Folge 18: Wenn Können unsichtbar bleibt – Was, wenn mein Kind sich in der Schule nicht meldet

Shownotes


Es geht es um ein zwölfjähriges Mädchen, um stille Kinder in der Schule und um die Frage, was eigentlich bewertet wird, wenn mündliche Noten so stark ins Gewicht fallen.

Es geht um Rückzug, um Unsicherheit, um Selbstvertrauen und um die Frage, wie wir Kinder stärken können, ohne sie noch mehr unter Druck zu setzen.

Vielleicht kennst du das auch:
Dein Kind kann etwas – zeigt es aber nicht in der Form, die im System gefragt ist. Und du spürst, wie sehr dich das selbst berührt, weil es sich unfair anfühlt.

In dieser Folge geht es um:

• mündliche Noten und stille Kinder
• Schule als sicherer oder unsicherer Raum
• Selbstvertrauen, Sichtbarkeit, Selbstwert und Selbstwirksamkeit
• den Blick auf das, was Kinder können
• die Frage, wie Eltern ihr Kind stärken können

Und vielleicht ist diese Folge auch eine Einladung für alle, noch einmal genauer hinzuschauen:
Nicht jedes stille Kind ist innerlich nicht beteiligt.
Und nicht jede Leistung wird sichtbar, nur weil sie laut ist.


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In dieser Folge erwähnte Angebote und Informationen:

Der Kurs Kinder Besser Verstehen Modul 2 (Das Schulkind) startet im September in eine neue Runde.

Bobs neue Bücher findet ihr u.a. hier:

"Wie kommt mein Kind gut durch die Schule" und

"Lesen. Schreiben. Ein Plädoyer für ein besseres Miteinander"

Mehr zu Bob findet ihr auf seiner Webseite bobblume.de

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Weitere Angebote:

Wenn du mit mir in einer persönlichen Beratung oder einem pädagogischen Coaching online oder in meiner Praxis vertraulich sprechen möchtest, kannst du dich hier informieren: Video- oder Praxisberatung von Katia

Wenn du dich von mir persönlich aus- und weiterbilden lassen möchtest, kannst du dich hier informieren:

Kinder Besser Verstehen-Kurse (Pädagogische Grundausbildung für Eltern und Fachleute, Modul 1 - 3 Kleinkind/Schulkind/Pubertät)

Exklusive Ausbildung für Fachleute von Katia zum/zur bindungs- und beziehungsorientierten Eltern- und Familienberater:in

Als Grundlage für die bindungs- und beziehungorientierten Pädagogik und für Impulse für deinen Familienalltag lege ich dir meine Online-Akademie ans Herz: Sommerakademie Kinder Besser Verstehen (von der Erziehung zur Beziehung)

Ergänze deine Perspektive gern mit meinen Büchern, die du hier findest:

DiE REiSE zu einer glücklichen Eltern-Kind-Beziehung - Dein Kind und dich besser verstehen

Kindheit ohne Strafen - Neue wertschätzende Wege für Eltern, die es anders machen wollen

In meinem Onlineshop findest du exklusiv Affirmations- und Verbindungskarten für einen bindungs- und beziehungsorientierten Familienalltag mit Kindern: Affirmations- und Verbindungskarten

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Transkript anzeigen

00:00:04: Sprecher 1 Herzlich willkommen bei der Familiensprechstunde mit Katia Saalfrank. In diesem Podcast geht es um Bindung und Beziehung. Um das Zusammenleben von Erwachsenen und Kindern und um das, was hinter dem Verhalten von Kindern wirkt. Ich bin Katia Saalfrank, Ich bin Diplompädagogin, Familientherapeutin und körperorientierte Eltern und Familienberaterin in eigener Praxis in Berlin. Ich bin Autorin, Podcasterin und Mutter von vier Söhnen.

00:00:30: Sprecher 1 Ich arbeite bindungs und beziehungsorientiert und begleite Menschen dabei, Kinder besser zu verstehen und sich selbst gleich mit. Ich freue mich sehr, dass du eingeschaltet hast. Schön, dass du da bist. Hallo und herzlich willkommen zum Podcast Familiensprechstunde mit Katia Saalfrank und Bobblume ist noch da. Wieder da?

00:00:53: Sprecher 2 Ja, noch da und wieder da. Wir müssen ja jetzt hier so ein bisschen mal offen sprechen, denn wir haben ja das Problem. Wir würden jetzt am liebsten über eure Kommentare auf Spotify sprechen, aber.

00:01:04: Sprecher 1 Ja, wir haben. Wir haben eine kleine Session gemacht und haben gesagt, wir nehmen ein paar Folgen hintereinander auf und dann haben wir irgendwie überlegt, das ist irgendwie doof, jetzt so zu tun als ob. Und deswegen sind wir ganz transparent und sagen euch, dass wir noch gar nicht wissen, ob ihr kommentiert habt. Das heißt, die Spannung steigt und die Folgen werden hintereinander ausgestrahlt und wir freuen uns, wenn ihr uns schreibt, wie ihr das empfindet, was ihr empfindet, wie ihr die Inhalte seht, welche Erfahrungen ihr habt.

00:01:33: Sprecher 1 Und wir werden das dann an irgendeinem anderen Ort zu einem anderen Zeitpunkt dann hier besprechen können.

00:01:39: Sprecher 2 Hoffentlich ist auch so ein kleines Learning, was die Medien angeht. Ich finde das immer interessant, wenn Menschen manchmal sagen Mein Gott, Bob, also ich bin ja gerade immer noch beurlaubt, aber als ich zu Schulzeiten er ist schon wieder ein Interview gegeben und so und dann konnte es zum Beispiel passieren, dass man über ich übertreibe jetzt mal über fünf Monate fünf Interviews gibt, aber die werden halt alle nicht ausgestrahlt.

00:02:04: Sprecher 2 Aber wenn sie ausgestrahlt werden, alle in einer Woche und die Leute denken, so gibt er jetzt jeden Tag ein Interview und dabei läuft das halt einfach später. Und naja, es ist manchmal auch so ein bisschen Zauberei und ich habe gerade und gerade im Vorgespräch haben wir gesagt, wir machen das jetzt öffentlich wie bei Baywatch Berlin, weil das finde ich immer so schön bei denen.

00:02:25: Sprecher 2 Ich bin nämlich. Also ich glaube, ich habe so zwei, drei Sachen. Entweder bin ich in der Midlifecrisis oder ich weiß nicht, aber so im Positiven.

00:02:32: Sprecher 1 Dass das noch mal dazu sagst.

00:02:34: Sprecher 2 Ja nee, pass auf, weil ich ich habe. Also erstens ich wollte Baywatch Berlin loben. So und ich habe immer gesagt, ich höre keine Laber Podcasts, aber ich habe da angefangen reinzuhören und mittlerweile bin ich der absoluten Überzeugung, das ist gar kein Laber Podcast. Das ist hochgradige Alltagsphilosophie. Ja, zweitens ich habe mich da so influencen lassen und nehme jetzt irgendwie so Vitaminpräparate.

00:02:56: Sprecher 2 Das deutet wirklich auch auf meine Midlifecrisis und ich sitze hier und habe richtig Rücken, weil ich ja immer noch so viel Sport mache und dann aber dachte Boah! Jetzt musst du mal den nächsten Schritt wagen und so Kreuzheben machen. Ich erkläre jetzt nicht, was Kreuzheben ist, aber jedenfalls, wenn es ins Kreuz gehen soll, hat es funktioniert. Jetzt habe ich so einen Wärmegurt um.

00:03:19: Sprecher 3 Auch du, liebe Zeit online.

00:03:22: Sprecher 1 Das tut mir leid. Siehst du? Und ich bin aber ehrlich gesagt ganz neidisch, weil ich ja seit Anfang des Jahres gar keinen Sport machen kann, mein Yoga nicht machen kann. Es ist ja schwierig einhändig und ich habe jetzt gerade wieder so auf den Ellenbogen angefangen, aber es ist. Also deswegen bin ich ganz neidisch, wenn du vom Sport erzählst, weil ich mich sehr unbeweglich fühle zurzeit, aber bei Berlin Im Übrigen kann ich gut nachvollziehen.

00:03:42: Sprecher 1 Also mir hat es noch nicht darüber Gedanken gemacht, ob die labern oder nicht, aber ich höre denen auch gerne zu. Nicht regelmäßig, muss ich sagen, aber ich mag die auch sehr gerne. Und diese unprätentiöse Art und dann auch diese Verbindung irgendwie dann auch manchmal zu Joko oder auch wenn die dann ihre einzelnen Sendungen haben, dann und da dann die Leute hinter der Kamera eben auch benannt werden, ist schon sehr lustig.

00:04:04: Sprecher 1 Ich weiß nicht, ob du es gesehen hast, weil wer stiehlt mir die Show? Das war schon sehr lustig.

00:04:08: Sprecher 2 Nein, das habe ich tatsächlich gesehen. Ich. Ich höre es immer nur.

00:04:11: Sprecher 1 Das müsstest du dann eigentlich dir auch angucken. Also, weil das hat auch Baywatch, Berlin.

00:04:15: Sprecher 2 Qualität und so was zu gucken. Ich muss ja auch noch lesen. Und meine Frau und ich waren jetzt sehr damit beschäftigt, alle drei Staffeln von The White Lotus zu gucken. Und wo hatte ich die Empfehlung für The White Lotus her? Baywatch, Berlin?

00:04:29: Sprecher 1 Ah, okay, ja, okay, man kann nicht alles machen.

00:04:33: Sprecher 2 Mein wird. So, jetzt müssen wir hier aufhören.

00:04:36: Sprecher 1 Also, ich könnte dir auch 1000 Folgen noch empfehlen. Aber du hast recht. Man hat ja begrenzte Lebenszeit und deswegen steigen wir jetzt auch gleich ein. Und heute habe ich eine Mail, die rübergeschickt von Julia und Julia hat. Ihre Mail an Podcast Familiensprechstunde Katia Saalfrank geschickt und ich übergebe jetzt an Bob.

00:04:58: Sprecher 2 Genau. Julia, die eigentlich anders heißt, fragt. Liebe Katia, vorweg erst mal danke für den wertvollen Podcast. Ich nehme so viel in meinem Alltag mit. Heute melde ich mich selbst mit einer Frage. Meine Tochter Mara ist zwölf und eher ruhig und zurückhaltend. Schon immer hat sie viel beobachtet, sich zum Beispiel in der Schule wenig bis gar nicht gemeldet und braucht Zeit, um sich zu äußern, obwohl sie die Antworten weiß.

00:05:23: Sprecher 2 In der Schule zeigt sich das besonders in ihren Noten. Schriftlich ist sie sehr gut, Mündlich schwanken die Noten je nach Fach und Lehrkraft tatsächlich von 1 bis 6. Inzwischen sind immer mehr Fünfer dabei. Das einzige Thema auch nach Rückmeldungen der Lehrer ist, dass sie sich wenig bis gar nicht meldet. Sie ist aber aufmerksam, macht Hausaufgaben, bearbeitet Arbeitsaufträge gewissenhaft.

00:05:45: Sprecher 2 Für mich wirkt die mündliche Note oft sehr subjektiv. Ich merke, dass sie sich zunehmend unwohl fühlt. Und der Druck steigt, auch weil die mündliche Note so stark gewichtet wird. Gleichzeitig merke ich, dass mich das Thema selbst mehr und mehr ärgerlich macht, weil ich es als unfair empfinde und es mich an eigene Erfahrungen erinnert. Für mich ist es ein Stück weit eine Bewertung der Persönlichkeit meiner Tochter, nicht der Leistung.

00:06:09: Sprecher 2 Wie kann ich den Druck für meine Tochter und auch für mich reduzieren? Und ist es sinnvoll, weiter das Gespräch mit Lehrern zu suchen? Oder sollte ich mich eher darauf konzentrieren, sie zu stärken? Und wie kann ich sie stärken? Ich bin gespannt auf deine Gedanken. Viele Grüße, Julia. Mein Gott, Katia, das ist ja schon wieder ein Thema für mich.

00:06:30: Sprecher 1 Es ist schon wieder ein Thema für dich. Wie kommt es jetzt?

00:06:33: Sprecher 2 Das ist ja sowas, sowas von.

00:06:35: Sprecher 1 Also ich hatte ja ein bisschen Zeit, das zu sammeln. Alles. Ja, ja, ja, ich finde das wirklich. Ich habe mir jetzt auch beim Zuhören dachte ich wieder so ich weiß darüber gar nicht so viel, wie das eben in der Schule ist, wie das gewichtet wird, Wie das auch ist für jemanden, der von der Klasse steht und sozusagen ja auch gezwungen wahrscheinlich ist irgendwie.

00:06:57: Sprecher 1 Es ist ja jetzt nicht so, dass man sich das ausgedacht hat, selbst wenn es vielleicht was Subjektives auch ist in der Beurteilung. Aber es ist doch. Also kannst du mich da mal aufklären? Das wäre jetzt mal eine Frage wirklich von mir an dich. Wie ist denn das in der Schule mit den mündlichen Noten, mit der mündlichen Mitarbeit letztlich?

00:07:14: Sprecher 2 Ja, ich kann. Ich kann mal von unten nach nach oben gehen. Ich würde erst mal sagen, liebe Julia, dass du absolut recht hast mit deiner Diagnose. Die mündliche Note ist eine Bewertung von Persönlichkeit. Das ist eine der Gründe, warum ich Noten ablehne und insbesondere mündliche Noten für problematisch halte. Das große Problem ist, dass das ja gleichzeitig nicht bedeutet, dass man die einfach wegzaubern kann.

00:07:45: Sprecher 2 Und deshalb ist es zum Beispiel so, dass ich in meinem ein Buch darüber geschrieben habe, weshalb Schule ohne Not besser wäre. Und in dem anderen Buch, in dem Elternbuch sage So, Sie sind aber da, Was können wir denn jetzt machen? Meine Erfahrung nach ist das so, dass Lehrkräfte das manchmal nicht so auf den Zeiger haben. Und jetzt kurz aus dem Nähkästchen Selbst wenn Sie es wissen, ist das gar nicht so einfach.

00:08:12: Sprecher 2 Also zum Beispiel hatte ich Schüler schon oder Schülerinnen, die genau dieses Problem hatten und dann.

00:08:19: Sprecher 1 Haben die das Problem hatten. Warte mal kurz, die das Problem hatten, dass sie sich nicht melden konnten, obwohl sie die Antwort wissen.

00:08:26: Sprecher 2 Dass sie sich nicht melden konnten. Und das schlimmste was man als Lehrkraft machen kann, ist das sogenannte Cold Calling, also dass man einfach irgendwen dran nimmt, weil das absolut beschämend wirken kann. Und dann habe ich zum Beispiel mit mit Kindern Zeichen ausgemacht, so nach dem Motto wenn sie sich wirklich sicher fühlen. Aber auch das ist alles nicht so leicht und dann kann man als Lehrer oder als Lehrerin so Workarounds machen, zum Beispiel, dass man in einer Arbeitsphase hingeht und so ein Gespräch führt und das mit aufnimmt, weil ansonsten ist mündliche Note, auch wenn es gesprochen ist, ja wirklich nur dieses sich vor 25 Leuten melden.

00:09:15: Sprecher 2 Und das ist durchaus ein Problem. Ich habe noch einen Gedanken und dann und dann kannst du da gerne dann auch reingehen was? Was ich interessanterweise bemerkt habe und ich muss da immer so ein bisschen relativieren und sagen, das muss nicht so laufen, Aber es kann Jedenfalls. Was ich bemerkt habe, ist, wenn Kinder und Jugendliche in meiner Theaterk waren und da habe ich ja schon viele Folgen auch immer mal wieder drüber gesprochen, dann ist was total Interessantes passiert.

00:09:44: Sprecher 2 Dadurch, dass Sie sich in dieser Theater AG ausgesetzt haben, irritierenden Situationen. Da schreit man manchmal Traut sich erst nicht, da geht man komisch. Der Theaterleiter sagt normalerweise Das ist absoluter STANDARD, hier ist ein geschützter Raum, keiner macht sich übereinander lustig. Das passiert dann auch irgendwann. Man ist in diesem geschützten Raum, verlässt man die Komfortzone. Und was dann ganz oft passiert, ist, dass Schüler gesagt haben Plötzlich kann ich mich, kann ich ein Referat halten, ohne dass ich da Probleme mit habe.

00:10:20: Sprecher 2 Und von Melden sprechen wir gar nicht erst. Jetzt überspitzt ich ein bisschen. Nach sechs Wochen Theater sind dann bei Leuten die matte Noten besser geworden. Jetzt kann ich natürlich nicht jedem sagen Geht bitte in die Theater AG. Aber der Gedanke daran, was kann ich inner oder außerschulisch meinem Kind für eine Gemeinschaft bieten, wo an so einem ja im Grunde genommen Selbstbewusstsein gefeilt wird, will ich gar nicht sagen.

00:10:49: Sprecher 2 Das ist so außen, also Selbstbewusstsein wird einem nicht zugeschrieben Trauen?

00:10:52: Sprecher 1 Selbstvertrauen meinst du eigentlich wahrscheinlich. Sich zu vertrauen, Sich zu machen.

00:10:58: Sprecher 2 Ja, ja, es ist beides. Also bewusst. Also du hast schon recht, das ist wichtig. Also im wahrsten Sinne des Wortes ist das Bewusstsein kann ja auch erst mal heißen Ich bin mir bewusst, dass ich es nicht machen kann. Aber genau das Vertrauen, dass man das schafft, ohne sich zu schämen oder das Gefühl zu haben, beschämt zu werden, da einen Blick für zu haben, ist sinnvoll.

00:11:20: Sprecher 2 Und deshalb wäre das für mich erst mal in der Konsequenz zweierlei. Ich würde sagen ja, mit den Lehrkräften weiterhin in Kontakt bleiben. Ich würde auch sagen fragend. Also in der Situation, dass man sagt also wir haben hier, wir stehen hier vor dieser Herausforderung, die die Lehrkräfte werden das wissen, dass die Herausforderung da ist wahrscheinlich wenn die.

00:11:44: Sprecher 1 Ja die ist ja auch nicht seit gestern da die Herausforderung.

00:11:47: Sprecher 2 Und dann aber vielleicht auch zu schauen, welche Möglichkeiten gibt es für das Kind, in einen Schutzraum zu kommen, wo du sagst es Selbstvertrauen auch durch Gemeinschaft gestärkt werden kann?

00:12:00: Sprecher 1 Ja, du hast das schon öfter erzählt und ich finde das immer unfassbar beeindruckend, weil es eben um die Persönlichkeit dann geht und nicht um die Leistung. Also es ist, es wirkt so herausgehoben aus diesem Leistungskontext im Theater. Und ich wenn ich das also müsste du noch mal sagen, aber es ist ja auch dann so, dass ich die Rolle wechsle.

00:12:21: Sprecher 1 Also ich bin nicht mehr die Schülerin, die da und da gut ist und da und da vielleicht weniger gut ist oder die schriftlich gut ist, überall und mündlich aber nichts beiträgt, sondern ich bin ja in einer anderen Rolle auch. Also es ist ja Theater, heißt ja nicht übernehme auch eine Rolle und ich spiele etwas und kann mich darin ausprobieren und bestimmte Anteile in mir auch hochkommen lassen und ausprobieren, ohne dass sie mir sofort als Eigenschaft oder als meiner Persönlichkeit zugeschrieben werden.

00:12:48: Sprecher 1 Das finde ich ganz schön. Und du hast noch was gesagt, was ich ganz wichtig finde, nämlich dass es ein sicherer und geschützter Raum ist.

00:12:57: Sprecher 2 Ja.

00:12:58: Sprecher 1 Und ich glaube, das ist wirklich etwas, was ja oft in der Schule nicht so wahrgenommen wird. Das also, wenn ich an meine eigene Schulzeit denke oder auch als Mutter an die Schulzeit meiner Kinder, dann habe ich die Schule bzw die Klassenräume nicht als einen geschützten oder sicheren Raum wahrgenommen. Müsste man das nicht viel mehr in den Mittelpunkt stellen, dass man ein Lehrer auch darauf hinweist?

00:13:24: Sprecher 1 Kann das nicht auch unabhängig von Theater, Spielen und Theaterraum einen Anspruch sein, dass wir versuchen einen Raum zu gestalten, wo die Kinder sich sicher fühlen, oder?

00:13:36: Sprecher 2 Ja, hundertProzentig hundertProzentig. Und ich meine, das ist immer so das große Problem von oder ich sage jetzt gar nicht, dass es ein Problem. Ich habe es mal andersrum. Es gibt keine Schule, die sich, wie es so schön heißt, auf den Weg macht, in der es nicht um Haltung geht. Und Haltung ist etwas, was sich nicht einfach aufoktroyierten lässt.

00:13:55: Sprecher 2 Denn das bedeutet zum Beispiel mehr beobachten, weniger bewerten. Wir haben immer mal wieder über dein Eisbergmodell gesprochen. Ich habe ja selber auch schon öfter darüber gesprochen, dass das für mich auch deshalb so wichtig war in meiner Perspektiv Veränderung, weil plötzlich nicht mehr nur ein aus dem Raster fallen des Verhalten bewertet wird und dann sanktioniert. Ich Ich war bei der Sanktion ja schon immer.

00:14:25: Sprecher 2 Also ich habe ja schon nicht so nachsitzen und so habe ich alles nicht gemacht, aber ich bin ein lauter geworden sondern erst mal die Frage kommt, was liegt unter dem Verhalten und dann welches Grundbedürfnis liegt darunter? Das sind alles Teile von diesem geschützten Raum. Fehlerkultur ist ein Stichwort. Manche sagen auch deshalb nichts, weil sie sich gar nicht sicher sind.

00:14:46: Sprecher 2 Ist es richtig und falsch? Jetzt könnte man ja sagen Na ja, macht ja nichts. Aber Schülerinnen und Schüler dahin zu bekommen, dass sie was Falsches sagen können und dass man dann sagen kann Ah! Nicht ganz. Ich verstehe, wie du darauf kommen konntest. Ich könnte als Lehrer ja auch reagieren. Natürlich nicht. Ich hatte einen Lehrer, der hat mich beschämt.

00:15:06: Sprecher 2 Der hat gesagt Was denkst du? Also hast du da ein zweites Mal drüber nachgedacht? So nach dem Motto Du Dummkopf, Vielleicht hat er das sogar formuliert. Ja, also das sind ganz viele Dimensionen, die damit zusammenhängen. Und jetzt wissen wir natürlich nicht, wie das bei den Lehrkräften da ist. Da wird nicht über Beschämung gesprochen. Aber Julia sagt wie gesagt, aus meiner Sicht zutreffend, das eben mündliche Noten sehr subjektiv sind.

00:15:35: Sprecher 2 Bzw man könnte auch sagen eben erst mal natürlich nur bewerten, ob sich überhaupt jemand melden kann oder nicht.

00:15:43: Sprecher 1 Ja kann das ist das ist nämlich genau in der Lage ist. Ja, genau das wäre wichtig. Ja.

00:15:49: Sprecher 2 Ich habe übrigens nur um das mal gesagt haben es gibt auch andere Workarounds. Habe ich selber nicht gemacht, aber ich habe schon mal mit einem Lehrer oder einer Lehrerin, ich weiß gerade nicht mehr mit jemandem jedenfalls gesprochen. Die hat Schüler nach draußen gehen lassen und eine Audio auf sprechen lassen.

00:16:05: Sprecher 1 Ach guck, also einen kleinen Podcast.

00:16:09: Sprecher 2 Ja, einen kleinen Podcast, weil noch mal wo. Also ich meine, es ist wirklich so, dieser Job ist unglaublich herausfordernd und man muss natürlich gucken, dass man. Wir hatten es in der letzten Folge auch, dass man nicht mit der Tür ins Haus fällt. Manche sind noch nicht so weit gedanklich, Für die ist das immer schon so gewesen. Wir kennen das auch aus anderen Berufen.

00:16:31: Sprecher 2 Das war bis jetzt doch immer so, aber wenn man sich erlaubt, mal dahin zu gehen und zu sagen was möchte ich denn eigentlich? Ich möchte doch im besten Fall nicht jemandem beweisen, dass das nicht kann, sondern ich möchte jemand die Möglichkeit geben, seine Kompetenz zu zeigen. Und zwar unabhängig davon, ob er diese Kompetenz vor 25 Leuten zeigen kann oder nur von mir.

00:16:57: Sprecher 2 Und wenn es eine Möglichkeit ist zu sagen pass mal auf, Christian kann es kurz rausgehen, hat dann natürlich mit Vertrauen zu tun und wie regelt man das dann nicht? Chatgpt die Antwort macht und so, das kommt ja heutzutage auch noch dazu. Aber ich glaube, dann gibt es auch Mittel und Wege, sich andere Möglichkeiten zu überlegen, wie das funktioniert.

00:17:19: Sprecher 2 Und trotzdem würde ich ganz kurz trotzdem auf einen Punkt noch gehen, weil ich den wichtig fand, dass Julia den sagt Wie kann ich den Druck für meine Tochter und auch für mich reduzieren? Und ist es sinnvoll, weiterhin das Gespräch zu gehen? Wie kann ich sie stärken? Wir haben ja über eine Dimension gesprochen, weiter im Gespräch bleiben. Ich hoffe, dass es der Julia auch Sicherheit gibt, dass ich sage ich beschäftige mich seit 15 Jahren damit und ihr Gefühl ist richtig, was die Noten angeht.

00:17:45: Sprecher 2 Aber Stärken hat auch damit zu tun, den Fokus dann auch von diesen Noten mal wegzu lenken. Und zwar nicht, indem man sie ignoriert. So nach dem Motto Oh, ich tue so ja, wie so ein vierjähriges Kind oder 3-jährige, da müsstest du mir jetzt helfen. Ich weiß gerade nicht, in welcher Zeit das ist, dass man, dass man die Augen schließt und sagt Keiner sieht mich mehr.

00:18:06: Sprecher 1 Und dann denkt man ist weg. Ja, genau das denke ich ja manchmal heute noch. Aber gut, das wieder eine andere Sache.

00:18:11: Sprecher 2 Sondern dass man dieses Gefühl Mensch, du hast das verstanden und ich weiß, dass du das kannst, dass man das stärkt, denn darum geht es. Es geht ja um die Kompetenz und nicht eben um die situative Möglichkeit, das dann entweder beweisen zu können oder nicht. Ich weiß, strukturell ist das so, weil Schulen so funktionieren. Aber den Fokus darauf zu legen, was das Kind kann und nicht, ob es jetzt sozusagen in dieser, in dieser Situation das abruft, das finde ich schon auch noch mal wichtig.

00:18:42: Sprecher 1 Ja, wir hatten gerade heute Morgen KBV zwei, das Schulkind und haben auch uns die Mechanismen vom Schulsystem angeguckt und du hast eine ganze Menge jetzt auch aufgezählt davon. Du hast gesagt, das ist strukturell einfach, Es ist eigentlich ein nicht eigentlich, sondern es ist ein Defizit orientiertes System. Oft genau und und das das ist, finde ich, gar nicht so einfach, davon wegzukommen.

00:19:03: Sprecher 1 Und es ist eben ein sehr Bewerten des es ist gut, es ist schlecht, es ist richtig oder falsch. Ist da ein Fehler oder ist das Ist das richtig? Also ich finde auch deinen Hinweis irgendwie davon wegzukommen wichtig und gleichzeitig weiß ich gar nicht so genau, wie das gehen soll, weil natürlich glaube ich dieses sichtbar machen. Da ist dieses sehr emotionale Beispiel, was du gebracht hast mit dem Theater, wo man sich ja im verkörpert sozusagen, man geht auf eine Bühne, man verkörpert sich, man drückt sich aus über etwas ganz anderes, über zwar eine andere Rolle, aber wie du gesagt hast, man verlässt die Komfortzone.

00:19:37: Sprecher 1 Man, man schreibt, man ist wütend, man. Man macht Bewegungen oder Verrenkungen, die man sonst gar nicht macht. Aber es hat eben nichts mit einem selbst zu tun oder weniger mit einem selbst, weil man in einer anderen Rolle ist. Und man ist eben in einem, also in einem Leistungs freien. Was willst du da bewerten? Also es ist sozusagen leistungsfreier Raum.

00:19:59: Sprecher 1 Ja, und ich weiß, dass es nicht ganz so ist. Ich weiß, dass es nicht ganz so ist.

00:20:04: Sprecher 2 Nein, aber pass auf. Pass auf, ich. Ich widerspreche dir und stimme dir gleichzeitig zu. Wir tendieren dazu, gesellschaftlich Leistung als etwas zu sehen, was messbar ist in einem bestimmten STANDARD. Ich gehe jetzt mal so weit und sage ich habe noch nie eine größere Leistung gesehen als bei dem, was die, was in dieser Theaterk geleistet wurde, und zwar im Prozess.

00:20:32: Sprecher 2 Also wenn Schülerinnen und Schüler plötzlich anfangen, über Shakespeare zu philosophieren, weil sie das so sehr verstehen wollen, dass sie so tief da reingehen und Interpretationsgespräche führen, wo man, wenn man das filmen würde, sagen würde. Du hast ihn das so vorgesagt. Also eigentlich, wenn man die Gespräche aufnehmen würde und sagen würde, das ist die Klassenarbeit Leistung. Besser geht's nicht.

00:20:55: Sprecher 2 Und das würde ich niemals erreichen, indem ich die achte Klasse zwingen würde, Shakespeare zu lesen. Sie würden sagen Zu alt. Das verstehe ich nicht. Und dann würden Leute kommen und sagen, die Schüler schaffen das nur noch in Leichter Sprache. Nein, es hat mit dem Willen zu tun. Zweitens natürlich auch rein qualitativ, wenn da die Achtklässler in steht und die ganze Julia Rolle auswendig kann.

00:21:19: Sprecher 2 Was für eine krasse Leistung ist das?

00:21:21: Sprecher 1 Ja, ich glaube, wir haben einen unterschiedlichen Leistungsbegriff. Das oder die, die da sprichst du gerade so an, doch das ist schon wichtig, was du sagst. Das ist eben eine Leistung. Kann sein, sozusagen unterm Strich eine Matheaufgabe zu lösen. Das kann sehr leistungsorientiert sein, aber es kann eben in diesem gleichen System auch eine eine reife Leistung sein, sozusagen.

00:21:42: Sprecher 2 Und du glaubst gar nicht, wie mich das beschäftigt? Ich glaube nicht wir, sondern ich habe. Grundsätzlich versuche ich die ganze Zeit, da gesellschaftlich darauf hinzuwirken. Ich habe schon ein kleines Manuskript angefangen von einem Buch, wo es um Leistung geht. Aber eine Sache ist mir ganz wichtig, damit wir es nicht so vom Theater abhängig machen. Vielleicht noch mal als als Hinweis.

00:22:00: Sprecher 2 Ich glaube, dass es auch andere Formen der oder ich, ich fange mal anders an Die größte Leistung entsteht ja meistens, wenn Kinder und Jugendliche oder Erwachsene auch motiviert sind.

00:22:15: Sprecher 1 Wenn sie begeistert sind und Freude haben, genau. Genau intrinsisch motiviert sind.

00:22:21: Sprecher 2 Intrinsische Motivation entsteht nach der Selbstbestimmung stheorie von Dickie und Ryan, wenn drei Bedingungen erfüllt sind Kompetenz, Erlebnis. Das heißt, ich. Wenn ich gar nichts verstehe, kann ich nicht motiviert sein, Autonomie und soziale Eingebundenheit. Über soziale Eingebundenheit haben wir gerade gesprochen, denn Schutzraum sozial eingebunden ist man nur, wenn sich Teil der Gruppe fühlt. Kompetenz erleben ist auch klar. Und Autonomie ist auch etwas, was schulisch oftmals nicht stattfindet.

00:22:51: Sprecher 2 In Arbeitsgemeinschaften findet das alleine deshalb statt, weil man selber entscheiden kann Gehe ich dahin oder nicht? Und jetzt komme ich gleich wieder. Ich komme auch gleich wieder auf die Noten. Jetzt ist es so Es muss gar nicht die Theater AG sein. Manchmal ist es so, dass selbst die AG, die Coding AG, die Gardening AG, also Arbeitsgemeinschaften, die, wo man selbst autonom handeln kann, wo man nicht benotet wird.

00:23:17: Sprecher 1 Wo man was gestaltet.

00:23:18: Sprecher 2 Wo man was gestalten kann. Richtig dazu führen, dass man jenes Selbstvertrauen aufbaut, von dem du gerade gesprochen hast, was dann wiederum in anderen Kontexten abgerufen werden kann. Mir ist immer wichtig zu sagen, es geht nicht darum, dass das zwangsläufig ein Kausalverhältnis ist. Schickt dein Kind in der Bahn Gardening und dann kann es sich auf jeden Fall eine Woche später wieder melden.

00:23:41: Sprecher 2 Aber der Gedanke ist wichtig, dass es um Selbstwirksamkeit geht und dass Selbstwirksamkeit dazu führen kann, dass man sich wohler in seiner Haut fühlt, Dass man merkt ich kann den Unterschied machen. Und ich kann es vielleicht auch versuchen, in anderen Kontexten das auch anderen zu zeigen.

00:23:58: Sprecher 1 Absolut. Und gestalten kann man ja auch für sich, Da muss man sich nicht melden sozusagen, sondern man kann trotzdem etwas im Nähkurs etwas gestalten. So auch in der Stille und in der Verbindung mit sich selbst. Ja, also ich finde das alles sehr wertvoll, was du sagst. Und wenn wir hier noch mal auf die Mara gucken mit ihren zwölf, dann finde ich auch noch mal wichtig, den Eisberg einfach auch noch mal der Klarheit wegen zu machen.

00:24:24: Sprecher 1 Also da geht es um einen Rückzug im Mündlichen. Das kann man auf die Eisbergspitze setzen und man könnte schon mal feststellen, dass Unsicherheit da also ganz unten auf dem Eisberg ist, die Unsicherheit, also die Sicherheit sozusagen eingeschränkt. Und jetzt könnte man sagen, in der Mitte ist unter Umständen das Gefühl Angst, ja, Angst, Unsicherheit. So, und das könnte man jetzt mit Julia besprechen und noch mal überlegen, wo kommt denn diese Angst her?

00:24:51: Sprecher 1 Seit wann ist das schon so? War das schon immer so? Also da steht sie war schon eher ruhig und zurückhaltend. Aber das ist ja jetzt erst mal jeder kann ruhig und zurückhaltend sein. Aber wie ist das dann in der Schule jetzt gewesen? Mit zwölf ist sie ja auch schon Zeit lang in der Schule war das schon immer so?

00:25:08: Sprecher 1 Wie war das in der Kita damals? Und dann eben zu gucken. Deswegen kam ich auf diesen geschützten Raum. Wie könnte denn Sie in ihrem Selbstwert mehr Selbstsicherheit, mehr Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit? Das hat ganz viel mit dem Selbst zu tun, weil es geht darum, selbst sich zu melden, also selbst Sicherheit, auch sich selbst zu zeigen, in die Sichtbarkeit zu kommen mit etwas, was man in die Welt bringt.

00:25:38: Sprecher 1 Ja, und was ich vorhin noch sagen wollte das, worum es mir geht es ja, diese kognitive Leistung, weißt du, die kognitive Leistung, die sozusagen als richtig oder falsch auf dem Papier bewertbar ist. Ja, und da habe ich mich ja auch sehr mit beschäftigt als Schülerin, aber eben auch als Mutter und auch als jemand, der eben auch mit Eltern arbeitet.

00:26:01: Sprecher 1 Und dann eben das andere. Deswegen finde ich das so spannend, dieses Gestalten, wenn ich etwas gestalten kann. Da kann man nicht so viel richtig oder falsch sagen. Das ist dann gelungen oder weniger gelungen. Da kann man denen fragen wie wie, wie empfindest du das? Wie geht es dir in der Diskussion? Oder man kann die Interpretation zu bewerten. Ist ja auch ganz, ganz schwierig.

00:26:20: Sprecher 1 Das ist ja auch eher ein subjektives Empfinden dann. Aber das sind ja eher die die Dinge, die mit dem Selbst zu tun haben. Ja, also das heißt, an der Stelle noch mal zu gucken, wo könnte Sicherheit entstehen. Und ich will noch mal etwas sagen, weil wenn man jetzt auch das beschäftigt mich gerade noch mal auch tatsächlich so was wie Diagnosen, wenn man jetzt in eine Diagnose gehen würde, also weil das dachte ich nämlich auch, würde das denn in der Schule helfen, wenn man jetzt zum Beispiel die Diagnose von einem Teil Mutismus hätte?

00:26:53: Sprecher 1 Also Mutismus heißt teilweise in Situationen zu verstummen, nicht sprechen zu können. Ja, das darauf liegt der Schwerpunkt dann nicht zu können und dann eben auch unter Umständen eine andere Bewertung zu bekommen. Was natürlich traurig wäre, weil man dann eben das, was du gerade gesagt hast, dass man für sich, dass es nicht ausreicht für sich wahrzunehmen als Lehrer, als Lehrerin, dass eine Schülerin, ein Schüler nicht kann, sondern davon auszugehen, er will nicht.

00:27:22: Sprecher 1 Bzw. Ich bewerte das hier als mündlich eben sechs, was ja schon ganz schön hart ist und dann aber doch eine Diagnose zu brauchen, um da rauszukommen und vielleicht gar keine Benotung zu bekommen oder eine andere Form zu finden der Mitarbeit. Ja, ich weiß nicht, ob du damit Erfahrung hast. Ich würde das sehr schade finden, wenn man das bräuchte, Aber auf der anderen Seite ist es vielleicht auch noch mal gut mit dem.

00:27:48: Sprecher 1 Ich meine, das Mädchen ist ja zwölf, auch mit dem Mädchen in Kontakt zu kommen. Ich habe noch einen letzten Punkt, nämlich Julia schreibt hier. Gleichzeitig merke ich, dass mich das Thema selbst mehr und mehr ärgerlich macht, weil ich es als unfair empfinde und mich an eigene Erfahrungen erinnert. Und da haben wir wieder so ein Stück Eigenanteil. Welche Erfahrungen sind das?

00:28:12: Sprecher 1 Gibt es da etwas, wo sich die Mutter vielleicht auch unfair behandelt gefühlt hat? Oder gibt es vielleicht auch Anteile, die sie selbst kennt? Eine Form, wo sie sich selbst weniger getraut hat, in die Sichtbarkeit zu kommen? Ja, oder gibt es vielleicht auch das Gegenteil? Eine Ungeduld ihrer Tochter gegenüber, die Sie aber gar nicht so formuliert? Ja, also da auch noch mal mit sich selbst zu gucken, wie wie bin ich aufgestellt?

00:28:36: Sprecher 1 Auch noch mal den Link in die eigene Biografie zu machen, um dann auch die Tochter gut begleiten zu können. Nicht so in dieser mit der Faust in der Tasche, sondern eher auch noch mal zu gucken, wie kann sie denn einen Raum für sich finden, um dann das, was auch wichtig ist für sie? Also ich frage noch mal anders Gibt es eine Motivation, eine intrinsische Motivation für das Mädchen dort wirklich, sich zu zeigen?

00:29:03: Sprecher 1 So, das könnte eine Leitfrage sein. Und wenn ja, was könnte das sein? Wie könnte das gestaltet sein? Vielleicht im Kontakt mit den Lehrerinnen und Lehrern, aber auch im Kontakt mit dem Mädchen selbst? Was bräuchtest du? Was willst du? Sie ist ja jetzt keine keine fünf oder so, Ja und wie geht es ihr eigentlich, wenn sie eine sechs bekommt im Mündlichen?

00:29:25: Sprecher 1 Das finde ich irgendwie echt. Da bin ich so ein bisschen betreten, Ehrlich gesagt. Das finde ich auch irgendwie ganz schön krass. Ja, aber gut, das werden wir nicht auflösen können. Bob vielen, vielen, vielen Dank für deine Perspektive. Ich fand es heute sehr, sehr spannend, auch noch mal wieder dir zuhören zu dürfen und freue mich einfach, dass wir wieder in Kontakt sind.

00:29:45: Sprecher 1 Ich danke dir sehr.

00:29:46: Sprecher 2 Ich mich auch. Vielen Dank euch allen und ich bin gespannt auf die Kommentare.

00:29:51: Sprecher 1 Ja, wir sind hängen wieder an den Kommentaren. Wir freuen uns, wenn ihr uns schreibt. Und ja, mir bleibt jetzt einfach nur noch mal zu sagen das war's für heute in der Familiensprechstunde und ihr dürft wieder schreiben und kommentieren und euch natürlich gerne auch mit Fragen an uns wenden, an Podcast, Familiensprechstunde, Katia Saalfrank de an uns oder auch an mich.

00:30:14: Sprecher 1 Ich mache das jetzt mal so im Slash und für heute sage ich Auf Wiedersehen. Wir danken euch wieder fürs Zuhören, für euer offenes Herz, für euer offenes Ohr. Und ich sage immer am Ende noch mal Bleibt weich und liebevoll mit euch selbst und mit euren Kindern. Bis zur nächsten Woche.

00:30:30: Sprecher 4 Wie schön.

00:30:31: Sprecher 1 Ciao dann, Bob. Vielen Dank. Tschüss.

00:30:37: Sprecher 1 Das war die Familiensprechstunde mit Katia Saalfrank. Eine neue Folge gibt es jeden Montag überall dort, wo es Podcasts gibt. Und wenn du magst, nimm dir jetzt noch einen Moment Zeit für dich. Zeit, das Gehörte nachwirken zu lassen. In Kopf, Herz und in deinem Körper. Vielleicht hat sich etwas gezeigt. Eine neue Perspektive oder eine leise Bewegung nach innen. Spüre gerne nach und entschleunigen noch mal!

00:31:03: Sprecher 1 Wenn du selbst eine Frage hast, die du hier in der Familiensprechstunde teilen möchtest, schreib mir gerne an! Podcast Familiensprechstunde Katia Saalfrank de. Alle Zuschriften werden natürlich anonymisiert. Hinweise zur aktuellen Folge sowie Informationen zu meinen Kursen und Ausbildungen und allen Angeboten findest du in den Shownotes. Schau dich dort gerne um. Ich danke dir von Herzen, dass du dir Zeit genommen hast und ich wünsche dir viele gute Beziehung serfahrungen und Verbindungsmomente.

00:31:33: Sprecher 1 Und nicht vergessen es gibt keine schwierigen Kinder, sondern nur schwierige Situationen. Bleibt nicht damit alleine schon ein Gespräch kann Veränderung bringen. Ein Austausch entlasten und Fragen zu stellen, kann neue Wege öffnen. Deine Katia.

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