Folge 16: Plötzlich Vater – nicht geplant, aber jetzt verantwortlich
Shownotes
Heute geht es um eine Zuschrift, die eine sehr persönliche und zugleich schwierige Frage in uns berührt:
Was passiert, wenn ein Kind da ist — aber die innere Entscheidung dafür nicht da und getroffen ist?
Ein Vater schreibt von dieser verletzlichen Frage und davon, dass er sich emotional nicht bereit als Vater fühlt, dass ihn die Situation überfordert und dass er nicht weiß, was jetzt das Beste für das Kind sein kann? Ob eher Abstand oder eine sehr langsame Annäherung für das Kind besser wäre?
In dieser Folge geht es um:
• Vaterschaft, wenn sie „unfreiwillig“ entstanden ist und welche innere Konflikte daraus entstehen können
• Verantwortung, die sich überfordernd anfühlen kann
• Schuld, die manchmal dort landet, wo sie nicht hingehört
• Schuldgefühle, die wir als Kind erleben und wie wir sie als Erwachsene wandeln können.
• die Frage, was ein Kind braucht, wenn Erwachsene mit ihrer eigenen Geschichte ringen
Eine Folge über Verantwortung, Überforderung und die Möglichkeit, den nächsten, kleinen Schritt zu finden — nicht „perfekt", nicht überstürzt, jedoch erwachsen und am Kind orientiert.
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In dieser Folge erwähnte Angebote und Informationen:
Der Gedanke der Woche stammt aus den 52 Affirmations- und Verbindungskarten von Katia Saalfrank – Das stärkende Kartenset für eine liebevolle Eltern-Kind-Beziehung
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Transkript anzeigen
00:00:04: Sprecher 1 Herzlich willkommen bei der Familiensprechstunde mit Katja Saalfrank. In diesem Podcast geht es um Bindung und Beziehung. Um das Zusammenleben von Erwachsenen und Kindern und um das, was hinter dem Verhalten von Kindern wirkt. Ich bin Katja Saalfrank, Ich bin Diplompädagogin, Familientherapeutin und körperorientierte Eltern und Familienberaterin in eigener Praxis in Berlin. Ich bin Autorin, Podcasterin und Mutter von vier Söhnen.
00:00:30: Sprecher 1 Ich arbeite bindungs und beziehungsorientiert und begleite Menschen dabei, Kinder besser zu verstehen und sich selbst gleich mit. Ich freue mich sehr, dass du eingeschaltet hast. Schön, dass du da bist. Hallo und herzlich willkommen zu meinem Podcast Familiensprechstunde mit Katja Saalfrank. Ich freue mich sehr, dass ihr mit dabei seid. Ich hoffe, es geht euch allen gut und ihr seid wohl auf.
00:00:55: Sprecher 1 Und ich freue mich, dass ihr wieder eingeschaltet habt. Und bevor wir gleich zur Frage von heute kommen, möchte ich wieder zu einem Gedanken einladen für diese Woche, der eine ganze Menge an Tiefgang bereithält, finde ich. Wenn man da so drüber nach fühlt und spürt. Und vielleicht kann es ein Gedanke sein, über den du ein bisschen nachdenkst und in denen du ein bisschen rein fühlst und den du mit in die gesamte Woche hinein nimmst.
00:01:24: Sprecher 1 Und der Gedanke diese Woche kommt wieder aus den Affirmations und Verbindungskarten und lautet für heute Ich übernehme Verantwortung für meine Gedanken, meine Gefühle und mein Tun. Ich übernehme Verantwortung für meine Gedanken, meine Gefühle und mein Tun. Also dieser Gedanke beschreibt einen inneren Raum, wo wir sozusagen Verantwortung tragen für das, was wir denken, für das, was wir fühlen und für das, was wir tun.
00:02:00: Sprecher 1 Und du kannst mal schauen, was das mit dir macht, wenn du diesen Gedanken denkst, wie sich das anfühlt, wenn du für dich Verantwortung übernehmen darfst. Also wie sich das anfühlt, ob da eher was Enges kommt oder ob sich da auch etwas, ja etwas so was wie eine Freiheit und eine Klarheit in dir bildet. Wenn du für dich selbst Verantwortung übernehmen darfst, für deine Gedanken, die du denkst, für deine Gefühle, die du fühlst und für dein Tun.
00:02:34: Sprecher 1 Also schau mal an, welchen Stellen in deinem Leben vielleicht diese Gedanken für dich präsent werden und wie sich das anfühlt. Und wir kommen jetzt gleich zur Frage und ihr wisst ja, dass ich diese Gedanken auch immer sorgfältig auswähle. Ein bisschen passend auch zu dem, was ich mit euch besprechen möchte. Und ja, wir schauen mal, es wird auch heute um Verantwortung gehen, und zwar um eine ganz, ja eine Verantwortung mit ganz viel Tragweite.
00:03:06: Sprecher 1 Und mir hat heute ein Vater geschrieben und dieser Vater hat mir geschrieben an Podcast, Familiensprechstunde, Katja Saalfrank de. Und das Besondere empfinde ich diesmal nicht ausschließlich, dass es ein Vater ist, sondern dass ja wirklich diese Frage ihren Weg in diesen Podcast gefunden hat. Ich weiß nicht, ob das ein ein Hörer ist, der schon länger hier mit dabei ist.
00:03:34: Sprecher 1 Also ich nehme euch jetzt erstmal mit in die Frage und bedanke mich jetzt schon mal bei dem Vater, dass er sich mit diesen persönlichen Gedanken an mich wendet. Der Vater schreibt.
00:03:49: Sprecher 1 Liebe Katja, ich wende mich mit einem sehr persönlichen und komplexen Thema an Sie. Vielleicht eignet es sich für Ihren Podcast über Bindung und Beziehung, weil ich glaube, dass einige Menschen in ähnlichen Situationen sind, aber kaum darüber sprechen. Vor etwa zwei Jahren habe ich 43, eine Frau, 35, kennengelernt. Nach sehr kurzer Zeit wurde sie schwanger. Für mich war diese Situation damals ein großer Schock.
00:04:16: Sprecher 1 Ich habe von Anfang an offen kommuniziert, dass ich mich in dieser Lebensphase nicht bereit fühle, ein Kind zu bekommen. Schon gar nicht nach so kurzer Zeit des Kennenlernens. Die Mutter hat sich dennoch entschieden, das Kind zu bekommen. Ich respektiere grundsätzlich, dass eine Frau über ihren Körper und ihre Schwangerschaft entscheidet. Gleichzeitig fühlt es sich für mich bis heute so an, als sei über mein Leben und meine Rolle entschieden worden, ohne dass ich wirklich ein Teil dieser Entscheidung war.
00:04:42: Sprecher 1 Diese Erfahrung hat in mir etwas ausgelöst, das ich so vorher nicht kannte. Ich habe gemerkt, dass mich die Situation psychisch stark erschüttert hat. Eine Zeit lang konnte ich beispielsweise kaum Kindergeschrei hören. Es hat mich innerlich regelrecht durchgeschüttelt. Etwas, was vorher nie der Fall war. Ich glaube heute, dass es damit zu tun hatte, dass ich mich seelisch überhaupt nicht auf diese Realität vorbereiten konnte.
00:05:07: Sprecher 1 Das Kind ist inzwischen anderthalb Jahre alt. Ich habe es bisher nie gesehen. Das erste Bild von ihm habe ich vor seinem ersten Geburtstag erhalten. Aktuell versuche ich zunächst über einen Vaterschaftstest Klarheit zu bekommen, was die Situation zusätzlich schwierig macht. Schon relativ früh standen Themen wie Vaterschaftsanerkennung, Unterhalt oder staatliche Stellen im Raum. Dadurch hatte ich oft das Gefühl, nicht nur emotional überrumpelt worden zu sein, sondern auch keine Zeit zu bekommen, mich ohne Druck mit der Situation auseinanderzusetzen.
00:05:38: Sprecher 1 Mein innerer Konflikt ist folgender Ich fühle mich emotional nicht als Vater. Wenn ich ganz ehrlich bin, empfinde ich im Moment keine Verbindung zu diesem Kind. Es fühlt sich eher an wie ein fremdes Kind und dieser Gedanke erschreckt mich selbst. Gleichzeitig möchte ich auf keinen Fall, dass ein Kind durch mein Verhalten Schaden nimmt. Ich frage mich daher Wie geht man verantwortungsvoll mit einer Situation um, in der ein Kind existiert, für dessen Entstehung man sich nicht entschieden hat und zu dem man keine emotionale Bindung spürt?
00:06:09: Sprecher 1 Ich bin selbst ein Scheidungskind und habe große Sorge, Fehler zu machen. Vielleicht ziehe ich mich gerade deshalb zurück, weil ich Angst habe, etwas falsch zu machen oder eine Rolle zu spielen, die ich innerlich nicht tragen kann. Meine eigentliche Frage ist weniger rechtlicher Natur, sondern menschlich. Was ist in einer solchen Situation für das Kind wirklich das Beste? Ist es besser, ehrlich Abstand zu halten, wenn man sich innerlich nicht bereit fühlt?
00:06:32: Sprecher 1 Oder kann auch eine vorsichtige, sehr langsame Annäherung sinnvoll sein? Und vor allem Was sollte ein Mann unbedingt vermeiden, damit ein Kind möglichst wenig emotionalen Schaden davonträgt? Mir geht es nicht darum, Schuld zu verteilen. Ich suche lediglich einen verantwortungsvollen Umgang mit einer Realität zu finden, die ich so nie geplant habe. Vielen Dank für Ihre Zeit und Ihre Arbeit. Mit freundlichen Grüßen.
00:06:59: Sprecher 1 Ja, also ihr merkt schon, da steckt ganz, ganz viel drin in dieser Frage. Ganz viele Dimensionen. Und vielen Dank an dich, dass du mir die Frage geschickt hast. Ich hoffe, es ist okay, wenn ich dich zurück duze. Ich danke dir sehr für dein Vertrauen und ja, das Anvertrauen auch deiner persönlichen Situation, deiner inneren Konflikte. Ich kann mir vorstellen, dass das nicht so einfach war, das auch alles aufzuschreiben und loszuschicken.
00:07:30: Sprecher 1 Und ja, ich kann das Dilemma irgendwie auch ganz gut spüren und finde auch wichtig, dass wir uns sozusagen dem vorsichtig nähern, dass wir genau hingucken. Und während ich das gelesen habe, habe ich auch immer wieder an die andere Seite gedacht, weil sozusagen wir Frauen, ja, wir haben ja auch eine Verantwortung. Und deine Partnerin oder die Mutter deines Kindes, vermutlich deines vermutlichen Kindes.
00:07:57: Sprecher 1 Ja, hat sich vielleicht ja auch mit diesen Themen beschäftigt und hat da sozusagen ja auch einen Prozess durchlebt. Um den soll es aber heute nicht gehen, sondern es soll heute um dein dein Dilemma gehen, um deine Fragen, um deine inneren Konflikte. Und ich finde es erst mal gar nicht so einfach, das zu sortieren. Und ich kann und will natürlich jetzt aus der Entfernung gar nicht bewerten oder beurteilen.
00:08:21: Sprecher 1 Ja, ich kenne ja jetzt nur diese Perspektive und rechtliche Fragen will ich schon gar nicht beantworten oder so. Darum geht es ja auch gar nicht, sondern mir geht es tatsächlich um das, was du auch beschrieben hast, um, ja um die menschliche Perspektive, um die bindungs und beziehungsorientierte Frage Was braucht ein Kind, wenn ein Elternteil innerlich noch nicht in seiner Rolle angekommen ist, sich nicht verbunden fühlt und wenn dann eben auch noch einen Widerstand dazu kommt?
00:08:53: Sprecher 1 Ich habe mich nicht entschieden, das ist nicht mein Weg. Also da sozusagen mit diesem Widerstand auch umzugehen, darum wird es ja gehen. Also vielleicht ist es wichtig, noch mal auch die Fragen, um die es geht, noch mal genauer sich anzugucken. Es geht nicht darum, zu entscheiden auf der Bewertung sebene. War das jetzt richtig? War das falsch, dass die Mutter das Kind bekommen hat?
00:09:19: Sprecher 1 Oder muss ein Mann Vater sein, wenn er das nicht will oder wollte, sondern eher Was bedeutet, Verantwortung für eine Situation zu übernehmen, wenn emotionale Bindung noch nicht entstanden ist und auch die Entscheidung dafür noch nicht da ist? Innerlich ja, weil das ist etwas, was ich spüre bei dir, dass du für dich innerlich nicht nur. Also du sagst jetzt, du hast die Zeit nicht gehabt und du hast nicht die Zeit gehabt ohne Druck.
00:09:52: Sprecher 1 Und ich bin mir nicht sicher, ob die Zeit da tatsächlich eine Rolle spielt, sondern eher dieses Gefühl, dass du dich gar nicht entscheiden konntest, sondern dass da die Entscheidung bei jemand anderem liegt und du dich dann innerlich dafür auch ein Stück entscheiden müsstest. Also dafür, dagegen. Wie auch immer. Also dass deine Entscheidung letztlich ja davon abhängt, wie jemand anders sich entscheidet.
00:10:18: Sprecher 1 Und hier wäre mir noch mal wichtig, das ein bisschen zu sortieren und noch mal ganz klar das zu sagen. Auch wenn ich mir denke, das ist für dich deutlich ist ich sage es trotzdem noch mal Das Kind kann nichts für die Umstände seiner Entstehung. Und die Gefahr ist eben oft, dass wir die Kränkung, die Überforderung, die Ohnmacht, die wir empfinden, aber dann an dieses Wesen knüpfen.
00:10:43: Sprecher 1 Ja, das heißt, es wäre wichtig, dass das Kind nicht zum Träger dieser Kränkung, der Überforderung, der Ohnmacht, der Hilflosigkeit jetzt vom Erwachsenen, von dir in dem Fall wird. Ja, und ich möchte deshalb gerne ganz präzise und behutsam auch unterscheiden. Es kann sein, dass du dich von der Schwangerschaft überrumpelt fühlst und dieses Erleben möchte ich total ernst nehmen. Und gleichzeitig ist ja das Kind nicht einfach passiert.
00:11:10: Sprecher 1 Das ist ja nicht vom Himmel gefallen, sondern an der Entstehung waren ja zwei Erwachsene beteiligt, zwei Erwachsene. Und Verantwortung beginnt auch dort bei der Frage wie vorher. Über Verhütung, mögliche Folgen und die Bereitschaft, die eigene Bereitschaft gesprochen wurde und auch, wie ihr das verhandelt habt. Also das heißt im Grunde der Gedanke, dass da eine Vaterrolle auferlegt wurde, ist zwar ja in der Folge richtig und trotzdem nur ein Teil der Wahrheit.
00:11:42: Sprecher 1 Der andere Teil ist. Du bist beteiligt und auch aus dieser Beteiligung erwächst ein Stück Verantwortung. Und ja, wir dürfen anerkennen, erst mal, dass sozusagen eine innere Vaterschaft oder das Gefühl von Vatersein nicht automatisch mit einer biologischen Vaterschaft entsteht. Das ist übrigens bei Müttern oft nicht anders. Ja, Bindung ist nicht einfach da, sondern die entwickelt sich immer. Ja, und auch bei Vätern.
00:12:12: Sprecher 1 Und auch nicht, wenn alle juristischen Fragen geklärt sind. Also die juristische Ebene ist ja eine ganz andere und gleichzeitig die Abwesenheit von bindungs Gefühl von emotionaler Verbindung entbindet ja trotzdem nicht von Verantwortung. Das wäre eine wichtige Differenzierung. Ich würde schon ein bisschen unterscheiden wollen gerne zwischen dem Gefühl Ich fühle mich noch nicht verbunden oder ich fühle mich nicht verbunden.
00:12:41: Sprecher 1 Das darf sein. Das ist ja nicht automatisch sozusagen dann schuldhaft oder schwierig oder schlecht. Ja, und zwischen dem Verhalten, also ich entziehe mich dauerhaft, weil ich mich nicht verbunden fühle. Und wenn du fragst, wie ist das für das Kind, das kann für ein Kind, also vor allen Dingen dann in der Folge auch später eben verletzend sein, verletzend werden?
00:13:05: Sprecher 1 Ja, wenn es eben dann später in der Rückschau auch spürt und wahrnimmt. Ich war nicht gewollt. Ich war nicht willkommen. Ich wurde gemieden, ich war zu viel. Diese Unterscheidung ist mir wichtig, weil es geht mir da weniger um den moralischen oder oder um etwas Moralisieren des aber schon um Verantwortung, die damit noch mal markiert wird. Also wir tragen Verantwortung für das, was wir tun.
00:13:31: Sprecher 1 Was? Und da folgen ja auch Entscheidungen daraus. Also du hast gefragt, was für das Kind wichtig wäre und aus bindungs und beziehungsorientierter Sicht würde ich sagen Für ein Kind ist es jetzt nicht so entscheidend, dass ein Vater sofort große Vatergefühle hat, sondern dass Erwachsene verlässlich, aufrichtig, achtsam und vor allen Dingen nicht überfordernd handeln. Ja, das heißt, eine sehr langsame Annäherung kann sinnvoll sein, wenn Sie wirklich am Kind und an den Bedürfnissen von Sicherheit, Verbindung, Autonomie sozusagen orientiert ist und nicht so sehr am Bedürfnis des Erwachsenen, sich schnell zu entlasten oder es jetzt mal zu versuchen.
00:14:16: Sprecher 1 Also bei einem anderthalbjährigen Kind würde das heißen, es braucht jetzt keine großen Erklärungen oder keine dramatischen Auftritte, keine plötzliche Vaterrolle, sondern es braucht feinfühlige, vorhersehbare, kleine Schritte und Erwachsene, die sozusagen die Spannung nicht über das Kind austragen, sondern im Grunde ein Schutz Schild, einen Schutzschirm über das Kind spannen und da drüber sozusagen auf der erwachsenen Ebene miteinander im Kontakt sind und da eher die Spannungen sortieren und ja und und irgendwie abbauen oder im Kontakt sind miteinander.
00:14:59: Sprecher 1 Ich will noch mal sagen, was eben passieren könnte und was ungünstig wäre. Also was ungünstig wäre wäre, wenn das Kind sozusagen unbewusst ein Stück innerlich für die Situation verantwortlich gemacht würde, wenn Kränkungen übertragen würden. Also deine eigenen Kränkungen, das Gefühl, nicht mit in die Entscheidung einbezogen zu sein und jetzt vor so einer Situation zu stehen, sich als Kränkung bei dir zeigen und dann auf die Mutter oder auch auf das Kind übertragen werden würde.
00:15:31: Sprecher 1 Ganz praktisch fände ich auch schwierig, wenn da jetzt ein plötzliches Auftauchen stattfinden würde, ja oder ein Einfordern von Nähe stattfinden würde und dann aber auch wieder ein Abbruch stattfinden würde und du wieder sozusagen in die Vermeidung gehen würdest. Wichtig wäre auch, dass du dich selbst nicht als Opfer der Mutter oder auch des Kindes erlebst. Ja, das kannst du bei dir mal selbst überprüfen, was dieser Gedanke mit dir macht, ob du dich als Opfer empfindest, Dieses ohnmächtige Gefühl, nichts tun zu können, Opfer einer Situation geworden zu sein, das kannst du für dich mal überprüfen und noch mal wirklich nach Verantwortung schauen.
00:16:15: Sprecher 1 Es wäre gut, auch noch mal zu unterscheiden. Es ist nicht besser, keine Beziehung zu haben als eine schwierige. Also das stimmt nicht automatisch. Ja, manchmal schützt Abstand vor Überforderung. Und trotzdem Ein dauerhafter Rückzug kann für ein Kind eben auch in der Rückschau später auch eine, ja eine Kränkung bedeuten. Ja, also das heißt nicht, dass sozusagen auf Biegen und Brechen eine Beziehung her muss.
00:16:46: Sprecher 1 Aber ich will damit nur sagen es fühlt sich vielleicht leichter an, im Abstand zu sein. Und es wird nicht so einfach sein. Vermutlich, sich in kleinen Schritten auch dieser Verantwortung und der Beziehung zu nähern. Und es ist auch wichtig, dass du dir keinen innerlichen falschen Druck sozusagen aufer. Also ein Kind braucht kein Vater, der aus Pflichtgefühl Kontakt aufnimmt und dabei aber innerlich in einer abwehrenden kalten Haltung ist und unterschwellig sozusagen ablehnend bleibt, sondern dann geht es schon eher darum, wirklich auch an deiner inneren Haltung zu arbeiten.
00:17:26: Sprecher 1 Sich dem bewusst zu werden. Und dafür wäre vielleicht ein erster verantwortlicher Schritt, eben nicht sofort in Kontakt zu gehen jetzt, sondern erst mal die ja tatsächlich Unterstützung zu holen. Noch mal dir die eigene innere Erschütterung, von der du beschreibst, auch anzuschauen, wahrzunehmen, zu schauen, wo kommt die her? Die eigene Geschichte, die hast du auch so ein bisschen angedeutet, Dir noch mal anzuschauen und innerlich zu sortieren.
00:17:52: Sprecher 1 Was gehört zu deiner eigenen Kränkung, zu deiner Überforderung, zu deiner eigenen Geschichte als Kind von geschiedenen Eltern? Und was gehört wirklich heute zum Erwachsenen, zu deinem Erwachsensein und zu dem Kind, was unter Umständen eben deins ist?
00:18:12: Sprecher 1 Impulse zum Mitnehmen, Verantwortung übernehmen gehört zum Erwachsensein dazu. Und gleichzeitig kann Verantwortung sich für manche Menschen nicht erwachsen. Unangenehm statt klar und nicht handhabbar anfühlen, sondern überwältigend und innerlich überflutet. Das kann besonders dann geschehen, wenn ein Erwachsener als Kind viel zu früh viel zu viel Verantwortung übernehmen musste, zum Beispiel für Stimmungen, Konflikte, Sorgen der Eltern oder das emotionale Gleichgewicht der Erwachsenen zuständig gemacht wurde, ohne dass das wirklich seine Aufgabe gewesen wäre.
00:18:45: Sprecher 1 Dann verknüpft sich Verantwortung innerlich nicht mit Kraft, Reife oder Gestaltungsmöglichkeit und Freiheit, sondern mit Druck, Angst, Schuld und Überforderung und Überflutung und dem Gefühl, ganz alleine mit etwas sehr Schwerem zu sein. Und später, im Erwachsenenalter können daraus ganz unterschiedliche Muster entstehen. Und ihr könnt ja mal schauen, ob das eine oder das andere bei euch resoniert. Manche Menschen übernehmen dann sehr schnell sehr viel Verantwortung in ihrem Erwachsenenleben, auch dort, wo sie eigentlich gar nicht zuständig sind.
00:19:17: Sprecher 1 Sie spüren sofort, was gebraucht wird. Springen ein, regulieren, halten, zusammen, vermitteln, verbinden, retten oder tragen. Mehr als ihnen guttut. Andere Menschen erleben Verantwortung dahingehend sehr schnell als Bedrohung in ihrem Erwachsenenleben. Sie fühlen sich eingeengt, überfordert, innerlich überflutet, gehen in die Vermeidung und ziehen sich zurück. Nicht unbedingt, weil ihnen alles egal ist, sondern weil Verantwortung in ihrem Inneren etwas Altes berührt.
00:19:46: Sprecher 1 Ein Gefühl von Das ist zu viel. Das fühlt sich schwer an, ich schaffe das nicht, ich komme da nicht wieder raus. Beide Bewegungen, beide Dynamiken können also aus einer ähnlichen frühen Erfahrung entstehen. Verantwortung war einmal zu früh, zu viel, zu groß, zu schwer. Und genau deshalb lohnt es sich, im Erwachsenenalter innezuhalten und zu fragen Gehört diese Verantwortung wirklich zu mir?
00:20:12: Sprecher 1 Oder trage ich gerade etwas, das eigentlich bei jemand anderem bleiben müsste? Oder auch umgekehrt? Weiche ich gerade einer Verantwortung aus, die tatsächlich zu mir gehört, weil sie sich innerlich viel größer anfühlt, als sie heute ist. Verantwortung erwachsen zu übernehmen bedeutet nicht, alles zu tragen. Es bedeutet auch nicht zu verschwinden oder etwas zu vermeiden, wenn es schwierig wird. Es bedeutet, den eigenen Anteil in der Situation zu erkennen, alles zu sortieren und von den Anteilen der anderen zu unterscheiden und dann den nächsten ehrlichen, authentischen, machbaren Schritt mit sich selbst in zu gehen.
00:20:54: Sprecher 1 Was du konkret tun könntest, ist auf unterschiedlichen Ebenen sich den Dingen zu nähern und zu sortieren. Das erste könnte zum Beispiel sein, die Realität tatsächlich zu klären und gleichzeitig nicht als innerlichen Aufschub zu benutzen. Also ich verstehe, dass der Vaterschaftstest für dich wichtig ist. Gerade wenn noch auch biologisch oder auch rechtlich Unsicherheiten bestehen, ist natürlich die Klärung für dich wichtig.
00:21:22: Sprecher 1 Verstehe ich. Und gleichzeitig darf das nicht zu einer Dauerwarteschleife sozusagen werden. Du könntest also dir sagen, ich kläre die biologische Frage und parallel beginne ich mich aber innerlich mit der Möglichkeit auseinanderzusetzen. Und wenn ich dich richtig verstehe, bist du ja auch an diesem Punkt, dass dieses Kind mein Kind ist, ja, dass das so ein paralleler Prozess ist, weil sonst beginnt Verantwortungsübernahme ja erst in Anführungsstrichen nach dem Ergebnis und innerlich bleibt bis dahin alles eingefroren und du kannst das aber jetzt auch schon nutzen.
00:21:57: Sprecher 1 Das zweite habe ich eben schon gesagt, ich würde mir tatsächlich noch mal einen therapeutischen Raum suchen an deiner Stelle. Das würde ich dir einfach so als Impuls mitgeben. Ist natürlich deine Entscheidung. Und es geht dabei nicht um was Pathologisches, sondern als einen Schritt von Verantwortung, das anzuschauen, was dich gerade innerlich in Aktivierung bringt. Ja, wenn du beschreibst, dass Kindergeschrei dich körperlich durch rüttelt, dass du dich überrumpelt fühlst, dass deine eigene Geschichte rein wirkt, dann ist das im Grunde wahrscheinlich im Außen nur ein Anlass, auch dir noch mal Themen bei dir anzugucken.
00:22:36: Sprecher 1 Und das ist aber Material. Stoff für einen geschützten Raum, für einen geschützten Rahmen. Und du könntest da sortieren, was gehört zu zu der Beziehung, sozusagen zu der Mutter? Was gehört zu der Schwangerschaft Situation? Was gehört zum Kind, Was gehört zu deiner eigenen Geschichte? Was gehört zu deinem Gefühl, keine Wahl gehabt zu haben? Gerade diese Sortierung es entscheidend, weil sonst könnte auch vieles einfach bei deinem Kind landen und damit ist die Verbindung nicht unbelastet.
00:23:09: Sprecher 1 Du könntest auch parallel mit dir selbst arbeiten. Also das sind ja jetzt keine Schritte sozusagen, die linear hintereinander erfolgen, sondern alles Ebenen, auf denen du etwas tun könntest. Du könntest zum Beispiel mal schauen, wie sich der innere Satz für dich anfühlt und ob du den für dich entwickeln kannst. So oder so ähnlich. Das Kind, mein Kind oder auch die Mutter sind nicht schuldig.
00:23:34: Sprecher 1 Ja, das klingt jetzt sehr hart, aber ich meine es genau so und es soll eben darum gehen, dass das Kind dein Kind unter Umständen eben nicht unbewusst zum Symbol für Überforderung, für Überflutung, für Kontrollverlust, für Hilflosigkeit, für Ohnmacht, für Fremdbestimmung wird. Ja, weil dann, wie gesagt, ist die Verbindung zu deinem Kind belastet und zu dieser Situation und du bist eher bei deinen eigenen Verletzungen.
00:24:03: Sprecher 1 Und wenn du magst, kannst du das ein bisschen für dich sortieren in einer konkreten Übung. Du könntest eben ja ein Blatt Papier nehmen, Du könntest da mal das Kind, die Mutter, dein eigenes Ich und deine Gefühle sortieren und beim Kind noch mal sortieren. Das Kind hat keine Entscheidung getroffen. Das Kind ist nicht verantwortlich für meine Überforderung. Das Kind braucht Schutz vor meiner Kränkung, vor der erwachsenen Kränkung.
00:24:28: Sprecher 1 Bei der Mutter könntest du sortieren. Sie hat über ihre Schwangerschaft entschieden. Diese Entscheidung darf ich schwer finden. Ja, das darfst du auch. Und ich darf sie aber nicht über das Kind sozusagen austragen, sondern ich kann das mit mir ausmachen. Ja, und damit bist du dann auch bei dir und kannst sozusagen für dich noch mal sortieren. Ich war an der Entstehung beteiligt.
00:24:51: Sprecher 1 Ich übernehme Verantwortung für Sexualität und Verhütung. Das darf ich mir anschauen. Ja, ich darf überfordert sein und ich darf aber gleichzeitig oder möchte nicht Verantwortung an das Kind oder an die Mutter abgeben. Ja, und du kannst auch mit deinen Gefühlen noch mal in Kontakt kommen. Was fühlst du genau? Ich fühle Ohnmacht, ich fühle Druck. Das ist so ein bisschen das, was ich ihm in der Gegenübertragung spüre bei dir, wenn ich deine Mail lese.
00:25:19: Sprecher 1 Ich fühle vielleicht auch Wut. Ich fühle Angst. Ich fühle Schmerz, Scham, Kränkung. Ja, und diese Gefühle brauchen auch einen Ort. Aber eben nicht beim Kind oder bei der Mutter des Kindes. Wenn du da in einen geschützten Raum gehst, dann wird es vielleicht auch hilfreich sein, den Körper noch mit rein zu nehmen und da auch zu schauen, wo entsteht der Druck in deinem Körper?
00:25:41: Sprecher 1 Wenn du hier öfter rein hörst, weißt du, dass ich ja immer den den Kopf, sozusagen die Kognition, die Emotion und auch den Körper gerne mitnehme. Also sich noch klar machen das Kind ist nicht schuld an der Geschichte seiner Entstehung. Und es ist auch nicht zuständig dafür, die Erwachsenen von ihren Gefühlen zu entlasten. Ja, also zu verhindern, dass das Kind Träger einer Schuld wird, die eigentlich zwischen den Erwachsenen sortiert werden müsste.
00:26:11: Sprecher 1 Impulse zu mitnehmen. Verantwortung und Schuld sind nicht das Gleiche. Und doch geraten diese beiden Begriffe in Beziehungen leicht durcheinander. Schuld fühlt sich schwer an und fragt Wer hat was falsch gemacht? Wer hat angefangen? Wer trägt Schuld daran, dass es so gekommen ist? Verantwortung hingegen kann Schuld wandeln und fragt anders. Verantwortung fragt Was gehört zu mir? Was war oder ist mein Anteil?
00:26:35: Sprecher 1 Was kann ich jetzt sehen? Tragen wieder gut und vielleicht in Zukunft auch anders machen? In Beziehungsdynamiken bleibt Schuld oft im Raum liegen, wenn Verantwortung nicht übernommen wird. Und dann sucht Schuld sich einen Ort. Sie landet beim anderen, bei den Umständen, bei der Vergangenheit und nicht selten sogar beim Kind. Dann trägt plötzlich ein Kind etwas, das eigentlich zwischen Erwachsenen sortiert werden müsste, und für das Kind fühlt es sich wie eine Schuld an, eine Schuld, die nicht seine ist, sondern Verantwortung der Eltern wäre.
00:27:07: Sprecher 1 Deshalb ist es so wichtig, sich Schuldgefühle anzuschauen. Als Kinder konnten wir für die Umstände nichts. Es war nicht unsere Schuld. Ein wichtiger Satz. Es war nicht deine Schuld. Als Erwachsene hingegen tragen wir oft noch an diesen Schuldgefühlen. Allerdings dürfen wir uns das Schuldgefühl anschauen und in Verantwortung übersetzen. Wir sind heute nicht mehr klein und abhängig, sondern erwachsen. Das kann sich schwer anfühlen und gleichzeitig auch freier.
00:27:33: Sprecher 1 Denn damit verbunden ist auch die Verantwortungsübernahme für unser Denken, Fühlen und Handeln. Wir können es heute anders machen und Verantwortung übernehmen, damit Schuld nicht liegen bleibt.
00:27:49: Sprecher 1 Ja, was du innerlich auch noch mal für dich durch Fühlen und durch Durchdenken und und Spüren noch mal mehr in den Fokus nehmen kannst, ist so von diesem Vater Gefühl, was du so suchst, eher wegzugehen hin zu einer erwachsenen Verlässlichkeit. Also du musst nicht sofort fühlen, das ist mein Kind und ich liebe es. Ja, das ist. Das fühlt sich sehr, sehr groß, strittig an und auch überhaupt nicht wahrhaftig, nicht authentisch, nicht ehrlich, sondern einen ersten kleinen Schritt zu machen, der zum Beispiel innerlich lauten könnte Ich weiß noch nicht so genau, was ich fühle.
00:28:28: Sprecher 1 Aber ich bin offen. Ich bin bereit, mich nicht zu öffnen für etwas und mich so zu verhalten, dass dieses Kind nicht noch zusätzlich es schwer haben wird. Ja, weil das ist ja was, was du auch erlebt hast und was du überhaupt nicht weitergeben möchtest. Vielleicht kann dich dieser Satz eher noch mal entlasten und könnte vielleicht ein ein Entlasten derer Ausgangspunkt sein als jetzt dieses erzwungene Gefühl Du musst jetzt unbedingt Vater Gefühle fühlen.
00:28:56: Sprecher 1 Ja, und vielleicht, wenn dann die Vaterschaft auch geklärt ist und du Kontakt aufnehmen möchtest oder der als nächster kleiner Schritt dann dran wäre, ja, dann wäre es gut, wenn du eben nicht ja sozusagen das Ganze in so einem spontanen Treffen dann planst, sondern wenn ihr dann verantwortliche Kontaktanbahnung und Kontaktaufnahme plant und das langsam und begleitet macht und auch in einer guten Abstimmung.
00:29:27: Sprecher 1 Ja, also das heißt, es wäre gut, erst mal wirklich auch einen respektvollen Kontakt zur Mutter auf der erwachsenen Ebene auf der Elternebene aufzunehmen. Wirklich auch noch mal Du kannst dir auch deine Korrespondenz, eure Korrespondenz noch mal angucken, auf Vorwürfe und vielleicht auch auf das, was wir jetzt gerade besprochen haben. So auf die Frage Wo ist deine Verantwortung und wo übergibst du vielleicht da auch Schuld oder Verantwortung an die andere erwachsene Person?
00:29:57: Sprecher 1 Ja, also da kannst du für dich noch mal das ein bisschen durchlaufen lassen und dann wirklich eine abgestimmte, eingestürzte kleine Annäherung. Ja, die natürlich in Anwesenheit mit der vertrauten Bindungsperson stattfindet. Kurz, aber vorhersehbar, ohne irgendeinen Erwartungsdruck. Du musst nichts leisten, keiner muss irgendwas leisten. Ja, in Verbindung geht es erstmal nur darum, überhaupt offen zu sein für Verbindung. Ja, und dann lieber zu schauen, dass es regelmäßig und kurz als jetzt einmal ganz lang und dann wieder ein Abbruch stattfindet.
00:30:34: Sprecher 1 Ja, also eher nicht. Ich treffe jetzt mal mein Kind und schaue, was passiert, sondern eher Ich möchte behutsam, achtsam prüfen, mit der Mutter, mit der ersten Bindungsperson, wie eine Annäherung aussehen könnte, die für das Kind sicher und nicht überfordernd ist und auch nicht für euch als Erwachsene überfordernd wäre. Vielleicht ist es auch gut, wenn ihr euch erstmal seht und du dir erzählen lässt wie ist eigentlich der Alltag gerade?
00:31:00: Sprecher 1 Also wenn du wirklich eine kleinschrittige Annäherung an das Thema an dein Kind machst. Wir gehen jetzt davon aus, dass das nach dem Vaterschaftstest, der dann unter Umständen eben auch positiv ist, stattfinden könnte. Also das fühlt sich für mich nach einer ganz anderen Perspektive an, ja, und vielleicht dann ganz perspektivisch eben auch so was wie eine minimale Verlässlichkeit für dich zu entwickeln, wenn du noch keine große Rolle im Leben deines Kindes spielen möchtest, sein möchtest, diese Rolle tragen kannst.
00:31:34: Sprecher 1 Könntest du trotzdem kleine, authentische Verlässlichkeit entwickeln? Also mit der Mutter des Kindes dann eben bestimmte Schritte einzuhalten, eben nicht monatelang zu verschwinden, zuverlässig zu sein, schriftlich auch respektvoll zu kommunizieren? Fristen nicht aufgrund emotionaler Gemengelage innerlich auszuweichen. Ja keine widersprüchlichen Signale senden. Also da achtsam sein mit dir auch auf der juristischen Ebene die Dinge zu klären. Ja, also auch da Verantwortung zu übernehmen und aber auch ehrlich sagen, was du zurzeit in der Verfassung, in der du bist, auch leisten kannst und was unter Umständen eben auch nicht.
00:32:16: Sprecher 1 Weil für Kinder ist es nicht nur ein nicht Dasein, eine Abwesenheit an was für die Kinder schwierig ist, sondern oft auch eben eine Unklarheit, Hoffnungen. Kommt er, kommt er nicht. Unzuverlässigkeit, Brüche, ein, ein Abtauchen, ein Verschwinden, dann ein Wiederauftauchen, Ambivalenzen, das ist das, was für Kinder aus meiner Erfahrung vor allen Dingen eben schwierig sein kann. Also das heißt, dein Kind braucht nicht, dass du als Vater vom ersten Moment an ein fertiges Vater Gefühl hast und dich emotional verbunden fühlst.
00:32:52: Sprecher 1 Es braucht den Erwachsenen, der eben beginnt zwischen seiner eigenen Überforderung und dem Kind als ja auch ein Stück Abhängiger. Also das Kind ist ja abhängig von dir, emotional sozusagen, wenn du da in eine Verbindung gehst, auch zu unterscheiden. Ja, und wichtig eben das Kind ist nicht die Ursache der Verletzung, sondern es ist ein kleiner Mensch, der aus dieser Situation hervorgegangen ist und der jetzt daraus auch ein Stück angewiesen ist, dass die Erwachsenen um ihn herum um es herum Verantwortung übernehmen.
00:33:23: Sprecher 1 Auch wenn die Gefühle noch nicht sortiert sind. Das heißt, du musst nicht sofort lieben. Du musst nicht sofort eine Verbindung haben, emotionale Verbindung spüren. Ja, das entwickelt sich. Und du musst auch nicht sofort eine große Vaterrolle übernehmen. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist ja auch die Mutter des Kindes da ganz gewährend. Ja, und du musst auch nicht so tun, als ob alles gut sei für dich, worum es geht.
00:33:48: Sprecher 1 Und das, was ich jetzt hier versucht habe, so ein bisschen zu entwickeln, ist eine innere, eine innerliche Beweglichkeit zu schaffen. Und ich fühle mich nicht als Vater, kann ein ein ganz authentischer Ausgangspunkt sein. Es sollte nicht das Ende der Verantwortung sein, sondern im Grunde der Anfang von Verantwortungsübernahme und Sortieren von eigenen inneren Anteilen. Und dann kann auch eine Verbindung entstehen und welche da entsteht, das könnt ihr.
00:34:18: Sprecher 1 Das kannst du für dich ein Stück entwickeln und ihr dann auch im Kontakt miteinander aushandeln. Ja, vielleicht kannst du mit meinen Gedanken etwas anfangen. Ich ja finde einfach wichtig, dass du dir Unterstützung holst, dass du nicht alleine bleibst. Und ich denke, dass du mit deinen Gedanken gar nicht verkehrt liegst. Dass das doch immer mal wieder auch Themen sind, wenn Kinder auf die Welt kommen.
00:34:44: Sprecher 1 Und die Frage ist wie kann ich mich einfach. Wie kann ich emotional in eine Verbindung kommen zu meinem Kind? Ja, bei Müttern ist das noch mal anders als bei Vätern, aber ich finde das tatsächlich ein wichtiges Thema. Und sich dabei innere Anteile anzuschauen mit dem Ziel, jetzt ganz konkret bei Dir sich innerlich neu auszurichten und an neue Perspektive zu finden und dann eben auch Verantwortung in dem Rahmen zu übernehmen, der möglich und angemessen erscheint.
00:35:13: Sprecher 1 Also nochmal auch mit der Erinnerung vom Anfang Ich übernehme Verantwortung für meine Gedanken, für meine Gefühle und für mein Tun. Und ein erster Schritt ist aus meiner Sicht ja schon getan, denn du hast deine Frage hier in meinen Podcast geschickt und deine Gedanken sind ja bereits ein Anfang für alles, was jetzt folgen kann. Ja, also du bist ja schon auf dem Weg in eine Bewegung, in eine innere Bewegung zu kommen.
00:35:41: Sprecher 1 Und ich danke dir noch mal sehr für dein Vertrauen und deine Offenheit, das alles hier zu teilen. Und ich würde mich freuen, wenn, ja wenn du Lust hast, auch zu kommentieren oder mir noch mal zu schreiben. Auf jeden Fall bin ich ganz bewegt, auch von deinem Mut, das hier zu teilen und ja, dich auch auf den Weg zu machen.
00:36:00: Sprecher 1 Also vielen Dank ihr Lieben. Das war für heute die Familiensprechstunde. Schreibt doch gerne mal in den Kommentaren bei Spotify zum Beispiel wie es euch mit dem Thema Verantwortung geht. Kennt ihr das Gefühl, dass ich Verantwortung und Verantwortungsübernahme schwer anfühlt? Oder habt ihr eher das Gefühl, es ist auch eine Erleichterung, Verantwortung übernehmen zu können zu dürfen? Da kommt eine Bewegung rein.
00:36:26: Sprecher 1 Welche Erfahrungen habt ihr? Ich freue mich auf den Austausch und gerne könnt ihr eure Fragen an Podcast, Familiensprechstunde etc. Katja Saalfrank de an mich senden. Ihr wisst es, ihr kennt die Adresse und ich freue mich natürlich auch, wenn es euch gefällt, wenn ihr viele Sterne da lasst und abonniert und anderen von der Familiensprechstunde weitererzählt. Ich danke euch sehr.
00:36:48: Sprecher 1 Und für heute sage ich Auf Wiedersehen. Ich danke euch für euer Zuhören, für euer offenes Ohr, für euer offenes Herz. Bleibt weich und liebevoll mit euch selbst und euren Kindern Und bis zur nächsten Woche. Eure Katja.
00:37:05: Sprecher 1 Das war die Familiensprechstunde mit Katja Saalfrank. Eine neue Folge gibt es jeden Montag überall dort, wo es Podcasts gibt. Und wenn du magst, nimm dir jetzt noch einen Moment Zeit für dich. Zeit, das Gehörte nachwirken zu lassen. In Kopf, Herz und in deinem Körper. Vielleicht hat sich etwas gezeigt. Eine neue Perspektive oder eine leise Bewegung nach innen. Spüre gerne nach und entschleunigen noch mal!
00:37:32: Sprecher 1 Wenn du selbst eine Frage hast, die du hier in der Familiensprechstunde teilen möchtest, schreib mir gerne an! Podcast Familiensprechstunde Katja Saalfrank de. Alle Zuschriften werden natürlich anonymisiert. Hinweise zur aktuellen Folge sowie Informationen zu meinen Kursen und Ausbildungen und allen Angeboten findest du in den Shownotes. Schau dich dort gerne um. Ich danke dir von Herzen, dass du dir Zeit genommen hast und ich wünsche dir viele gute Beziehung serfahrungen und Verbindungsmomente.
00:38:02: Sprecher 1 Und nicht vergessen es gibt keine schwierigen Kinder, sondern nur schwierige Situationen. Bleib nicht damit alleine. Schon ein Gespräch kann Veränderung bringen. Ein Austausch entlasten und Fragen zu stellen, kann neue Wege öffnen. Deine Katja.
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