Lust haben, in diese Perspektive reinzugucken.
00:03:35: Sprecher 2 Genau. Und jetzt wollen wir euch nicht weiter damit zu, sondern es gibt ja sozusagen was Überraschendes. Katja, hast du mir angeteasert. Du willst mir aber nicht sagen, was.
00:03:43: Sprecher 1 Ja, genau, ich habe was angeteasert. Und zwar habe ich in der Familiensprechstunde, wenn ich für mich bin, so ein bisschen ich bin ja so ein rituale Mensch mir angewöhnt und das für mich liebgewonnen so einen Leitsatz, so eine Affirmation damit einzusteigen. Ja, und das ist so ein bisschen daraus entstanden, dass ich ja Affirmation Karten für Familien habe, für Eltern, für Mütter, für Väter und auch für Kinder, was alles auf einer Karte ist.
00:04:11: Sprecher 1 Und ich will aber jetzt gar nicht so tief reingehen, sondern wollte dich fragen, wie du mit dir im Inneren kommunizierst. Also nimmst du deine Gedanken? War sickern die manchmal so in den Kopf rein in dein System? Machst du da was damit? Affirmationen sind ja eben positive Gedanken, die wir uns dann auch geben oder sie auch bewusst noch mal setzen, weil unser Gedankenkarussell in eine andere Richtung läufst.
00:04:40: Sprecher 1 Wie Wie gehst du damit um?
00:04:42: Sprecher 2 Das ist ja wirklich eine einfache Frage jetzt, die ich mal eben so nonchalant beantworten kann. Es ist interessant, denn ich habe manchmal das Gefühl, dass das bei mir manchmal gar nicht so anschlussfähig ist. Ich gebe dir ein Beispiel Wenn ich spreche mit jemandem, dann habe ich meistens eine unterschwellige Metaanalyse laufen. Also während wir sprechen, sagt meine Metaanalyse zum Beispiel Ist es eigentlich sinnvoll, in diesem, in dieser Familiensprechstunde so ein Wort wie Metaanalyse zu benutzen?
00:05:22: Sprecher 1 Ah, okay, also also schon fast auch kritisch mit Fragen dann sofort.
00:05:26: Sprecher 2 Total, Ja, ja, total. Und deshalb kann ich auch meistens für mich beurteilen, ob etwas gut gelaufen ist oder nicht. Es sei denn, ich bin so im krassen Fokus, dass das wegfällt. Also zum Beispiel als ich bei Lanz war, hätte ich dir danach weder sagen können, wie lange war das jetzt noch? Hat das gut geklappt oder nicht? Das heißt, ich muss schon auch in einer gewissen Komfortzone sein, in der Schutzzone, damit das so laufen kann.
00:05:51: Sprecher 2 Und das Ding ist, ich kann dir gar nicht genau sagen, wie ich mit mir selbst kommuniziere. Ich kann dir nur sagen, dass ich in Zeiten, wo ich das mal nicht muss, eine Form von Entspannung habe, die ich sehr selten habe, weshalb ich eben gerne in der Natur bin und oder Gitarre spiele oder so, weil mich das davon abhält, Diese ständigen Metaschlaufen, die ich immer wieder in meinem Kopf kreisen habe, bewältigen zu müssen.
00:06:15: Sprecher 1 Ja, okay. Ja, das das kann ich nachvollziehen, so wie du es beschreibst und ich. Also ich überlege jetzt gerade auch tatsächlich, wie kommuniziere ich mit mir selbst? Also für mich sind tatsächlich diese Affirmationen, diese positiven, stärkenden Aussagen ja etwas Bewusstes. Genau so eine Analyse und so kritische Gedanken und so ein so eine mitlaufende Schleife zu unterbrechen, weil die ja gerade auch im Familienalltag dann eben oft sich selbstständig machen.
00:06:46: Sprecher 1 Ja, und ich habe eben heute zum Beispiel einen Satz mitgebracht und ich weiß nicht, ob du was damit anfangen kannst.
00:06:52: Sprecher 2 Ich werde es dir ganz offen sagen in jedwede Richtung.
00:06:56: Sprecher 1 Also dieser Satz heißt Mein Kind ist eine Bereicherung für mein Leben. Und das ist so ein Satz, also kann es ja noch ein bisschen reinfühlen. Also du weißt ja, dass es bei mir immer um mehrere Ebenen geht. Es geht jetzt nicht nur darum, das nur zu hören und jetzt zu überprüfen und zu analysieren, sondern tatsächlich zu spüren, wie das ist, wenn wir da mal reinspüren und den Fokus sozusagen auf die Qualität der Beziehung legen und so dieses Ganze, was im Alltag oft so mitläuft, dieses das ist nicht passiert, das ist nicht passiert Und diese Belastung, die wir manchmal so spüren, ohne dass wir jetzt so sagen, es ist eine Belastung, Aber es ist ja trotzdem
00:07:35: Sprecher 1 einfach sehr viel. Alles das, dass das so ein herausgehoben es Gefühl also zum Gefühl wird bei mir was so einsickern in den Körper und ich da auch tatsächlich so was wie eine Entspannung und einen Fokus wieder auf das, was mir eigentlich wichtig ist, finden kann. Nicht immer, aber relativ oft. Und es hilft mir, noch mal so bewusster reinzugehen.
00:07:58: Sprecher 1 Mein Kind ist eine Bereicherung für mein Leben, also diese Perspektive eher in dieser Perspektive zu sein.
00:08:05: Sprecher 2 Ja, total. Ich meine aber ich glaube auch, dass die meisten Menschen das sofort unterschreiben würden. Ich meine vielleicht auch deshalb, weil sie gar keine andere Wahl haben, also keine andere Wahl. Damit meine ich, damit macht man sich ja dann selber schwer, wenn man das nicht so sehen würde. Und ich glaube schon, dass das auch wichtig ist, dass sozusagen in einer Form der der Grundhaltung zu haben.
00:08:30: Sprecher 2 Also mein Kind ist eine Bereicherung für mein Leben und geht mir gerade total auf den Keks. Zum Beispiel.
00:08:35: Sprecher 1 Gut, das würde ich jetzt nicht dranhängen. Ja.
00:08:38: Sprecher 2 Würdest du nicht? Nein, aber was ich damit.
00:08:39: Sprecher 1 Meine, ist nicht in der Affirmation gedacht. Genau.
00:08:42: Sprecher 2 Genau. Nein, nein. Aber als Grundhaltung. Das meine ich damit. Weißt du, ein Kind. Also, es kann ja gerade so. Mama, Papa, Papa, Papa. So. Und die Affirmation soll ja eigentlich nur heißen, dass man sozusagen über diese oberflächliche Form der Was ist denn jetzt gerade hinweg geht und in dieser Grundhaltung drin bleibt. So was halte ich davon. Ich ich finde das toll.
00:09:03: Sprecher 2 Ich habe, ich bin ja, ich hätte dir beinahe gerade eben gesagt ich bin kein Mensch für Affirmationen. Dann habe ich auf meine beiden tätowierten Arme geguckt und habe es noch mal überdacht.
00:09:11: Sprecher 1 Sehr gut. Ja.
00:09:13: Sprecher 2 Aber der. Der Unterschied zum Beispiel meiner, meiner Hauptaffirmation alles ist jetzt liegt daran, dass die Bewertung nicht zwangsläufig dabei ist. Hat aber auch eine Verbindung zu dem, was du gerade gesagt hast. Denn dieses Alles ist jetzt bedeutet eben auch Alles ist jetzt im Sinne von man wartet nicht erst immer noch zwei Wochen, bis dann der nächste Urlaub ist, sondern das, was jetzt gerade ist.
00:09:36: Sprecher 2 Ich war heute mit meiner Tochter. Wir haben einen Staudamm gebaut für eine Stunde. Das ist wunderbar, da muss ich nicht darauf warten. Also ich würde auch gerne am Pool liegen, aber sozusagen in diesem Alles ist jetzt liegt für mich schon vieles, was dieses Bereicherung oder oder die positive Bewertung ausmacht.
00:09:51: Sprecher 1 Genau das im Hier und Jetzt zu sein.
00:09:54: Sprecher 2 Katja, ich muss dich hier. Wir müssen doch jetzt hier auch mal auf die Frage eingehen Weißt du warum? Weißt du warum?
00:10:00: Sprecher 1 Na ja, weil wir los müssen. Also, weil wir.
00:10:02: Sprecher 2 Ne, nicht deshalb.
00:10:04: Sprecher 1 Sag mal.
00:10:05: Sprecher 2 Ja, weil das Crazy, das Crazy. Kennst du das? Crazy?
00:10:09: Sprecher 1 Ja.
00:10:09: Sprecher 2 Und das war die Überleitung.
00:10:12: Sprecher 1 Okay, ich hatte jetzt tatsächlich noch was. Weil nämlich an diesem Gedanken. Mein Kind ist eine Bereicherung für mein Leben. Auch das Gefühl ich freue mich über dich drinsteckt und man dann noch mal mehr in in dieses Jetzt reinkommt, was du auch beschrieben hast. Jetzt gehen wir zum Dusk Crazy. Genau. Ich fange mal an mit der Überleitung oder ich nehme deine Überleitung mal an und wir haben schon ein bisschen auch da wieder geteasert.
00:10:35: Sprecher 1 Heute wir nämlich Maria angeschrieben. Marianne heißt natürlich wieder anders und ich übergebe hiermit mal an dich und an die Frage und dann schauen wir mal, was es damit auf sich hat.
00:10:48: Sprecher 2 Hallo liebe Katja, lieber Bob, das bin ich. Katja Ich wurde direkt in die Frage eingefallen.
00:10:53: Sprecher 1 Directly.
00:10:54: Sprecher 2 Ist das nicht schön? Wie schön, dass ihr wieder zusammen seid. Ach so, dass sogar zusammen steht noch nicht mal in Anführungszeichen. So, ich verfolge deinen Podcast, liebe Katja, schon seit längerer Zeit und finde deine Sicht auf die Dinge sehr hilfreich. Dass Du Bob, jetzt wieder mit dabei bist, finde ich wunderbar. Vielen Dank. Ich habe zwei Söhne im Alter von zehn und elf Jahren.
00:11:13: Sprecher 2 In letzter Zeit bringen sie immer öfter Wörter, Ausdrücke und Lieder aus der Schule mit nach Hause, ohne die Bedeutung wirklich zu verstehen. Sie sagen dann Dinge wie und ich betone das jetzt extra mal so Sex an oder save oder singen ständig Lieder mit unangemessenen Inhalten nach Partido. Mich belastet das sehr, weil ich das Gefühl habe, dass sie alles nachmachen, was sie hören.
00:11:36: Sprecher 2 Ich habe schon ruhig erklärt, gesprochen und auch Konsequenzen angedroht, aber nichts scheint wirklich zu helfen. Wie kann man in diesem Alter am besten damit umgehen? Vielleicht könnt ihr. Doug hat ja aus deiner therapeutischen Sicht und du, Bob als Teil des Systems Schule und Lehrer ein paar Impulse geben. Vielen Dank für eure Arbeit. Liebe Grüße, Marianne.
00:11:56: Sprecher 1 Ja, also, du hast es ja schon so schön angeteasert. Ich bin ja damit gar nicht mehr so in Berührung mit dieser. Man sagt da glaube ich, Jugendsprache zu. Wie ist das denn als Lehrer? Wie gehst du denn damit um? Weil ich glaube, das ist ja auch so ein bisschen, Ich sag mal so, es könnte auch sehr peinlich sein, wenn man sich da dieser Sprache bedient.
00:12:16: Sprecher 1 Und trotzdem muss man ja irgendwie damit umgehen. Wie Wie gehst du in der Schule damit um?
00:12:21: Sprecher 2 Ich habe relativ viele Auffassungen dazu. Das erste, was ich sagen möchte ist, ist, dass meine Haltung eine progressive ist. Das heißt, wenn man hier jemand anders sitzen hätte, einen anderen Lehrer, dann wird er anders darüber sprechen. Und das möchte ich an der Stelle sagen, weil ich erst mal Wind aus den Segeln raus bzw. Gegenfrage Warum sollten sie es denn nicht tun?
00:12:43: Sprecher 2 Und vielleicht ein bisschen analytischer. So was wie Six Seven hat keine Bedeutung. Ich habe eine ganze Kolumne darüber geschrieben, dass man zwar theoretisch den Weg von sechs sieben aus der Rapkultur in die Jugendsprache nachvollziehen kann, aber der Sinn dieses Memes ist, dass man es nicht versteht. Das heißt mit anderen Worten Die Reaktion der Eltern und der Älteren ist eingeplant.
00:13:15: Sprecher 2 Der Sinn der Meme besteht in der Reaktion des Unverständnisses. Das heißt, wenn ich da Druck rein gebe oder denke, wieso wiederholst du was, was du nicht verstehst, dann mache ich eigentlich genau das, was dieses Meme verlangt. Ich würde die Perspektive ein bisschen ein bisschen umdrehen und sagen, dass Kinder Dinge wiederholen und um sich schmeißen und auch zu Hause verwenden, ist eigentlich Teil eines Identifikationsprozesses mit der Gruppe.
00:13:47: Sprecher 2 Und da ist es erstmal aus meiner Sicht weniger relevant, ob sie das crazy, wie wir gerade gesagt haben oder was in der Mail steht Safe. Ob Sie verstehen, dass das sicher heißt, sondern es ist einfach ein Teil, ein Spiel mit der eigenen, mit dem eigenen Großwerden, was man eben auf dem Schulhof mitbekommt. Von daher würde ich das dem Ganzen erstmal und das ist so vielleicht so ein so ein Punkt, der meine Haltung am besten zusammenfasst, erst mal beobachtend dem Ganzen begegnen als Bewertend.
00:14:22: Sprecher 1 Genau. Und das heißt, du würdest als Lehrer eine entsprechende Reaktion anzeigen oder du würdest einfach. Also es gibt ja auch auch Dinge, die tatsächlich einen Ausdruck haben. Wobei ich jetzt gerade erst ich glaube, ich muss da mal deinen Artikel lesen oder die Kolumne, die du gerade erwähnt hast, weil ich habe das wieder anders wahrgenommen. Ich habe mir das auch mal von einem Jugendlichen erklären lassen, aber ich habe mir auch schon erklären lassen, dass es ja fast wieder out ist.
00:14:44: Sprecher 1 Schon, also so, dass es schon wieder vorbei ist.
00:14:46: Sprecher 2 Und wir würden gar nicht hinterher. Wir kommen ja auch gar nicht hinterher, während wir sprechen, ist vielleicht wieder das nächste auf dem Weg.
00:14:53: Sprecher 1 Ja, genau. Aber die Frage ist ja also wie geht eine Schule damit um? Und es gibt ja auch nicht nur sozusagen Modewörter. Ich weiß noch, bei uns war das damals geil irgendwie. Dann also ich weiß noch, dass meine Eltern da auch irgendwie erschüttert waren und mir das quasi verboten haben, dass ich das sage. Und ich ich weiß gar nicht, wie das in der Schule war, ob man sich da anders verhalten hat.
00:15:16: Sprecher 1 Aber ich denke auch erst mal, wenn man jetzt noch mal in diese Richtung geht, in die du gerade so ein bisschen gegangen bist, dass es was mit Identifikation und einer Gruppe zu tun hat, dann hat es ja sozusagen aus Bindungs und beziehungsorientierter sich etwas mit Zugehörigkeit zu tun.
00:15:32: Sprecher 2 Ja, absolut.
00:15:33: Sprecher 1 Und weniger mit der Bedeutung an sich als mit dem Gefühl Ich will dazugehören. Und es geht weniger um die Sprache als um die Gruppenbildung und um dieses Gefühl. Ich gehöre mit dazu. Ja.
00:15:44: Sprecher 2 Und deshalb ist das auch so schwierig zu sagen Wie gehe ich drauf?
00:15:50: Sprecher 2 Wenn die Hausaufgaben mal wieder stressen und das Kind unter Notendruck leidet, Dann fragt man sich manchmal Mein Gott, wie schaffe ich das denn, dass mein Kind gut durch die Schule kommt? Und genau das ist auch der Titel meines Elternbuches, nämlich Wie kommt mein Kind gut durch die Schule? Da geht es unter anderem darum, wie man Notendruck, Hausaufgaben, Stress und Lernfrust gemeinsam bewältigen kann.
00:16:14: Sprecher 2 Was für Strategien es gibt, wie man mit Lehrkräften umgeht und vor allen Dingen, wie man sein Kind gut unterstützt. Das Buch Wie kommt man Kind gut durch die Schule könnt ihr direkt über die Shownotes aufrufen und ich freue mich natürlich, wenn ich euch dabei unterstützen kann, dass ihr eure Kinder durch die Schule begleitet. Übrigens am Ende, wenn ihr selber tolle Angebote habt, die Eltern interessieren, dann könnte an dieser Stelle euer Angebot stehen mit Mehrwert für alle Eltern, die diesen Podcast hören.
00:16:47: Sprecher 2 Wenn euch das interessiert und ihr selber eine Anzeige schalten wollt, dann schreibt gerne an Podcast Familiensprechstunde Katja Saalfrank und wir melden uns dann und schauen, ob wir zusammenarbeiten können.
00:17:06: Sprecher 2 Also ich gebe dir ein Beispiel Wenn ich mit den Schülerinnen und Schülern zusammen, sagen wir mal neunte, zehnte Klasse oder oder so, dann ist das Schlimmste, was ich machen kann, so zu tun, als könnte ich mir das zu eigen machen, sondern das ist dann selbstironisch, also wenn dann, wenn dann so ein cooler Junge zu mir sagt Herr Blume, ich habe meinen Einleitungssatz geschrieben, dann würde ich sagen so das crazy, und dann würden die lachen und das wäre Teil unserer Beziehung.
00:17:32: Sprecher 1 Gut läuft, würden Sie lachen. Ansonsten würden sie sagen Alter, ja.
00:17:37: Sprecher 2 Oder was? Was ich auch schon erlebt habe. Ja, und auch das ist Teil einer positiven Beziehungskultur, meldet sich oder meldet sich gar nicht irgendwie eine eine Mädchen, weil sie nicht 16 17 sagt. Herr Blume, tun Sie mir einen Gefallen. Sagen Sie das nie wieder so das so cringe, okay, aber das ist Teil dieses Spiels.
00:17:53: Sprecher 1 Aber du gehst damit irgendwie um. So, Du gehst damit irgendwie um und bist so ein bisschen spielerisch eher. Ich finde, das ist was, was wir vielleicht auch für zu Hause uns abgucken können.
00:18:03: Sprecher 2 Genau. Und ganz kurz noch Six ist ein Sonderfall, weil Six sozusagen mittlerweile eine Form von Operanden Konditionieren ist. Wenn ich als Lehrkraft, egal in welchem Zusammenhang, in einer Klasse sage Leute, ich weiß doch auch nicht, wie viel Unterhosen ihr mit auf die Klassenfahrt mitnehmen müsst, vielleicht so sechs sieben, dann würden alle ausrasten, je nachdem welche Klasse 7. 08. Klasse six Und dann muss ich halt aushalten.
00:18:30: Sprecher 2 Also aushalten, dass das passiert, Weil ich glaube, das Blödeste, was man machen kann.
00:18:34: Sprecher 3 Ist jetzt zeigt aber endlich.
00:18:37: Sprecher 2 Ich würde bei so etwas so das Bild von Taiki Tati ist ja so eine eigentlich eine Kampfsportkunst, die aber eher so in das körperliche Wohlbefinden geht, aber innerhalb des Kämpfens. Mein Opa ist Tag im Eis da gewesen, ist jetzt mittlerweile zu alt und er hat mir das immer gezeigt, dass man beim TA Chi die Energie, die sozusagen der Gegner in Anführungsstrichen aufnimmt, einfach weiterleitet und weiterführt.
00:19:01: Sprecher 2 Also es ist nicht so ein abgehackt es hauen, sondern so eine fließende Bewegung. Und das ist das, was ich jedenfalls erlebt habe. Wenn einem so was tierisch auf den Keks geht, dann wäre ja die erste Reaktion, wie sie jetzt sagt, zu sagen Hör auf damit oder ins Gespräch gehen. Hör mal, du weißt gar nicht, was das heißt. Können wir wirklich mal drüber reden?
00:19:21: Sprecher 2 Oder noch schlimmer, wenn du noch einmal sechs, sieben sagst.
00:19:24: Sprecher 1 Die Konsequenzen hat sie ja auch gesagt.
00:19:26: Sprecher 2 Dann wirst du Konsequenzen spüren. Und das Ding ist Vieles ist wie ein Ohrwurm bei denen drin. Das ist, als wenn man ein Lied hört und denkt So, kann ich jetzt bitte, bitte. Mir fällt gerade ein damals Channel vier oder so, kann mir das jetzt bitte aus dem Kopf gehen? Das ist wie so ein wie so eine Übersprungshandlung, wie so ein Tick.
00:19:47: Sprecher 1 Wie so ein Impuls, der so ins Gehirn rein schießt.
00:19:51: Sprecher 2 Katja Da könntest du auch was zu sagen. Dann kann man von mir aus sagen So, ich weiß jetzt nicht, wie die Kinder heißen. Björn Wirklich, das nervt mich jetzt langsam schon. Kannst du das verstehen? Und das Kind kann das verstehen. Aber wenn es dann das nächste Mal kommt, bitte nicht sofort Konsequenz oder so, sondern das ist gewachsen in ganz intensiven Formen der zwischenmenschlichen Peer to Peer Kommunikation, also der Kommunikation zwischen den Menschen.
00:20:15: Sprecher 2 Und dann ist das schwer für die, das einfach wieder so raus zu schütteln.
00:20:19: Sprecher 1 Absolut. Also ich habe jetzt gerade während ich dir zugehört habe, bin ich auch mal so in die Position der Mutter reingesprungen und kann Marianne auch ganz gut verstehen, weil ich hatte ja ihr. Und wenn die dann was mitgebracht haben, dann gibt es auch den Jüngeren die Jüngeren, die das dann nachplappern. Auch da wieder Zugehörigkeit, die Geschwister Gruppe. So also was, was ich wichtig finde noch mal zu sagen ist, dass das Nachsprechen und Nachmachen ja nichts damit zu tun hat, dass die Kinder der Bedeutung irgendwie zustimmen, sondern ja wirklich etwas ist, was sie ausprobieren.
00:20:53: Sprecher 1 Und während du das eben so vorgemacht hast. Ja, wir können jetzt natürlich die Hörer und Hörerinnen nicht sehen, aber du hast richtig so die Arme hoch gerissen. Aber man hat es auch in deiner Stimme gehört. Ja, da war Freude mit dabei. Und das finde ich so wichtig, dass wir wirklich auch gucken, was ist das für ein Begriff, was ist das für eine, für ein Gefühl gerade dahinter und bei dem, was du jetzt gerade gesagt hast, da war viel Freude dabei und da ist dann eher weniger die Frage, so wie kriege ich jetzt die Ausdrücke irgendwie weg?
00:21:22: Sprecher 1 Sondern eher so die Frage wie begleite ich Kinder meine Kinder dabei, wenn sie Sprache mitbringen oder Wörter mitbringen aus einer Gruppe, ohne in Machtkampf zu geraten, ohne in eine Beschämung zu kommen oder auch in eine Dauerbelehrung zu kommen.
00:21:38: Sprecher 2 Und wir müssen uns vergegenwärtigen Sprache hat ja ganz viel mit der mit der Sozialisation zu tun. Du hast gerade zum Beispiel geil gesagt Geil ist irgendwann aufgekommen, bei uns auch. Wir hatten noch das Ende davor in den 90er, da war alles endend, krass und so, das ist dann irgendwann wieder weggefallen. Und geil sage ich zum Beispiel immer noch.
00:21:59: Sprecher 2 Und zwar nicht bei allem, sondern dann muss ich schon sozusagen heftig erregt sein. Aber ich würde immer noch sagen also das war, das war so geil. Und warum ich das jetzt so formuliere, ist, dass man sich an bestimmte Dinge gewöhnt und dann plötzlich das Gefühl hat, die eigene Sichtweise auf Sprache wäre eine in Anführungsstrichen normale. Ist sie aber nicht.
00:22:23: Sprecher 2 Sprache ist im Wandel. Ich meine, stellt euch mal vor, wir würden alle. Also jetzt wäre es ja andersrum. Stell dir mal vor, jetzt sagen Leute nur noch knorke, das war in 80er das Äquivalent von geil oder cool.
00:22:35: Sprecher 1 Ja, ja, ja, es war meine Eltern nicht so richtig. Verstanden?
00:22:38: Sprecher 2 Genau. Und wenn man was hört. Und jetzt hätte ich beinahe gesagt, wenn man was hört und getriggert ist. Typisches Beispiel Ein Trigger eigentlich aus der Psychologie und Trauma Forschung, etwas, was immer allgemeiner geworden ist. Dann gibt es große gesellschaftliche Debatten auch darüber. Und letzten Endes ist die Debatte aber die führt ins Leere, weil bestimmte Wörter sich von ihrer Haupt Bedeutung freimachen.
00:23:07: Sprecher 2 Jemand, der sagt irgendwie, wenn du so schmatzt, das triggert mich, meint nicht, dass er danach ein Trauma bekommt. Und natürlich kann man als Psychotherapeutin sagen Bitte sei vorsichtig damit. Triggern kommt eigentlich aus einem anderen Kontext. Aber wenn das immer und immer wieder verwendet wird, bedeutet das einfach, dass etwas in so einen Sprachgebrauch reinkommt. Und der ist bei jungen Leuten und das ist immer schon so gewesen, halt anders als bei Erwachsenen.
00:23:33: Sprecher 2 Und jetzt komme ich zum eigentlichen Punkt. Das heißt, ich finde, man sollte sich auch selber reflektieren. Was genau stört mich denn eigentlich dann.
00:23:44: Sprecher 1 Sehr schön.
00:23:44: Sprecher 2 Um nicht noch mal das Wort.
00:23:47: Sprecher 1 Nicht noch mal genau. Also wunderbar, dass du das gerade noch mal so auf diese Ebene gehoben hast, weil das ja im Grunde auch die Erwachsenen betrifft. Das bestimmte Wörter sozusagen aus ihrer ursprünglichen Bedeutung herausgehoben werden und eine neue Bedeutung dann irgendwie bekommen und auch dann oft unreflektiert und unpräzise benutzt werden. Und du hast völlig recht. Du kennst mich ja, ich bin ja jemand.
00:24:12: Sprecher 1 Ich versuche Sprache wirklich ganz präzise zu nutzen und das heißt nicht, dass ich jetzt nie triggern sage, aber das heißt schon, dass mir sehr bewusst ist, dass es eigentlich darum geht, dass der, dass der andere sich angestoßen fühlt irgendwo, dass er sich gestört fühlt, dass es irgendetwas in ihm gibt, was bewegt wird, angerührt wird und dass ich schon versuche, das eben auch anders zu verwenden.
00:24:36: Sprecher 1 Das ist ja auch, besteht uns ja auch frei. Und das ist, glaube ich, auch ein bisschen der Unterschied zwischen Kindern und und Jugendlichen und Erwachsenen, dass wir ja heute nicht mehr so, so in diese Zugehörigkeit rein müssen. Wir sind ja unabhängiger, Wir sind schon in unserer Identifikation viel sicherer, in unserer Identität viel sicherer, sodass wir das ja gar nicht mitmachen müssen in Anführungsstrichen.
00:25:00: Sprecher 1 Während die Kinder und Jugendlichen ja wirklich auch ein Stück darauf angewiesen sind auf die Peergroup und deswegen da ja auch gar nicht so reflektieren oder sagen ich ziehe mich da raus oder das Wort nehme ich nicht. Deswegen macht es ja auch keinen Sinn, die Jugendlichen da zu belehren. Ja, genau.
00:25:16: Sprecher 2 Und wenn ich, wenn ich einmal noch nerdig sein kann, wenn wir schon bei dem Thema sind ich habe ja Linguistik und Mittelhochdeutsch studiert und die Sache ist die man kann zwar präzise sein, aber wie ich gerade gesagt habe, Bedeutungswandel, da kommt man mit der Präzision gar nicht hinterher. Wenn ich sagen würde Ja, die Katja Saalfrank, die ist so ein Weib, mit der ich Podcast, der wird zu sagen Sag mal, hast du noch alle Tassen im Schrank?
00:25:39: Sprecher 2 Wenn ich dir aber sagen würde, dass das Wort wie im Mittelhochdeutschen Frau bedeutet hat und Frau W. Eine Herrin war, dann zeigt sich dadurch, dass die die Bedeutung der Wörter sich nach und nach verändert. Also das heißt, in dem Fall wird etwas verallgemein, aber, und ich würde Stein und Bein darauf schwören, dass zum Beispiel Triggern jetzt gerade in einem Wandel der Verallgemeinerung ist.
00:26:04: Sprecher 2 Den kann man da gar nicht mehr draus zurückholen. Da können noch so viele Leute sagen. Aber präzise bedeutet Triggern eigentlich einen ganz bestimmten psychologischen Prozess. Das ist sozusagen in der Gemeinschaftlichkeit aufgegangen und wird jetzt auch auf andere Dinge angewendet.
00:26:19: Sprecher 1 Ja, ich will das auch gar nicht zurückholen, sondern das, was ich nur will, ist, dass es nicht an Bedeutung verliert. In dem Kontext weißt du, dass das meine ich dann so, also dann muss man es vielleicht präziser ausdrücken, indem man dann eben sagt, ich meine jetzt triggern tatsächlich im herkömmlichen Sinne, also in diesem Sinne, dass da eine Trauma Folge sozusagen berührt wird.
00:26:41: Sprecher 1 Und was ich auch mit Präzisem meine, das ist auch noch ein Gedanke, ist auch noch mal nachzufragen. Wenn du das so zu mir sagen würdest, würde ich vielleicht gar nicht sagen. Sag mal, hast du noch alle Latten am Zaun? Sondern würde vielleicht sagen Was meinst du oder wie meinst du das? Also tatsächlich, sich auch zu verständigen über Bedeutungen, über Begriffe.
00:26:59: Sprecher 1 Und das ist ja auch eine Sache, die man eben auch als Eltern tun kann, dass man neugierig nachfragt, ja, dass man nachfragt, Wofür steht denn das oder wo hast du das gehört? Und eben mit dieser Freude eher, wenn es über Freude auch durchzogen ist und mit einer Begeisterung. Und wie du sagst, dieser Ohrwurm, der einem ja auch manchmal schon selbst auf die Nerven geht.
00:27:18: Sprecher 1 Das ist ja auch bei Liedern so, dass man die im Kopf hat und dann irgendwann auch erschöpft ist von der Dauerschleife im Kopf. Aber die Bedeutung, sich gemeinsam anzuschauen, neugierig nachzufragen, unter Umständen auch bei Worten, die vielleicht auch jetzt nicht nur mit Freude durchzogen sind, noch mal eine Wirkung auch besprechbar machen. Was bedeutet das für den anderen? Es gibt ja nicht nur Mode Worte, sondern es gibt ja dann auch manchmal Abwertungen, die dann stattfinden.
00:27:45: Sprecher 1 Das heißt auch da, das wäre vielleicht so ein zweites, dass man eben auch noch mal guckt, dass man entraatisiert und ruhig bleibt und auch nicht alles auf eine, sozusagen auf eine Ebene legt, sondern guckt ist da eine Abwertung. Mit dabei? Ist das Nachplappern, ist das ein Reizwort in der Gruppe? Was? Worum geht es da einfach, dass man auch da ein bisschen präzise sozusagen noch mal für sich sich orientiert und damit auch noch mal so was wie ein Bewusstsein schafft, ohne dass man es jetzt unter Umständen direkt verbietet.
00:28:16: Sprecher 2 Absolut hundertProzentige Zustimmung. Neugierde und Interesse. Und aus diesem Interesse kann sich dann natürlich auch in Formen wirklich pejorative, also abwertender Sprache die Reflexion der Kinder selbst ergeben. Oh, das heißt das. Vielleicht will ich das selber gar nicht verwenden. Und wie gesagt, das ist halt das, was du meintest mit dem Angang. Wie machst du das eigentlich als Lehrer? Ich habe zum Beispiel so kooperative Plattformen, das schreiben die Kinder irgendwelchen Quatsch rein und ich wusste das.
00:28:51: Sprecher 2 Ich habe das antizipiert und habe gesagt ich weiß schon, da kann man jetzt super Penis reinschreiben. Wenn ihr es nicht anders könnt, dann schreiben wir jetzt alle mal schön Penis rein und dann können wir arbeiten. Und dann war es gar nicht mehr so lustig. Und bei abwertenden Dingen, es gehen ja auch gerade frauenfeindliche Dinge rum. Da ist zehn, elf ist noch nicht, aber wenn es jetzt 14 15 so Wörter aus der Einzellszene, also so Männlichkeitstypen, die aus ihrer Einsamkeit eine Frauenabwertung gemacht haben, dann auch Interesse zu zeigen, aber zu sagen Du weißt schon, dass so eine Bezeichnung ganz schön abwertend gegenüber den Frauen ist.
00:29:28: Sprecher 2 Also ich weiß gar nicht, ob du das möchtest.
00:29:30: Sprecher 1 So Ja, und ich finde auch, dass das so was wichtiges ansprichst, denn ich denke, das ist eine Humor und eine Leichtigkeit braucht und andererseits aber auch sowas wie eine eigene Haltung, in der ich Verbindung anbiete und gleichzeitig aber auch eine Haltung und so was wie eine Kultur, die wir eben zu Hause auch leben, auch deutlich wird. Und man kann sich auch positionieren und und sagen, das ist für mich drüber, das ist mehr als als sozusagen ein Ausdruck.
00:30:01: Sprecher 1 Da steckt so viel Bedeutung, so viel Wirkung mit dahinter, da steckt so viel Weltanschauungen dahinter und so viel Abwertung. Ja, und das möchte ich hier nicht. Das sind aber, wie du sagst, das sind dann ältere Jugendliche in der Regel, wenn die jünger sind, dann ist es ja tatsächlich oft auch ein Ausprobieren. Wie fühlt es das an und wie reagiert der andere?
00:30:21: Sprecher 2 Und wenn ich ganz ehrlich bin Marianne hat ja jetzt wirklich sehr, sehr sanfte Beispiele genommen, die glaube ich auch einfach. Da sind wir fast wieder am Ende, was ganz praktisch ist, weil wir sind auch fast am Ende der halt auf den Keks gehen. Und wenn ich ehrlich bin, solche Wörter der Kategorie Safe low key, die hört man in Friedrichshain, bis die Leute 30 sind.
00:30:44: Sprecher 2 Also das ist sozusagen in so einer bestimmten, ja vielleicht auch so ein bisschen in der Jugend hängengebliebenen Kultur manche Sachen also ich sage zum Beispiel auch Cringe, meine Frau hasst es, wenn ich cringe sage, was peinlich bedeutet. Also mit anderen Worten, meine Frau findet das cringe, wenn ich Cringe sage, aber ich habe es mir irgendwie so ist irgendwie so in meinen Sprachgebrauch, was sicher auch damit zu tun hängt, dass ich als Lehrer halt viel unter Jugendlichen bin.
00:31:08: Sprecher 2 So, und deshalb ist das glaube ich ein Unterschied, ob es wirklich so eine krasse Bedeutung hat oder ob man erst mal was verständliches befremdet ist und irritiert und dann, wie du gesagt hast, eben interessiert und und mit Neugierde da.
00:31:21: Sprecher 1 Ja, und ich finde auch wenn ich jetzt noch mal so mich als Mutter so zurückversetzt rein versetze, dann ist auch so eine, wenn wir jetzt mal bei diesem Begriff von safe bleiben, was ja unter Umständen auch einfach eine Zustimmung sein kann, ja, dann sind wir oft in so einem ernsthaften Betreiben. Wir wollen von den Kindern, dass sie den Tisch abräumen, dass sie irgendwie ihre Hausaufgaben machen und so und sind dann so in unserem Betreiben drin.
00:31:44: Sprecher 1 Und dann kommen die Jugendlichen mit ihrer Sprache, die das Ganze so ein bisschen auch auf Luft oder wir hören das so im Nachbarraum, wie die miteinander reden. Und ich finde, wir müssen nicht zu allem unseren Senf dazugeben. Und ich möchte noch mal für die Freude auch plädieren, jetzt gerade bei diesen leichten Beispielen. Ich habe ja dann auch mal ernsthaftere gesagt.
00:32:02: Sprecher 1 Wir haben uns ja auch klar positioniert. Aber auch hier noch mal vielleicht der Gedanke, auch wenn es ein bisschen komisch klingt, aber das ist ja auch eine Bereicherung, irgendwie da reinzugucken Schau mal, du bist da voll drin. Ich bin da gar nicht drin mehr. Und an der Stelle vielleicht auch noch mal dieser Gedanke Mein Kind ist eine Bereicherung für mein Leben und mehr in diese Neugier und in diese Freude und in dieses Interesse mit reinzugehen, mehr darüber erfahren zu wollen und trotzdem die Dinge zu tun oder die Dinge mit den Kindern auch zu tun und zu führen, was zu tun ist voll.
00:32:36: Sprecher 2 Und das war eigentlich schon ein gutes Stichwort. Du hast so oft Freude verwendet, dass ich jetzt in meinem Kopf gerade festhängen habe. Freude schöner Götterfunken, Tochter aus Elisium. Wir betreten Feuer, trunken, Himmlische. Dein Heiligtum aber ist eigentlich schon ein bisschen drüber.
00:32:50: Sprecher 1 Insofern das ist jetzt sind jetzt ist jetzt himmlisch. Genau.
00:32:53: Sprecher 2 Ein wenig.
00:32:54: Sprecher 1 Also, ihr Lieben, das war für heute die Familiensprechstunde. Ich hoffe, Marianne, du konntest ein bisschen was mitnehmen. Wir sind ein bisschen drüber geflogen und haben das Thema Freude oder das Gefühl Freude mehr im Mittelpunkt gehabt. Ist ja auch mal schön. Das haben wir nicht immer. Schreib doch mal in die Kommentare, wie es euch mit dem Thema geht. Welche Begriffe haben eure Kinder so?
00:33:17: Sprecher 1 Welche nerven euch vielleicht? Welche findet ihr auch ganz lustig? Welche nutzt ihr aus Versehen, so wie Bob vielleicht dann auch irgendwann selbst? Und wenn ihr Fragen habt, könnt ihr gerne an Podcast, Familiensprechstunde etc. Katja Saalfrank de schreiben und natürlich auch Sterne dalassen usw habe ich, sage ich immer Lieber Bob. Ich danke dir sehr, dass du heute deine ganzen Gedanken mit reingegeben hast.
00:33:42: Sprecher 1 Und ich sage schon mal auf Wiedersehen. Danke euch fürs Zuhören, für euer offenes Herz, für euer offenes Ohr. Bleibt weich und liebevoll mit euch selbst und euren Kindern. Und bis nächste Woche. Und bis bald, lieber Bob.
00:33:58: Sprecher 4 Ciao. Tschüss.
00:34:03: Sprecher 1 Das war die Familiensprechstunde mit Katja Saalfrank. Eine neue Folge gibt es jeden Montag überall dort, wo es Podcasts gibt. Und wenn du magst, nimm dir jetzt noch einen Moment Zeit für dich. Zeit, das Gehörte nachwirken zu lassen. In Kopf, Herz und in deinem Körper. Vielleicht hat sich etwas gezeigt. Eine neue Perspektive oder eine leise Bewegung nach innen. Spüre gerne nach und entschleunige noch mal!
00:34:29: Sprecher 1 Wenn du selbst eine Frage hast, die du hier in der Familiensprechstunde teilen möchtest, schreib mir gerne an! Podcast Familiensprechstunde Katja Saalfrank de. Alle Zuschriften werden natürlich anonymisiert. Hinweise zur aktuellen Folge sowie Informationen zu meinen Kursen und Ausbildungen und allen Angeboten findest du in den Shownotes. Schau dich dort gerne um. Ich danke dir von Herzen, dass du dir Zeit genommen hast und ich wünsche dir viele gute Beziehung serfahrungen und Verbindungsmomente.
00:34:59: Sprecher 1 Und nicht vergessen es gibt keine schwierigen Kinder, sondern nur schwierige Situationen. Bleibt nicht damit alleine schon ein Gespräch kann Veränderung bringen. Ein Austausch entlasten und Fragen zu stellen, kann neue Wege öffnen. Deine Katja.
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